Jeanette Drexler vom LAZ Zweibrücken reist zu den Olympischen Spielen

Einmal bei den Olympischen Spielen dabei sein – das ist der Traum jedes Sportlers. Für Stabhochspringerin Jeanette Drexler aus Zweibrücken wird er im August wahr, wenn auch nur als Zuschauerin.

Zweibrücken. Wenn täglich neue Berichte über China, Tibet und die Olympischen Spiele in Peking erscheinen, dann verfolgt eine Zweibrückerin das Geschehen besonders interessiert. „Ich lese jeden Tag in der Zeitung, was in Tibet passiert“, erzählt Jeanette Drexler. Denn wenn sich im August die besten Sportler der Welt in Peking messen, wird die 16-Jährige dabei sein als Zuschauerin. Sie ist eine von drei Jugendlichen, die über die Sportjugend Pfalz die Spiele besuchen kann.
Als Ende Februar die Zusage per Brief ins Haus flatterte, war Jeanette überglücklich. „Ich habe angefangen zu weinen, weil ich so gerührt war. Auch meine Mama hat geweint vor Freude.“ Zuvor hatte die Zweibrückerin ein zweistufiges Bewerbungssystem durchlaufen. Nachdem Trainer Helmut Kruber die Ausschreibungsunterlagen an seinen Schützling weitergereicht und Jeanette sich beworben hatte, wurde sie mit vier weiteren Bewerbern zu einem Gespräch eingeladen. Für sie sprach ihre aktive Laufbahn als Sportlerin (Bestleistung 3,10 Meter) und ihre Tätigkeit als √úbungsleiterin für neun- bis zwölfjährige Kinder. Auch die Schule gab grünes Licht für die Reise in der Schulzeit.
Als Stabhochspringerin beim LAZ Zweibrücken schlägt Jeanettes Herz für den Sport. „Klar ist es nicht in Ordnung, dass China die Menschenrechte und die Tibeter so unterdrückt. Aber es ist schade, dass das Thema nicht anders geregelt wird“, kommentiert sie das aktuelle Geschehen. Denn für sie steht bei den Spielen der Sport im Vordergrund.
„Ich hoffe, dass ich ganz viel von dem olympischen Feeling mitbekomme, und freue mich, die chinesische Kultur zu erleben“, erzählt Jeanette. Eher zurückhaltend schätzt sie sich aber ein, was das chinesische Essen betrifft: „Da werde ich sicher nicht so viel probieren.“ In Peking wird die Zweibrückerin mit Jugendlichen aus aller Herren Länder zusammen treffen. Auch Ausflüge an die Chinesische Mauer oder der Besuch der „Verbotenen Stadt“ sind geplant.
Vor Ort können die Jugendlichen Wettkämpfe ihrer Wahl besuchen. Acht Eintrittskarten stellt die Sportjugend bereit. „Was ich mir ansehe, werde ich kurzfristig entscheiden. Aber auf jeden Fall will ich mir den Stabhochsprung ansehen“, sagt die LAZAthletin. Beim Frauen-Stabhochsprung tippt sie ohne zu zögern auf die Russin Jelena Isinbajewa: „Die ist immer gut drauf.“ Wer sich bei den Männern die Goldmedaille holt, hänge stärker von der Tagesform der Springer ab. Sie selbst trainiert in der Disziplin, seit sie knapp sieben Jahre alt ist.
Vor Peking möchte Jeanette noch ihre eigene Bestmarke steigern. „3,40 Meter im Sommer würde ich schon gern springen“, das ist die Norm für die Deutsche Jugend-Meisterschaft. Diese findet im Berliner Olympiastadion zwei Wochen vor der Eröffnung der Spiele statt – das wäre eine wahrhaft olympische Einstimmung.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
08.–24.08.2008 Olympische Sommerspiele 2008 Peking (China)