Für Christin Hussong vom LAZ Zweibrücken war die Qualifikation fürs Speerwurf-Finale bei der Weltmeisterschaft in Katar schnell abgehakt. 65,29 Meter im ersten Versuch reichten der amtierenden Europameisterin. Heute Abend geht es um die Medaillen. Mit anderen WM-Teilnehmern hat sie Mitleid.

Doha. Ruckzuck stand Christin Hussong im Finale: „Es war ein relativ einfacher Wurf“, sagte die Speerwurf-Europameisterin nach ihrem WM-Qualifikationswettkampf am Montag in Doha, der nur so halb so lang dauerte wie der Redemarathon, den die Herschbergerin vor den Journalisten zu bestehen hatte. Mit 65,29 Metern legte sie die zweitbeste Weite hinter der Chinesin Lyu Huihui (67,27 m) vor.

„Ich weiß, dass ich fit bin, dass ich dazu gehöre“, strahlte die Topathletin des LAZ Zweibrücken bei ihrer dritten WM-Teilnahme Selbstbewusstsein aus. Über die Konkurrenz macht sie sich keinen Kopf. Neuer Tag, neues Glück – das weiß sie, dafür ist sie nun schon lange genug in der Weltklasse unterwegs. Momentan steht sie auf Rang fünf der Weltbestenliste.

„Ich dachte, es sei viel kälter“

Von Wind hat sie im Stadion nichts gemerkt, „man kann hier offenbar weit werfen“, ließ sie durchblicken. „Ich dachte auch, es sei viel kälter, ich habe ein bisschen viel Kleider mitgenommen“, erzählte sie. Nur dort unten in der Mixed-Zone, da zog es gewaltig. Entsprechend zog sie es dann auch vor, umgehend ins Hotel zurückzufahren, um zu essen, zu regenerieren und zur Physiotherapie zu gehen.

„Wenn man die klimatischen Bedingungen beim Gehen und Marathon betrachtet, sage ich mir, oh, was tun die mir leid, das könnte ich nicht!“ Dass das Stadion nur zu einem Viertel gefüllt war, bedauerte sie: „In der Kurve wurde ordentlich Stimmung gemacht, aber es gibt sicher bessere Austragungsorte.“

Vor Tokio, wo es bei den Olympischen Spielen 2020 kein gekühltes Stadion gebe, hat sie keine Angst: „Man weiß im Vorfeld, worauf man sich einstellen muss. Wenn man sich im Kopf drauf einstellt, kann man das auch erledigen“, sagte die Studentin, die am Dienstag ab 20.20 Uhr MESZ parallel zum LAZ-Kollegen Raphael Holzdeppe ihr Finale bestreitet.

„Morgen das gleiche Spiel“

Udo Hussong gab sich sehr erleichtert. „Es hat wunderbar geklappt, was sie machen sollte. Sie sollte ein bisschen auf rechts achten, weiter nach vorn arbeiten und groß bleiben.“ Speerwerfersprache ist das. „Sie war sehr nervös, aber als wir im Bus waren, gab sie sich fokussiert“, versicherte ihr Vater und Trainer. „Morgen geht es von vorne los, morgen das gleiche Spiel“, weiß er nur zu gut.

Über den Belag konnte er noch nichts sagen. „Draußen waren die gleichen Beläge, da hatte sie keine Probleme“. Mögliche Maßnahme, wenn sie gerutscht ist: „Dann müssen wir die Dornen ändern.“

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
27.09.–06.10.2019 Weltmeisterschaften 2019 Doha (Katar)