Zweibrücken. Sie selbst war wohl am meisten überrascht, als sie die Zeit auf der Anzeigetafel aufleuchten sah. Bei der Sparkassen-Gala am vergangenen Wochenende pulverisierte Sprinterin Sina Mayer vom LAZ Zweibrücken die Qualifikationszeit für die U23-Europameisterschaft im polnischen Bydgoszcz (13. bis 16. Juli) geradezu und lief mit 11,25 Sekunden eine persönliche Bestzeit. Zudem meisterte die 22-Jährige die B-Norm des Deutsche Leichtathletikverbandes (11,33 sec) für die Weltmeisterschaften in London im August sowie die Norm (11,38 sec) für die Universiade in Taipeh. Diesen Schwung will sie jetzt auch zur U23DM, die am Samstag und Sonntag in Leverkusen ausgetragen wird, mitnehmen.

„Das ist wieder ein neuer Wettkampf, da muss man abwarten. Aber eine Medaille wäre schon schön“, hofft Mayer, die herausragende Leistung von Regensburg wiederholen zu können. „Dass ich da so schnell unterwegs sein würde, damit habe ich ehrlich nicht gerechnet. Aber die Bedingungen waren einfach top, irgendwie hat da alles gepasst.“ Nach ihrer langwierigen Fußverletzung, die sie fast ein Jahr außer Gefecht gesetzt hatte, genießt sie es, endlich wieder schmerzfrei laufen zu können. „Ich höre jetzt viel mehr auf meinen Körper. Es ist unheimlich viel Wert, dass der Körper das alles mitmacht, was ich ihm abverlange.“

Für die U23-DM versucht Sina Mayer, sich selbst nicht zu viel Druck aufzuerlegen. Zumal auch die Konkurrenz in den letzten Wochen Topzeiten abgeliefert hat und Ambitionen auf den Titel hegt. „Gerade die Jüngeren sind richtig stark gelaufen“, erklärt die Studentin aus Schönenberg-Kübelberg. So brachte U20-Athletin Jennifer Montag vom ausrichtenden TSV Bayer 04 Leverkusen in Regensburg 11,29 Sekunden auf die Bahn. U18-Europameisterin Keshia Kwadwo (Wattenscheid) lief zuletzt 11,38 Sekunden und auch Lisa Marie Kwayie (Neukölln) präsentierte sich in guter Form. Mayer selbst wäre bei den deutschen Meisterschaften mit einer Zeit „um 11,40 Sekunden zufrieden“.

All seine Kraft will Jonas Klein am Sonntag in die 200 Meter stecken, da ihm ein Start über die halbe Distanz nun doch verwehrt bleibt. Bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften am vergangenen Wochenende steigerte der LAZ-Sprinter seine Bestzeit zwar auf 10,87 Sekunden, allerdings war der Qualifikations-Zeitraum bereits abgelaufen. „Die Meldung über die 100 Meter wurde leider nicht mehr angenommen“, erklärt Vater Klaus Klein, der zugleich sein Trainer ist. Von der Ausbootung lässt sich Jonas Klein aber nicht beirren, im Gegenteil. „Ich sehe das ganz entspannt. Ich kann jetzt top ausgeruht die 200 Meter in Angriff nehmen und dann hoffentlich ein gutes Rennen abliefern.“ Druck verspürt der 18-Jährige ohnehin nicht, er will „einfach viel von der Atmosphäre mitnehmen und von den Topathleten lernen.“ Zumal er in Leverkusen als U20-Starter gegen deutlich ältere Konkurrenz antreten muss. „Jonas soll sich einfach so teuer wie möglich verkaufen. Wenn dann noch eine Zeit unter 22 Sekunden herausspringen würde, wäre das klasse“, sagt Klaus Klein.

Langsam zurück zu seiner Normalform will Nicolas Dietz, der zuletzt mit Problemen beim Anlauf zu kämpfen hatte. „Aus 14 Schritten funktioniert es einfach nicht, ich laufe immer wieder nur durch“, hadert der LAZ-Stabhochspringer seit einigen Wochen mit einer mentalen Blockade. Beim Himmelsstürmer-Cup verkürzte der Bottenbacher daher auf zehn Schritte und schaffte immerhin 4,95 Metern. „Das war ganz okay, ich merke, dass die Basics zurückkehren.“ In Leverkusen möchte er die Fünf-Meter-Marke wieder überqueren.

Als vierte Zweibrücker Starterin ist Hanna Luxenburger für die deutschen U23-Meisterschaften qualifiziert. Die 21-jährige Studentin tritt am Samstag (ab 13 Uhr) im Hammerwurf der Damen an.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
17.–18.06.2017 Deutsche U23 Meisterschaften 2017 Leverkusen (Deutschland)