Raphael Holzdeppe ist das Zugpferd beim 6. Himmelsstürmer-Cup des LAZ Zweibrücken. Im Kampf um die WM-Tickets greifen zahlreiche weitere Spitzenspringer am 10. Juni im Westpfalzstadion zum Stab.

Zweibrücken. Obwohl mittlerweile Routine eingekehrt ist bei der Planung des Himmelstürmer-Cups, wird es für das LAZ Zweibrücken auch vor der sechsten Auflage nicht langweilig. Zwei Wochen vor dem Stabhochsprung-Meeting im Westpfalzstadion am 10. und 11. Juni ist zwar klar, dass sich auf dem Weg zur WM im August in London wieder Weltklasse-Springer messen und um Normen kämpfen werden. Doch das Feld ist noch am rotieren. „Es wird noch bis einen Tag vorher Änderungen geben“, ist sich der LAZ-Vorsitzende Bernhard Brenner sicher. „Es bleibt eine Wundertüte“, fügt sein Stellvertreter und sportliche Leiter Alexander Vieweg bei der Pressekonferenz am Freitag an. Aktuell verschwanden von der vorläufigen Teilnehmerliste zwei hochkarätige Starter: Bei den Frauen die Leverkusenerin Katharina Bauer, weil sie kurzfristig eine Zusage für das World-Challenge-Meeting in Hengelo (Niederlande) bekommen hat. Bei den Männern der Sieger des vorigen Hallenstürmer-Cups, Piotr Lisek, weil er vom polnischen Verband aus bei einem Meeting in seiner Heimat teilnehmen muss. Damit ist der größte Widersacher von Raphael Holzdeppe rausgefallen. „Doch wir sind froh, dass wir Raphael in dem engen Terminfenster als Zugpferd haben – und wir werden sicher noch einen großen Gegenspieler finden“, betont Vieweg. „Das haben wir bisher immer, denn so oft stand Raphi bei uns noch nicht ganz oben.“ Genau einmal: 2016 in der Halle. Einfach wird die Aufgabe für den 27-Jährigen auch dieses Mal keinesfalls. Denn „einen Schlagabtausch der deutschen Springer wird es definitiv geben“, verspricht Vieweg. Denn sie alle – Tobias Scherbarth, Karsten Dilla, Florian Gaul und Malte Mohr – kämpfen um eines der drei WM-Tickets. Zudem gesellen sich alte Bekannte wie Joseph Stanley und Valentin Lavillenie ins Männerfeld. Ein Novum in diesem Jahr: „Erstmals sind mit Holzdeppe, Daniel Clemens und Nicolas Dietz drei Lokalmatadore am Start“, erklärt Brenner. Das tue der Stimmung gut. „Allerdings freut es mich, dass wir wieder neue Gesichter sehen werden.“ Etwa den aufstrebenden Leverkusener Bo Kanda Lita Baehre (5,50 m) und die Schwedin Lisa Gunnarsson (4,47m). Sie bekommt es unter anderem mit der Französin Marion Lotout (4,60 m) und Anjuli Knäsche (4,55 m) zu tun. LAZSpringerin Anna Felzmann wird nach ihrer Verletzung wohl noch passen.

Die Felder mit starken Athleten zu füllen, ist für Brenner allerdings kein Problem mehr. Nach den kräftezehrenden ersten Meetings auf dem Herzogplatz von 2012 bis 2014, was Athletensuche und Aufbau angeht, ist mit dem Umzug vor zwei Jahren Vieles leichter geworden. „Um Werbung für unseren Sport zu machen, waren die Springen auf dem Herzogplatz nötig – und die Zeitpunkte mit Raphis Olympia-Medaille 2012 und dem WM-Titel ein Jahr später waren perfekt“, erinnert sich Brenner. „Wir wussten damals natürlich nicht, dass es so einschlagen würde, aber wir mussten etwas machen, weil wir finanziell an der Grenze waren.“ Zwar finanzierten sich die Meetings, für die je eine ordentliche fünfstellige Summe nötig sei, durch die Einnahmen auch heute nicht von selbst, aber sie legen die Basis für Sponsorengespräche. Im Laufe der Jahre hat sich der Cup so vom Schauspringen in der Innenstadt zu einem hochwertigen Wettkampf entwickelt. „Im Westpfalzstadion haben wir die Möglichkeit, schnell auf Wind und Wetter zu reagieren, uns auf die Wünsche der Athleten einzustellen“, erklärt Vieweg. Ob mit Steg oder ohne, eine Anlaufausrichtung am Wind – das LAZ kann mit besten Bedingungen werben. „Daher ist unser Meeting bei den Athleten sehr gut angesehen. Und es ist zu einer weltweit bekannten Veranstaltung geworden.“

Neu ist, dass – wie bereits im Winter – zuerst samstags ab 16 Uhr die Elite der Frauen, ab 18.30 Uhr die der Männer zum Stab greifen wird, sonntags dann der Nachwuchs (12 Uhr) und das B-Feld (16 Uhr). Eine weitere Neuerung würde Brenner sich zudem wünschen: „Sehr gutes Wetter.“ Anders als bei der Regenschlacht im vergangenen Jahr, als die Nerven und Muskeln der Athleten aufgrund der vielen Unterbrechungen ordentlich auf die Probe gestellt wurden.

Erstmals sind mit Nicolas Dietz, Daniel Clemens und Raphael Holzdeppe gleich drei LAZ-Springer im Elite-Feld der Männer vertreten.
Erstmals sind mit Nicolas Dietz, Daniel Clemens und Raphael Holzdeppe gleich drei LAZ-Springer im Elite-Feld der Männer vertreten. (Fotos: Birkenstock/Kappeler/dpa)
Erstmals sind mit Nicolas Dietz, Daniel Clemens und Raphael Holzdeppe gleich drei LAZ-Springer im Elite-Feld der Männer vertreten.
Erstmals sind mit Nicolas Dietz, Daniel Clemens und Raphael Holzdeppe gleich drei LAZ-Springer im Elite-Feld der Männer vertreten. (Fotos: Birkenstock/Kappeler/dpa)
Erstmals sind mit Nicolas Dietz, Daniel Clemens und Raphael Holzdeppe gleich drei LAZ-Springer im Elite-Feld der Männer vertreten.
Erstmals sind mit Nicolas Dietz, Daniel Clemens und Raphael Holzdeppe gleich drei LAZ-Springer im Elite-Feld der Männer vertreten. (Fotos: Birkenstock/Kappeler/dpa)

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
10.–11.06.2017 Himmelsstürmer-Cup 2017 Zweibrücken (Deutschland)
04.–13.08.2017 Weltmeisterschaften 2017 London (England)