Arad. 61,80 Meter zum Saisonauftakt, das ist mal eine Ansage: Speerwerferin Christin Hussong vom LAZ Zweibrücken gewann mit dieser Weite am Samstag den europäischen Winterwurf-Cup im rumänischen Arad (RHEINPFALZ am SONNTAG berichtete kurz). Die 60-Meter-Norm für die Europameisterschaft in Amsterdam (6. bis 10 Juli) hakte die Herschbergerin damit locker ab.

„Ich bin auf jeden Fall zufrieden“, meinte die 21-Jährige dazu gestern Nachmittag am Telefon, während sie im Stadion gerade noch ihre deutsche Teamkollegin Betty Heidler beim Hammerwurf anfeuerte. Was sie sich vorgenommen hatte – weiter zu werfen als beim Winterwurf-Cup im Vorjahr in Portugal –, löste sie mit knapp einem Meter ein. Da grämte es sie auch nicht, dass sie die Norm für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro (5. bis 21. August) um nur 20 Zentimeter noch verfehlt hatte.

„Jetzt kommt gerade die Sonne raus“, erzählte sie weiter. Die hätte sie bei ihrem eigenen Wettkampf tags zuvor gut gebrauchen können, sie ließ sich aber im Westen Rumäniens, nahe an der Grenze zu Ungarn, nicht blicken. „Es war dann schon kälter als gedacht, mit ziemlich frischem Wind.“ Und weil sie die letzte der 16 Speerwerferinnen war, musste sie 40 lange Minuten auf ihren ersten Versuch warten und bekam kalt. 55,31, 59,32, 59,17, 55,11, 61,80 und 55,56 Meter lautete am Ende ihre erste Serie im wichtigen Olympia-Jahr. Mit ihrem fünften Versuch gewann sie den Wettbewerb vor der Lettin Lina Muze (61,26 m) und der Isländerin Ásdis Hjálmsdóttir (59,53 m).

„Ich hab’ einige technische Fehler gemacht, aber mich auch so richtig durchgekämpft“, meinte sie dazu. Erstmals hatte sie im Wettkampf wieder aus dem langen Anlauf geworfen. „Was wir vorhatten, hat ganz gut geklappt. Die Technik im Wettkampf ist halt doch noch mal eine ganz andere Sache als im Training.“ Wenigstens wisse sie jetzt auch genau, woran sie noch arbeiten müsse. Insgesamt fand sie: „Auf den Wettkampf kann man gut aufbauen.“

Morgen geht es für die Studentin der Sportwissenschaft, die im Sommersemester sportbedingt eine Pause einlegt, mit dem Team zurück nach Deutschland. Nach kurzer Verschnaufpause steht dann ab Ostermontag ein mehrwöchiges Trainingslager im warmen Südafrika an.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
12.–13.03.2016 Winterwurf-Europacup 2016 Arad (Rumänien)