Nach einer kurzen Ruhephase zwischen den Weihnachtstagen läuft das Sportgeschehen langsam im neuen Jahr wieder an. Während die Handballer der VTZSaarpfalz und des SV 64 Zweibrücken in der Regionalliga beziehungsweise Oberliga die Rückrunde bereits eingeläutet haben, läuft auch bei den Fußball-Vereinen nach der rund vierwöchigen Winterpause wieder der Trainingsbetrieb an. Auch die Athleten des Leichtathletikzentrums (LAZ) Zweibrücken haben bei den Pfalzund Rheinland-Pfalz-Meisterschaften in Ludwigshafen schon die ersten Leistungsüberprüfungen erfolgreich absolviert.

Dabei haben die Hallensportarten, abgesehen von den VTZSnipers, die ihre Mannschaft abmelden mussten, angesichts der winterlichen Bedingungen die wenigsten Schwierigkeiten. Dagegen klappern bei den Fußballern doch hie und da einmal die Zähne bei der Vorbereitung auf den weiteren Verlauf der Rückrunde.

Doch Gradmesser für die Spieler oder Athleten, ganz gleich in welcher Sportart, ist der Wettkampf. Hier zeigt sich, an welchen Stellschrauben noch nachjustiert werden muss, wo noch Handlungsbedarf besteht. Während der Einzelsportler hier gemeinsam mit seinem Trainer sich selbst hinterfragen muss, müssen bei den Mannschaftssportarten doch viele Rädchen ineinandergreifen, damit am Ende ein erfolgreiches Ganzes verbucht werden kann.

Bisher scheinen bei den personellen Entscheidungen der Fußball-Zweitligist 1. FC Kaiserslautern und der Oberligist SVN 1929 Zweibrücken alles richtig gemacht zu haben. Beide Vereine stehen in ihren Klassen an der Tabellenspitze, bei beiden sind die Neuverpflichtungen den Anforderungen voll und ganz gerecht geworden. Vordergründig erscheint der Teamgeist, der auch an der Auswechselbank nicht halt macht, der Schlüssel zum Erfolg zu sein, wie dieser Tage der Aufsichtsratsvorsitzende des 1. FCK, Dieter Rombach, im Merkur-Interview erklärt hatte. Auch der Trainer des SVN, Peter Rubeck, wird nicht müßig, den Siegeswillen seiner 18 Spieler als Basis für den steilen Siegeszug zu rühmen. Hier scheint sich der antiquierte Slogan „Elf Freunde müsst Ihr sein, um Siege zu erringen“ anhand der Ergebnisse erneut zu bewahrheiten.

Doch stellt der sportliche Erfolg an die Verantwortlichen beider Vereine hohe logistische Anforderungen. Beide Vereine müssen schon zu diesem frühen Zeitpunkt die Weichen für die kommende Saison stellen. Das heißt auf den ersten Blick, zweigleisig zu fahren. Der 1. FCK muss sowohl für die Zweite als auch für die Erste Bundesliga planen. Der SVN steht vor der Hürde Oberliga oder Regionalliga.

Doch hinkt der Vergleich etwas. Während es für den 1. FCK fast überlebenswichtig ist, in die Bundesliga aufzusteigen, können die Niederauerbacher etwas entspannter den neuen Herausforderungen entgegensehen. Allerdings sind die Anforderungen seitens des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nicht zu verkennen. Da muss schon reiflich überlegt werden, ob dieser Schritt gewagt werden soll. Angesichts der bisherigen Erfolgsbilanz sollte der SVN-Vorsitzende Richard Denger mit seinem Team nicht davor zurückschrecken, die Gelegenheit beim Schopf zu packen. Allerdings müssen die DFB-Auflagen für eine Lizenzierung auch zu leisten sein. Bis 1. März muss eine Entscheidung gefallen sein.

Ganz gleich, wie die Entscheidung ausfällt, eines ist gewiss: Der SVN ist mit seinen Erfolgen in sportliche Sphären vorgedrungen, an die vor rund eineinhalb Jahren beim Oberliga-Aufstieg niemand zu hoffen gewagt hat. Der SVN hat es nicht nur mit seiner Namensänderung geschafft, dass Zweibrücken auch auf der fußballerischen Landkarte kein weißer Fleck mehr ist. Da haben die Handballer der VTZ-Saarpfalz noch einen kleinen Vorsprung. Sie spielen schon seit geraumer Zeit in der Regionalliga, vor deren Aufstieg der SVN noch steht. Doch auch die VTZ hat ihre Visionen, will sie doch der Reform des Deutschen Handball-Bundes ab der kommenden Saison trotzen und sich für die neue Dritte Liga qualifizieren.

Allerdings steht zu befürchten, dass beim SVN in der Regionalliga oder bei der VTZ-Saarpfalz in der Dritten Liga die Etats an die neuen sportlichen Herausforderungen angepasst werden müssen. Dabei dürfen die erprobten Vereinsstrukturen aber nicht ins Wanken geraten. Angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung im Armenhaus Westpfalz sicher kein leichtes Unterfangen, selbst bei Subventionierungen durch Fernsehgelder oder Verbandszuschüssen. Und hier schließt sich wieder der Kreis, ob Einzelathlet oder Mannschaft. Die Finanzierung dieser sportlichen Höhenflüge muss in den Vereinen über Sponsoren abgesichert werden. Erfolg hat bekanntlich seinen Preis.