Citius, altius, fortius – schneller, stärker, weiter. Diesem Wahlspruch bei Olympischen Spielen eifern auch die Zweibrücker Amateur- und Leistungssportler in diesem Jahr nach. Das ist ein gesundes Unterfangen, denn jeder Sportler, ganz gleich, auf welchem Leistungsniveau, erhebt für sich den Anspruch, sich zu verbessern. Bei diesem Anforderungsprofil halten sich Sport und Beruf die Waage.

Allerdings ist es für den Leistungssportler weitaus schwieriger. An ihn werden von der Öffentlichkeit, aber auch von Vereinsseite, weitaus größere Anforderungen gestellt. Die Erwartungshaltung ist größer. Diesem Druck standzuhalten, ist besonders für den Einzelsportler nicht leicht, da seine Leistung ablesbar ist. Bei einer Elf garantiert oftmals die geschlossene Mannschaftsleistung schon den Erfolg. Obwohl von den Trainern nicht minder daran gearbeitet wird, den Einzelnen nach vorne zu bringen. Das hat in einem Gespräch der Trainer des SVN 1929 Zweibrücken, Peter Rubeck, unterstrichen. Der 49-Jährige erhebt an sich den Anspruch, jeden Einzelnen seiner jungen Spieler nach vorne zu bringen. Das ist oftmals schwierig, nach außen zu dokumentieren, sofern sie nicht zur Stammelf gehören oder eingewechselt werden. Die Leistungen der so genannten „Trainingsweltmeister“ werden von der Öffentlichkeit weniger registriert.

Deshalb war der SVN-Trainer auch enttäuscht, dass die jungen Spieler Yannik Rinner und Patrick Seidel bereits nach einem halben Jahr den Oberligisten zum Jahresende wieder verlassen haben. Obwohl bei den beiden 18-Jährigen durchaus Fortschritte zu erkennen waren. Doch für einen Stammplatz oder ständige Einwechslungen hat es noch nicht gereicht. Sicherlich spiegelt sich das auch im Portemonnaie, sprich den Einsatzprämien wider. Für viele ist dies schon ein Gradmesser.

Bei den Fußballern ist die Hektik am Spielfeldrand weitaus größer, werden mehr Emotionen von außen ins Spiel hineingetragen, als dies bei Veranstaltungen in der Leichtathletik und insbesondere beim LAZ Zweibrücken ist. Hier wird den Trainern die Kompetenz eingeräumt, die sie sich durch ihre qualifizierte Arbeit, gepaart mit Erfolgen, erarbeitet haben. Ihre Reputation ist weitaus höher als bei einem Fußballtrainer, dessen Vergänglichkeit schon in einer Reihe von Niederlagen gipfelt. Das musste auch der Trainer des Handball-Oberligisten VTZ-Saarpfalz, Christoph Luck, erkennen, für den der Druck mit jeder Niederlage größer wurde. Hier werden primär die Trainer an den Pranger gestellt, wenn die Mannschaft nicht funktioniert. Hier greifen die Mechanismen weitaus schneller als bei Trainern von Einzelsportlern. Das zeigt sich auch in den weitaus geringeren Vereinswechseln. Stabhochspringerin Franziska Kappes und Hürdensprinter Jens Werrmann vom LAZ, die zu Bayer Leverkusen beziehungsweise dem LAZ Leipzig wechselten, sind da schon die Ausnahme. Vordergründig waren die schulischen Vorteile und bessere Trainingsbedingungen.

Ganz anderes sind die Reaktionen bei Einzelleistungen. Bestes Beispiel ist der LAZ-Heim- und DLV-Bundestrainer der Damen im Stabhochsprung, Andrei Tivontchik. Er ist gleichzeitig auch Trainer des Olympia-Achten von Peking 2008, Raphael Holzdeppe. Dabei werden nicht sofort Zweifel an dessen Kompetenzen laut, wenn der 21-Jährige oder seine Vereinskameradin Kristina Gadschiew bei einem Stabhochsprungwettbewerb einmal nicht „funktionieren“. Dabei geht nicht gleich ein Aufschrei durch die Lande, werden Fähigkeiten infrage gestellt. Dabei ist deren Aufgabe keineswegs leichter als bei den Mannschaftssportlern. Nur sind die Ziele etwas anders gelagert. Bei den Leistungssportlern werden im Allgemeinen zwei oder drei Saisonziele definiert, die in der Regel über Qualifikationen aufeinander aufbauen. Da wird auch die Messlatte angelegt, wird eruiert, ob das Leistungsprofil den Ansprüchen genügt. Da sich daraus auch wieder die Zuschüsse von den Verbänden definieren oder Erfolge in den Mannschaftssportarten Sponsoren anlocken.

Aber in den Einzelkonkurrenzen rücken die Leistungssportler immer enger zusammen, wird der Druck größer. Bei der Spitze entscheidet oftmals die Tagesform. Noch enger ist die Leistungsdichte bei den Schwimmern mit den Zeitabständen. Hier reichen die Hundertstel hinter dem Komma schon nicht mehr aus, da sind die Tausendstelstellen Standard. Damit müssen auch die Athleten der Wassersportfreunde Zweibrücken kämpfen.

Umso erstaunlicher ist es, dass sich die Schwimmer aus Zweibrücken, wie auch die LAZLeichtathleten, in der nationalen Spitze behaupten. Dafür stehen neben den Athleten aber auch die Trainer gerade, die schon in den Talentpools die entsprechenden Weichen stellen, dass die Zweibrücker auch im OSP an der Saarbrücker Sportschule über das jeweilige Stehvermögen verfügen. Nachdem die Hightech-Anzüge den knielangen Badehosen gewichen sind, haben sich die Leistungen weitestgehend wieder angeglichen.

Hier legen die Stoppuhr, wie auch bei den Leichtathleten und dort noch zusätzlich das Maßband gnadenlos ein Zeugnis über die Leistungen ab. Die Ergebnisse sind ein unerschütterlicher Gradmesser. Sie können nicht schön geredet werden, wie bei der Einzelleistung in den Mannschaftssportarten.

Grundsätzlich gilt im Sport. Der Erfolg ist die Messlatte, die von den Sportlern bewusst immer höher gelegt wird.