Zweibrücken. In zwei Tagen ist es so weit. Die deutsche Stabhochsprung-Elite misst sich mit internationalen Spitzenspringern beim 4. Himmelsstürmer-Cup des LAZ Zweibrücken. Dieses Mal jedoch nicht auf dem Herzogplatz, sondern im Westpfalzstadion. Über das Meeting, die Termin und Standortverlegung sowie das hochkarätige Teilnehmerfeld spricht Merkur-Redakteurin Svenja Kissel mit Bernhard Brenner, LAZ-Vorsitzender, und dem sportlichen Leiter Alexander Vieweg.

Herr Brenner, Herr Vieweg, die vierte Auflage des Himmelsstürmer-Cups findet erstmals nicht am 15. August, sondern bereits im Juni statt. Wenn Sie das Teilnehmerfeld für das kommende Wochenende betrachten, sehen Sie sich in der Terminverlegung bestätigt?

Bernhard Brenner: Definitiv ja, gar keine Frage. Die Terminverlegung tut dem Teilnehmerfeld gut. Viele Athleten wollen unseren Wettkampf als Quali-Chance vor der WM mitnehmen. Es gab deutlich mehr Anfragen von Sportlern als in den vergangenen Jahren.

Alexander Vieweg: Absolut sehen wir uns bestätigt. Wir haben die derzeit besten deutschen Springer, zahlreiche Männer, die über 5,70 Meter springen können. Zudem bei den Frauen Top-Springerin Silke Spiegelburg. Viele wollen das Meeting zur Erfüllung der WM-Norm nutzen. Zudem ist es das letzte Wochenende, an dem sich die Athleten für die Universiade empfehlen können. Das kommt uns entgegen.

Gilt das gleiche für die Standortverlegung vom Herzogplatz in der Innenstadt ins Westpfalzstadion? Welche Vorteile sehen Sie hier?

Vieweg: Die Athleten werden hier Luxusbedingungen vorfinden, die es so sonst glaube ich nirgendwo gibt. Auf zwei Anlagen kann aus vier möglichen Anlaufrichtungen gesprungen werden. Auf einem Steg oder vom Boden aus. Aus welcher Richtung letztendlich angelaufen wird, darüber entscheiden die Athleten im Vorfeld abhängig von den Windbedingungen selbst. Die Athleten können sich im Innenraum, der ihnen vorbehalten ist, und in der Halle in aller Ruhe warm machen. Auch die Nähe zum Rosengartenhotel, in dem die meisten Springer untergebracht sind, ist optimal. Die Athleten können herkommen, ihre Stäbe bei uns unterbringen und sogar zu Fuß zum Hotel laufen. Wir sind auch dem Wetter nicht so ausgeliefert. Sollte es regnen, können wir den Wettkampf unterbrechen und alle in der Halle unterbringen.

Haben Sie Befürchtungen, dass der Umzug ins Westpfalzstadion das Meeting Zuschauer kosten wird?

Vieweg: Das kann natürlich sein. Aber ich glaube nicht, dass die Menschen, die im vergangenen Jahr bei Regen da waren, Laufkundschaft waren. Ich hoffe, der Sonntag kommt uns entgegen und das Athletenfeld. Dass die Zuschauer dies anerkennen. Aber da bin ich zuversichtlich. In dem Starterfeld befinden sich 50 bis 60 Prozent der Diamond-League-Teilnehmer. Das bekommt man sonst so nah vor der Haustür und dann auch noch bei freiem Eintritt nirgendwo geboten.

Die Kulisse auf dem Herzogplatz war aber schon etwas Besonderes.

Vieweg: Natürlich war die Kulisse vor dem Rathaus sehr schön, aber es überwiegen im Westpfalzstadion die Vorteile. Es ist jetzt einfach kein Show-Springen, sondern ein internationaler Qualifikations-Wettkampf. Ich gebe mir immer so viel Mühe wie möglich, unsere Veranstaltungen für den Zuschauer so interessant wie möglich zu machen. Dieses Mal sollen aber auch die Athleten die bestmöglichen Bedingungen bekommen. Schön wäre es, wenn die Zuschauer mit ihrer Stimmung dazu beitragen und den Leistungen der Athleten Tribut zollen.

Ist es das Ziel, auch die künftigen Meetings, den Hallen- und Himmelsstürmer-Cup, im Westpfalzstadion sowie in der Dieter-Kruber-Halle an den nun gewählten Terminen auszutragen oder wird ein Umzug in die Innenstadt erwogen?

Vieweg: Nein. Es wird keinen festen Termin geben, es kann sich mal um ein, zwei Wochen verschieben, aber der Zeitraum soll bleiben, ebenso wie der Standort. Die Athleten sollen die Möglichkeit haben, unser Meeting zur Qualifikation für die Großereignisse nutzen zu können.

Brenner: Das haben wir beim Hallenstürmer-Cup bemerkt, den wir nach der EM durchgeführt haben. Da war es große Mühe, an Springer zu kommen. Da ist die Spannung bei den meisten einfach raus. So setzen wir die Termine, dass die Wettkämpfe interessant sind für Athleten, die noch eine Norm brauchen.

Spielt die einfachere Logistik eine Rolle bei der Entscheidung?

Vieweg: Natürlich. Bereits unter der Woche sind die ersten Stände aufgebaut worden, der größte Teil erfolgt heute. Selbst wenn wir die zweite Anlage neben der bereits bestehenden auf der Laufbahn aufbauen müssen, entfallen die Transporte zum Herzogplatz. Wir müssen nicht ewig den Steg ausrichten, unterfüttern. Haben einen stabileren Anlauf. Zudem können wir die Anlage nach dem Wettkampf stehen lassen und müssen nicht alles gleich abbauen, weil am nächsten Morgen in der Stadt ein Markt ist. Wir können die Anlagen vorher aufbauen, locker vier Tage stehen lassen.

Brenner: Und nachts keine aufgeklebten Markierungen abkratzen (lacht). Natürlich ist die Organisation der ersten Veranstaltung jetzt größer, aber das wird sich einspielen.

Und es ist auch kein Problem, die Veranstaltung über zwei Tage laufen zu lassen?

Vieweg: Auch ein positiver Punkt. Es war uns wichtig, dass sich auch der Nachwuchs seinen Freunden und Familien präsentieren kann. Der Samstag bietet sich dazu super an. Zudem ist es gut, deren Wettkampf als Probelauf für Sonntag zu haben und eventuell noch nachjustieren zu können.

Die Teilnehmerfelder bei der Elite sind entgegen der ersten Planung doch recht groß geworden.Wie wird der Wettkampf ablaufen?

Vieweg: Zunächst springen am Sonntag ab 14 Uhr die Frauen. Sie wählen, auf welcher Anlage sie springen. Ebenso die Männer, die gegen 16.30 Uhr einsteigen. Anschließend wird in Aund B-Finale unterschieden. Die Felder werden absprechen, wer auf welcher Anlage springt, so wird es einen ständigen Schlagabtausch geben.

Brenner: Interessant ist, dass beim zurückliegenden Hallenmeeting vor allem das Frauenfeld sehr stark besetzt war. Da einige der besten Springerinnen nun beim parallel stattfindenden Meeting in New York antreten, sind es dieses Mal wieder die Männer, die uns sicher einen spannenden Wettkampf bieten werden.

Was wünschen Sie sich für den anstehenden Himmelsstürmer Cup?

Brenner: Dass Wetter und Wind mitspielen. Derzeit ist es wechselhaft vorausgesagt. Nicht zu heiß, trocken – und konstanter Wind wären perfekt (schielt dabei auf die Wettervorhersage auf seinem Handy). Und es sieht schon wieder besser aus (lacht).

Haben Sie sich eine bestimmte Zuschauerzahl als Ziel gesetzt?

Vieweg: Nein, was kommt das kommt. Es ist Tag X dieser Veranstaltung, wir schauen, was passiert. Wir können uns nur Gedanken machen, wie wir es möglichst attraktiv für die Zuschauer gestalten. Dann müssen wir abwarten und hoffen, dass es angenommen wird. Sicher kann es in den kommenden Jahren noch wachsen, aber von Grund auf sind wir positiv.

Brenner: Wir haben nun drei Jahre Werbung für den Sport in der Innenstadt gemacht. Wir hoffen einfach, dass es die Menschen auch hierher zieht.

Starterfeld Elite der Frauen, sonntags ab 14 Uhr:

Silke Spiegelburg (Saisonbestleistung 4,55), Angelica Moser 4,41, Anna Felzmann 4,40, Martina Schultze 4,40, Kira Grünberg 4,31, Gina Reuland 4,30, Annika Roloff 4,25, Chloe Henry 4,21, Fanny Smets 4,15, Carolin Hingst 4,21, Kristina Gadschiew 4,10, Jasmine Moser 4,05.

Starterfeld Elite der Männer, sonntags ab zirka 16.30 Uhr:

Thiago Braz (Saisonbestleistung 5,86), Raphael Holzdeppe 5,80, Carlo Paech 5,75, Kevin Menaldo 5,71, Valentin Lavillenie 5,70, Tobias Scherbarth 5,60, Hendrik Gruber 5,54, Karsten Dilla 5,50, Marvin Caspari 5,50, Mareks Arents 5,50, Michel Frauen 5,40, Daniel Clemens 5,40, Florian Gaul 5,35, Mitch Greeley 5,30, Tom Konrad 5,20, Stanley Joseph 5,20, Mickael Guillaume 5,00.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
13.–14.06.2015 Himmelsstürmer-Cup 2015 Zweibrücken (Deutschland)