Zweibrücken. An Traditionen wie dem Talent-Cup hält das LAZ Zweibrücken seit Jahren fest. Heute findet dieser wieder in der Dieter-Kruber-Halle statt. Dennoch ist der Verein auch offen für Veränderungen. Mit Merkur-Redakteurin Svenja Hofer sprach der sportliche Leiter Alexander Vieweg über das Nachwuchskonzept des Vereins und die gestiegenen Anforderungen, die Athleten zu halten.

Herr Vieweg, dem LAZ Zweibrücken ist es wichtig, sich stets weiterzuentwickeln. Große Tradition hat allerdings der Talent-Cup, der heute wieder stattfindet. Warum ist dieser für den Verein so wichtig?

Vieweg: Schon früher ist der Talent-Cup wichtig gewesen als Bindeglied zu den Schulen. Mittlerweile haben wir mit dem Helmholtz-Gymnasium eine Kooperation und arbeiten auch mit dem Hofenfels zusammen. Damit kommen wir aber selten an Altersgruppen, die noch nicht im Verein aktiv sind. Wichtig dazu sind die Grundschulen – die Kinder im Alter von sieben bis elf Jahren, die vielleicht noch nicht wissen, wohin die Reise sportlich geht. Der Talent-Cup bietet uns die Möglichkeit, genau diese Altersgruppe zu versammeln und zu sichten. Bei Veranstaltungen wie dem Hügelstürmer-Cross, bei dem wir auch die Schulwertung einbeziehen, sind wir abhängig davon, wen die Schule uns schickt. Häufig sind es genau die Sportler, die schon bei uns aktiv sind. Wir wollen aber ja die anderen erreichen.

Daher wurde auch beschlossen, keine LAZler mehr am Talent-Cup teilnehmen zu lassen?

Vieweg: Ja, den Talent-Cup beibehalten wollten wir auf jeden Fall. Wir haben ihn dahin gehend verändert, dass er sich nur an Grundschulen richtet und keine Sportler vom LAZ teilnehmen. So haben auch die anderen die Chance, sich zu zeigen. Zudem haben wir die Disziplinen etwas angepasst, etwa den Lauf rausgenommen. Dafür gibt es den Hügelstürmer-Cross.

Kann man Zahlen nennen, wie viele Athleten hängen bleiben?

Vieweg: Das ist ganz unterschiedlich. Wir geben Infozettel heraus an die Talente, die den Trainern auffallen. Sie kommen einer Einladung zum Training gleich. Die Trainer sprechen die Athleten auch gezielt an. Von zehn sind vier bis fünf aber bereits im Fußball oder Handball aktiv. Wenn dann einer hängen bleibt, ist das gut. Ein einziger kann schon sehr viel Wert sein. Wenn man die alten Fotos des Talent-Cups aus Krubers Zeiten anschaut, kann man zahlreiche Top-Athleten des LAZ im Kindesalter darauf finden.

Reicht eine Veranstaltung wie der Talent-Cup aus, um neuen Nachwuchs zu begeistern?

Vieweg: Nein. Wir wollen die Talentsichtung auch weiter ausbauen. Wir wollen noch präsenter werden in Schulen. Wir können froh sein mit unserer eigenen Halle, in der die Schulen oft sind. Allerdings fehlen auch hier wieder die Grundschulen.

Welche Rolle spielen die Hallen- und Himmelsstürmer-Cups sowie Erfolge wie der WM-Titel 2013 von Raphael Holzdeppe für den Nachwuchs-Zulauf?

Vieweg: All unsere Veranstaltungen sind neben dem attraktiven sportlichen Wettkampf auch Werbung für unseren Verein. Kurz nach den Events können wir immer einen Zulauf verzeichnen. Raphaels WM-Titel hat natürlich auch einen großen Schwung gebracht. Die Top-Athleten als Vorbilder für den Nachwuchs sind wichtig.

Ist die schwierigere Aufgabe, den Nachwuchs dann zu halten?

Vieweg: Auf jeden Fall ist es schwer, den Nachwuchs zu halten. Wenn man die Schwankungen in den Mitgliedszahlen anschaut, ist das beachtlich. Wir liegen immer um die 500, aber gerade nach unseren Events kommen viele dazu, einige verlassen uns aber auch. Ich glaube, das liegt heutzutage auch daran, dass der gesellschaftliche Druck so hoch ist. Es geht alles sehr schnell. Abitur nach der zwölften Klasse, Studium, Ausbildung gleich flott hinterher. Das in Verbindung mit Leistungssport ist nicht einfach. Als Spitzensportler schaffst du es nach dem Abi entweder in die Sportfördergruppe, zur Polizei, zur Bundeswehr oder zum Bundesgrenzschutz. Oder du musst ein Studium finden, das du neben dem Sport hinbekommst. Das wird mit Bachelor immer schwieriger. Du musst dich entscheiden: Profi oder nicht. Da steigen auch die Anforderungen an einen Verein, der die Voraussetzungen schaffen muss, dass die Top-Athleten neben dem Training ihre Arbeit oder Studium unter einen Hut bringen. Daran arbeiten wir.

Das LAZ hat sich aber auch weg bewegt vom reinen Leistungssport-Gedanken.

Vieweg: Ja, wir haben uns Stück für Stück wegbewegt vom radikalen Leistungssport. Den Amateur- vom Spitzensport abzutrennen, wie es beim LAZ vor einiger Zeit das Ziel war, ist kompletter Unsinn. Es gibt ohne Amateur- keinen Profisport und ohne Profis keine Amateure. Wir haben uns für den Breitensport so geöffnet, dass wir aber auch mehr Trainer brauchen, die das auffangen.

Ihr habt weitere Trainer engagiert?

Vieweg: Ja, wir wollen eine größere Konstanz für die Athleten. Wir sind dabei, einen neuen hauptamtlichen Trainer einzustellen. Todd Henson kehrt nach Florida zurück. Neu sind Anna Pulich (U8), Pervin Taze (U10) und Ulrike Beyerlein, die drei Mal wöchentlich die U14 trainiert. Damit sind wir bei 17. Wir haben seit ein paar Jahren eine Krabbelgruppe für Kids ab drei Jahren. Hier werden mittlerweile über 20 Kinder spielerisch herangeführt. Katrin Krause bietet neben dem Training ihrer Wettkampfgruppen auch eins für Freizeitsportler an. So haben wir die Breitensport-Sequenz gut abgedeckt.

Der sportliche Leiter und Speerwerfer Alexander Vieweg erklärt dem Nachwuchs beim Talent-Cup die Übungen.
Der sportliche Leiter und Speerwerfer Alexander Vieweg erklärt dem Nachwuchs beim Talent-Cup die Übungen. (Foto: Wittenmeier)

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
20.11.2015 Talent-Cup 2015 Zweibrücken (Deutschland)