Zweibrücken. Ganz hoch hinaus geht es am 12. Juni wieder im Zweibrücker Westpfalzstadion. Dann, wenn sich bereits zum fünften Mal internationale Spitzen-Stabhochspringer beim Freiluft-Meeting des LAZ messen. Mit dabei ist auch Lokalmatador Raphael Holzdeppe. Über die Entwicklung des Events, das Teilnehmerfeld und die Wünsche für das Springen sprach Merkur -Redakteurin Svenja Hofer mit dem LAZ-Vorsitzenden Bernhard Brenner und dem sportlichen Leiter Alexander Vieweg.

Herr Brenner, Herr Vieweg, mit großen Schritten geht es Richtung Himmelsstürmer-Cup – die mittlerweile fünfte Auflage. Wie hoch ist der Stresspegel derzeit?

Bernhard Brenner: Zu tun gibt es immer etwas. Aber das wird es auch bis zum letzten Tag – ob mit den Veränderungen im Teilnehmerfeld oder dem Aufbau.

Alexander Vieweg: Dennoch hat sich mittlerweile Vieles eingespielt, auch mit den Helfern und Partnern. Man kann sich auf vorhandene Pläne stützen.

Wie sieht das Springerfeld zum jetzigen Zeitpunkt aus?

Brenner: Wir hatten schon recht früh einige feste Zusagen. Bei den Männern derzeit neun. Zu den Zweibrückern gesellen sich drei weitere deutsche Springer: die Leverkusener Tobias Scherbarth, deutscher Meister von 2014, Karsten Dilla sowie Vorjahressieger und Meetingrekord-Halter (5,80 m) Carlo Paech. Dazu kommen zwei in Zweibrücken bereits bekannte Gesichter: der Schweizer Marquis Richards und der Amerikaner Mitch Greeley. Auch zwei Neue sind dabei. Der erst 17-jährige Brite Adam Hague, der im vergangenen Jahr 5,60 Meter überquerte, und der Schwede Melker Svard Jacobsson. Auf ihn freue ich mich besonders. Nach zwei von Verletzungsmisere geplagten Jahren hat er zu Beginn dieser Saison gleich 5,70 Meter überquert. Weitere Anfragen laufen.

Und bei den Frauen?

Brenner: Hier stehen derzeit sechs Springerinnen fest. Vorjahressiegerin und Meeting-Rekordhalterin (4,60 m) Silke Spiegelburg wird es dieses Mal nicht so einfach haben wie im vergangenen Jahr (lacht). Neben ihr sind im vorläufigen Starterfeld die Schweizerin Angelica Moser, Katharina Bauer, die die Olympianorm bereits abgehakt hat, sowie die zwei Schwedinnen Malin Dahlström und Michaela Meijer vertreten. Hinzu kommt Lokalmatadorin Anna Felzmann und je nach Form auch Kristina Gadschiew.

Vieweg: Neue Meetingrekorde könnten also wieder fallen.

Plant Raphael Holzdeppe den Auftakt nach seinem mehrfachen Bänderriss im Fuß weiterhin beim heimischen Event?

Vieweg: Ja, bei Raphi läuft es weiter gut, er ist voll im Plan der Ärzte und Trainer. Wir hoffen, dass er in Zweibrücken in die Sommersaison einsteigen und gleich die Norm für Olympia (5,70 m, Anm. d. Red.) abhaken wird. Sollte er schon früher einen Wettkampf springen können, freut es uns natürlich auch.

Haben Sie sich bei der Teilnehmerzahl ein Limit gesetzt?

Vieweg: Felder mit mehr als 13, 14 Springern gehen nicht. Das wäre zu lange für Zuschauer und Athleten. Deshalb haben wir das B-Feld eingeführt, das nach dem Nachwuchs samstags bei gleichen Bedingungen springen kann. Wenn es bei den Elitefeldern mehr als zehn sind, müssen wir auf zwei Anlagen gehen, damit es nicht zu lange dauert. Diese Möglichkeit haben wir ja.

Fällt es nach jeweils vier Himmels- und vier Hallenstürmer-Cups leichter, Athleten für das Meeting zu begeistern?

Brenner: Es wird nicht einfacher, das Ganze zu koordinieren, aber es ist auf jeden Fall leichter, Athleten zu bekommen. Die zahlreichen Anfragen zeigen, dass wir weiter wachsen. Die Rückfragen der Athleten steigen. Wir haben mittlerweile den Luxus, einige Athleten erst einmal vertrösten zu können. So kann sich bis einen Tag vor dem Meeting an dem Feld noch stetig etwas ändern. Das hat sich vor allem beim letzten Hallenstürmer-Cup gezeigt. Der dortige U20-Weltrekord durch die Finnin Wilma Murto hat sicher auch noch mal einen Schub gebracht. Gerade mit den Athleten aus Schweden. Wir merken an den frühen Zusagen auch, dass 2016 mit Olympia ein besonderes Jahr ist. Die Sportler wollen ihre Termine frühzeitig planen.

Gerade in dem vollgepackten Jahr war es sicher nicht einfach, überhaupt einen geeigneten Termin für das Meeting zu finden.

Brenner: Anfang Juli ist EM, es ist Olympia. Es war wirklich nicht so einfach. Der 12. Juni ist für uns nun aber eigentlich ein idealer Termin.

Vieweg: Eine Woche vor der DM liegt er perfekt. Wer die Norm noch nicht hat, kann es bei uns versuchen. Auch für die EM-Norm ist der Wettkampf für viele sicher interessant. Im Vergleich zum ersten Himmelsstürmer-Cup auf dem Herzogplatz ist in dieser Hinsicht viel passiert. Hier im Stadion bieten wir bei gutem Wetter perfekte Bedingungen. Diese guten Möglichkeiten können für Athleten, die eine Norm abhaken wollen, entscheidend sein.

Brenner: Und das wir hier gute Bedingungen haben, haben wir im vergangenen Jahr gezeigt. Auch die Möglichkeit, unabhängig von der Windrichtung mit unseren vier Anlagen immer Rückenwind bieten zu können. Bei Stabhochsprung-Wettkämpfen, bei denen es nur eine Anlage gibt, kann der Wind entscheidend sein. Wir können einen Tag vorher je nach Prognosen wählen, wie wir aufbauen.

Vieweg: Dann werden wieder Wetter-Apps studiert, um die bestmöglichen Bedingungen zu schaffen. Es ist eben kein Show-Springen, sondern ein angemeldeter Wettkampf, der auch für Normen des Welt- und nationalen Verbandes gültig ist.

Haben Sie nach dem Umzug ins Westpfalzstadion im vergangenen Jahr irgendwo noch Verbesserungsbedarf gesehen?

Vieweg: Das Konzept bleibt, das hat super funktioniert. Beim Entertainment werden wir noch eine Schippe drauflegen.

Die Hilfe beim Meeting kommt vor allem aus dem Verein, wie wichtig ist das?

Brenner: Wir verlangen extrem viel Kraft von Eltern und Athleten. Etwas anderes wäre aber auch gar nicht möglich.

Vieweg: Die Hilfe ist enorm wichtig. Das LAZ stemmt ja alles selbst. Wenn man den Werdegang des Meetings mitgemacht hat und dann sieht: Es ist so groß geworden. Dann macht das auch Spaß. Egal wer es ist, ob Helfer oder Springer wie Raphael – jeder ist da. Das ist nicht selbstverständlich.

Sicher auch nicht, dass einige Helfer bereits eine Woche vor dem Meeting bei den vom LAZ ausgerichteten Landesmeisterschaften am 5. Juni im Westpfalzstadion im Einsatz sind.

Vieweg: Richtig. Eigentlich hätte der Termin früher sein sollen, aber das hat mit der Belegung des Stadions nicht gepasst. Aber es ist uns wichtig, die Leichtathletik in seiner breiten Masse in Zweibrücken anzubieten. Rund 700 Teilnehmer werden bei den Aktiven und der U18 dabei sein. Bis auf Hammer und Hindernis werden alle Disziplinen angeboten. Die Meisterschaft dient auch als Norm-Wettkampf für nationale Meisterschaften. So nutzt etwa Zehnkämpfer Kai Kazmirek den Termin zum Auftakt. Es ist auch für Zuschauer eine gute Gelegenheit, mal andere leichtathletische Disziplinen als nur den Stabhochsprung bei uns hautnah zu erleben.

Noch einmal zurück zum Meeting: Was wünschen Sie sich für das Springen? Gibt es eine erhoffte Zuschauerzahl?

Brenner: Wir hoffen auf ähnlich gute Ergebnisse wie in der Halle. Gerne auch mit solchen schönen Überraschungen wie im letzten Jahr, als der Algerier Hichem Cherabi ohne Stäbe angereist war, von uns welche gestellt bekam und gleich mehrfach nationalen Rekord bis auf 5,50 Meter sprang.

Vieweg: Das war eine brutale Leistung (lacht). Bei den Zuschauern ist es schwer zu sagen. Die Menge ist auch gar nicht so ausschlaggebend: Wichtig ist, dass das Publikum für gute Stimmung sorgt – bislang hat das in Zweibrücken immer sehr gut funktioniert.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
11.–12.06.2016 Himmelsstürmer-Cup 2016 Zweibrücken (Deutschland)