Zweibrücken. Stabhochspringer Raphael Holzdeppe (LAZ Zweibrücken) nähert sich nach einem aufgrund von Verletzungen verkorksten Sportjahr 2016 wieder den altbekannten Höhen. Morgen, 17 Uhr, will er in Belgrad erstmals in seiner Karriere bei Hallen-Europameisterschaften eine Medaille gewinnen.

Am vergangenen Samstag beim Hallenstürmer-Cup in Zweibrücken stand natürlich Raphael Holzdeppe im Mittelpunkt. Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass mit dem Polen Piotr Lisek, der Anfang Februar in Potsdam sechs Meter gemeistert hatte, der aktuell beste Springer des Winters in Zweibrücken zu Gast war. Während Lisek sich ungestört – und vermutlich auch weitgehend unerkannt – in der Dieter-Kruber-Halle bewegen konnte, war Holzdeppe bei seinem Heimspiel ein gefragter Mann: vor allem bei den Medien und bei den jungen Autogrammjägern. Auch wenn Lisek am Ende siegte und Holzdeppe Rang vier belegte.

Auch den Anfang dieser Woche hat Holzdeppe noch zum Training in Zweibrücken verbracht, bevor es am Mittwoch mit der Mannschaft des Deutschen Leichtathletik-Verbandes nach Belgrad ging. Wobei die Übungseinheiten zu Wochenbeginn von der Intensität her deutlich zurückgefahren wurden. „Wir haben nichts Hochintensives gemacht“, sagt Holzdeppe: „Eher Dinge zum entspannen.“ Dinge, die helfen sollen, dass es morgen hoch hinausgeht.

Nach einer von Verletzungen geprägten Saison 2016 ist der aktuelle Deutsche Hallenmeister leistungsmäßig fast wieder da, wo er vor der Sprunggelenksverletzung war. „Es ist nur eine Frage der Zeit, wann ich wieder Höhen von 5,80 Metern springe“, sagt Holzdeppe. Es sind in diesem Winter schon viele richtig gute Sprünge dabei. Man könnte auch sagen, bei den anderen Sprüngen passen zumeist Kleinigkeiten nicht.

Vielleicht ist das morgen, wenn bei der Hallen-EM in Belgrad das Stabhochsprung-Finale der Männer stattfindet, schon anders. „Mein Ziel ist es, eine Medaille zu gewinnen“, so Holzdeppe, der 5,73 Meter als Saisonbestleistung stehen hat. Gold hält er nicht für ausgeschlossen. Auch wenn die Konkurrenz mit Lisek natürlich stark ist. „Es ist alles offen. Aber Piotr ist sehr gut drauf“, sagt Holzdeppes Trainer Andrei Tivontchik. Auch er hält eine Medaille für machbar.

Es wäre das erste Edelmetall für Holzdeppe bei internationalen Hallenmeisterschaften. Denn bislang hat das nicht gepasst. Nur einmal konnte er starten, bei den Hallen-Europameisterschaften 2013 in Prag, als er den achten Platz belegte. Doch großartig Gedanken über die wenigen Teilnahmen macht sich Holzdeppe nicht: „Es gab ja immer Gründe, warum ich nicht dabei war.“

Die Hallen-Weltmeisterschaften 2010 und 2012 verpasste er, weil die nationale Konkurrenz zu stark war, die WM 2014 und 2016 verletzungsbedingt. Und vor der Hallen-EM 2015 unterliefen ihm bei den deutschen Hallen-Meisterschaften drei ungültige Versuche. „Besonders viele Erinnerungen an internationale Hallenmeisterschaften habe ich also nicht“, sagt der Olympia-Dritte von 2012 verschmitzt. Doch schon heute könnten viele positive hinzukommen. Denn er weiß, dass ihm in seiner Medaillensammlung, die unter anderem Edelmetall bei EM, WM und Olympia umfasst, noch eine Plakette fehlt: „Das würde ich natürlich gerne ändern.“ Bereit dafür ist er jedenfalls.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
03.–05.03.2017 Hallen-Europameisterschaften 2017 Belgrad (Serbien)