Mit der One-Man-Show von Konstandinos Filippidis ist gestern Abend das 22. Landauer Stabhochsprung-Meeting zu Ende gegangen. Weil drei Athleten bei 5,57 m scheitern und Raphael Holzdeppe vorsichtshalber aussteigt, reichen dem Griechen 5,67 m zum Sieg.

Landau. Man packe auf den nach Augenmaß 50 x 100 Meter großen Obertorplatz so viele Leute wie möglich, ziehe mittendurch einen Steg, um Unebenheiten auszugleichen, engagiere als Moderator den Jockgrimer Michael Werling und ein paar der weltbesten Stabhochspringer: Das sind die Zutaten des Landauer Stabhochsprung-Meetings, das seit 2011 zum achten Mal in der Innenstadt ausgetragen wurde. So früh am Abend wie gestern durfte noch kein RHEINPFALZ-Bezirksverlagsleiter den Sieger ehren. Um 20 Uhr stand er fest.

13 Mann reihten sich vor Christian Perbandt auf zur Siegerehrung. Den RHEINPFALZ-Cup überreichte er wieder dem Griechen Konstandinos Filippidis, betreut vom Landauer Jochen Wetter, der Stabhochsprung in der Südpfalz groß gemacht hat. Der elfmalige Landesmeister Filippidis hatte auf dem Platz schon 2015 gewonnen, mit Meeting-Rekord von 5,85 m.

So hoch ging es gestern nicht. Sechs Mann waren bei 5,47 m noch im Wettbewerb. Lokalmatador Oleg Zernikel blieb hängen, er belegte mit 5,32 m den sechsten Platz vor dem zweiten Landauer Lamin Krubally (5,17 m). „Mit fehlt ein bisschen die Energie, wir haben Anfang Mai angefangen“, sagte Zernikel. Nach längerer Pause hat er sich zurückgemeldet: „Ich bin freier im Kopf geworden, ich habe gearbeitet, viel trainiert, körperlich wie geistig.“

„Heute sollte es, glaub ich, nicht sein“, sagte Krubally. Beim zweiten Versuch über 5,32 m lag die Latte gefühlt eine Sekunde oben, ehe sie fiel. Ebenfalls „nur“ über 5,17 m kamen Jakob Köhler-Baumann von der LG Filstal und Daniel Clemens vom LAZ Zweibrücken. „Es ist eine schwere Saison für mich“, sagte der 27-jährige Zweibrücker und zählte auf: „beschissene Vorbereitung“, dann verletzt und die DM verpasst. Ihm gehe es noch um ein gutes Ende der Saison, sagte Clemens. Nächsten Chancen: am Freitag in Brüssel, danach in Koblenz. „Es steht noch ein bisschen was auf dem Plan.“ Der Stuttgarter KöhlerBaumann wird am Wochenende in Südtirol springen. „Anlaufgefühl. Tagesform. Die Bedingungen sind gut, es gibt ja sonst keine Ausreden“, sagte der 21-Jährige.

Nach 5,47 m wurden 5,57 m aufgelegt. Filippidis, der deutsche Meister Raphael Holzdeppe und Cole Walsh schienen den Sieg unter sich auszumachen. Auch noch dabei: der Spanier Adrián Vallés, Sieger von 2017, der noch keinen Fehlversuch hatte, und der Brite Charlie Myers.

Walsh ist zum ersten Mal in Europa. Meeting-Chef Dennis Schober erfuhr davon, dass der 24-Jährige nach dem zweiten Platz bei den US-Trials in seiner ersten Profi-Saison zu bekommen ist. „Ich bin auf jeden Fall interessiert“, antwortete er. In den USA sei Walsh eine große Nummer, in Europa sei er noch nicht bekannt.

Walsh scheiterte, Vallés blieb hängen, Myers kam nicht drüber. Holzdeppe signalisierte, dass er so kurz vor der Leichtathletik-WM in Doha aus Sicherheitsgründen aufhört: „Ich habe mir beim Versuch über 5,47 m ein bisschen die Schulter verstaucht.“ Das Publikum hatte es gerade wohlgesonnen aufgenommen, da rannte Filippidis, der als Sieger feststand, schon wieder los: 5,67 m im ersten. Der Obertorplatz jubelte ihm zu.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
14.08.2019 22.Landauer Stabhochsprung-Meeting Landau (Deutschland)