Kaiserslautern. Der Leichtathletikverband Pfalz (LVP) begrüßt es ausdrücklich, dass der viel diskutierte „Finisher-Euro“ wenige Monate vor seiner Einführung auf die Hälfte geschrumpft ist: 50 Cent müssen Laufveranstalter ab 2016 pro Athlet im Ziel bundeseinheitlich entrichten. Darauf hat sich der Verbandsrat des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) verständigt.

Der Plan des Deutschen Leichtathletik-Verbandes hatte die Veranstalter von Volksund Straßenläufen im Sommer des vergangenen Jahres aufgeschreckt: Einen Euro pro Läufer im Ziel – pro Finisher – sollten sie ab dem 1. Januar 2016 an den Verband zahlen (Die RHEINPFALZ berichtete). Hintergrund der bundeseinheitlichen Gebühr, die zu 40 Prozent dem DLV, zu 60 Prozent den Landesverbänden zugute kommen sollte, ist zum einen, dass auch kommerzielle Veranstalter zur Kasse gebeten werden und dadurch die Leichtathletik-Solidargemeinschaft unterstützen sollten – zum anderen hätte der DLV durch den Finisher-Euro offenkundig auch seine Einnahmen gesteigert.

Vor allem den rheinland-pfälzischen Verbänden war ein Euro pro Finisher deutlich zu viel, betont Paul Paszyna, der Präsident des Leichtathletikverbands Pfalz (LVP). Allerdings habe man „schnell festgestellt, dass unsere Einwände nicht mehrheitsfähig sind“ und sich dann „solidarisch erklärt“. Der LVP zog bislang bei Straßenläufen – auf amtlich vermessenen Zehn-Kilometer-, Halbmarathonund Marathonstrecken – 25 Cent pro Finisher ein, bei Volksläufen pauschal 40 Euro. Damit zählten die Pfälzer zu den Verbänden mit vergleichsweise niedrigen Genehmigungsgebühren. Nach Bekanntwerden der Pläne um den „Finisher-Euro“ gingen auch etliche Laufveranstalter auf die Barrikaden. Zwar hatte der DLV von einer „durchlaufenden Position“ gesprochen, weil der „Finisher-Euro“ durch Startgeld-Erhöhung an die Sportler weitergegeben werden solle, doch fürchteten gerade kleine Veranstalter, dass sich das negativ auf die Teilnehmerzahlen auswirken werde.

Mit dem neuerlichen Verbandsratsbeschluss habe man nun „der berechtigten Kritik Rechnung getragen“, teilte DLV-Präsident Clemens Prokop mit. Der Beschluss sieht vor, dass die Genehmigungsgebühr ab 2016 bundeseinheitlich auf 50 Cent pro Finisher festgelegt wird. Ausgenommen bleiben, wie schon in der Ursprungsfassung vorgesehen, „Läufe mit karitativem Zweck“.

Anders als ursprünglich geplant, wird die Gebühr für Läufer ab der Altersklasse U18 erhoben, nicht erst ab U20. Paul Paszyna geht aber nicht davon aus, dass damit durch’s Hintertürchen noch ein paar Euro für den Verband rausgeholt werden sollen. „Dabei handelt es sich ja nur um ein paar Teilnehmer“, sagt er, „das wurde einfach bei den meisten Landesverbänden bislang schon so gemacht, dem hat man sich nun angepasst.“

Mit der Finisher-Gebühr von 50 Cent könnten er und der LVP gut leben, sagt der Präsident. Die pfälzischen Veranstalter von Volksläufen – die bislang mit pauschal 40 Euro zur Kasse gebeten wurden – würden bei weniger als 80 Teilnehmern sogar entlastet, bei mehr Startern nicht allzu viel mehr belastet. Für Straßenlauf-Organisatoren werde es zwar in jedem Fall teurer – aber eben nicht so viel wie befürchtet. „25 Cent mehr pro Läufer, das kann man durch Startgebühr-Erhöhung auffangen“, sagt Paszyna. Und: „Es stellt sich ohnehin die Frage, ob ein Startgeld von drei oder vier Euro, wie es teilweise der Fall ist, überhaupt noch zeitgemäß ist – bei den Leistungen, die für eine solche Veranstaltung mittlerweile erbracht werden.“

Klarer formuliert der DLV nun auch, was mit dem Geld passieren soll. Hatte es vor einem Jahr noch lapidar geheißen, dass Überschüsse „satzungsgebunden zur Förderung der Leichtathletik“ verwenden werden müssen, so sagt Präsident Prokop nun: „Soweit es durch die Neuregelung zu Mehreinnahmen kommt, fließen diese in den regionalen Sportbetrieb.“