Unternehmensberater Mirko Schneider: „Die Zukunft der Führung ist sportlich“

Warum Parallelen von Sport zu wirtschaftlichen Unternehmen durchaus Sinn haben, erläuterte gestern Abend in der Zweibrücker Fasanerie Mirko Schneider bei der ersten IHK-Tischrunde im neuen Jahr.

Zweibrücken. Nur wenige Plätze waren gestern Abend beim Forum der IHK-Tischrunde Pirmasens-Zweibrücken im Romantikhotel Landschloss Fasanerie frei geblieben und wer glaubte, dass sich bei dem Thema „Vom Sport lernen heißt siegen lernen“ nur männliche Interessierte einfinden würden sah sich getäuscht. „Die Zukunft der Führung ist sportlich“, behauptete Unternehmensberater Mirko Schneider. Er zeigte die Verbindungen von Präsidenten, Managern, Trainern und Spielern zu Chefs, Vorgesetzten und Mitarbeitern auf. Hintergründig, einfühlsam und dennoch treffend, so dass auch Fußballdesinteressierte helle Freude an diesem Abend fanden und so manche Anregung gewiss für den eigenen Betrieb mit auf den Heimweg nahmen. „Mitarbeiter jammern linear“, sagte Schneider und ortete sich selbst als ein Verfechter des „Sinus-Jammerns“. Für diesen Fall benötige man einfach Leute, die einem hie und da den Tritt in den Allerwertesten geben. Es gebe viel zu wenig Sportgeist in den Unternehmen, kritisierte Schneider, der als Devise auch für Unternehmen vorschlug: „Rausgehen, warmmachen und den Gegner wegputzen.“ Jeder hat den Tabellenplatz, den er verdient, ergänzte Schneider – was auf den ersten Blick vielleicht etwas banal klang. Doch das folgende sportliche Organigramm klärte auf. „Mitarbeiter müssen die Taktik des Unternehmens verstehen“, sagte Schneider und machte an Beispielen mit Sportgrößen wie Franz Beckenbauer, Jürgen Klinsmann oder Uli Hoeness deutlich, was darunter zu verstehen ist. Schneider entwickelte eine Führungsphilosophie. 15 Bausteine waren dafür notwendig, dienten zur Ermittlung des eigenen Tabellenplatzes des eigenen Unternehmens. Wie mit sogenannten „Maulhelden“ notfalls in einem Unternehmen umzugehen ist erfuhren die Zuhörer plastisch. Wie wichtig es für einen Chef ist mit vermeintlichen Spielerpersönlichkeiten umzugehen ist, machte Schneider am Beispiel von Thorsten Frings und Michael Ballack deutlich. „Der Löw war dabei erste Sahne. Immer auf Augenhöhe, sachlich und bestimmend. Ganz großartig“, so der Kommentar von Schneider, der gern ein Serum für den Sportgeist in den Unternehmen erfinden würde. Dann nämlich wäre das Erlernen des Sinus-Jammerns mit Höhe und Tiefen einfach und das Führen der Mannschaft, sprich Unternehmens oder Betriebes einfach.

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Jede Ehrung und Trophäe sorgt bei Stabhochspringer Raphael Holzdeppe (LAZ) für zusätzliche Motivation. Foto: pma/voj