Ludwigshafen. Die wertvollste Leistung bei den Rheinland-Pfalz-Hallenmeisterschaften in Ludwigshafen geht auf das Konto von Daniel Clemens (LAZ Zweibrücken). Der U23-EM-Dritte gewann den Stabhochsprung mit 5,55 Metern und steht damit auf Platz 1 der deutschen Bestenliste. Christin Hussong schnupperte im Kugelstoßen Wettkampfatmosphäre – und siegte.

Da lohnte sich am Samstag das lange Warten für Clemens und seinen Trainer Andrei Tivontchik. Fast als Erste in die Halle gekommen waren sie, und so ziemlich als Letzte sind sie gegangen, allerdings mit dem Wissen, dass die Norm für die Weltmeisterschaften in Peking keine Traumvorstellung bleiben muss. Nach drei Fehlversuchen über 5,65 Meter haben sie quasi das Licht in der Halle ausgemacht.

Daniel Clemens weiß um die Schwierigkeiten, künftig im Konzert der Großen mitzuspielen. Aber nichts ist unmöglich. „Ich genoss in diesem Winter so richtig die Freiheiten, mich auf den Stabhochsprung konzentrieren zu können“, sagte er. „Ich bin selber mal gespannt, wo’s hingeht. Es ist noch früh in der Saison. Aber ich weiß, dass ich in ziemlich viele Wettkämpfe reinkomme, das ist schon mal gut.“ Dann wird er auch nicht mehr alleine im Wettkampf stehen wie bei seinen 5,55 Metern.

Interessant: In einem Klassefeld der Männer sprang Fahad Sadig 4,70 Meter hoch und wurde Fünfter, musste aber am Sonntag bei seinem Salto Nullo erkennen, dass ihm die Kraft ausgegangen war. „Ich war sehr müde heute“, bekannte er. Im 60-m-Sprint aber war er in 7,74 Sekunden immerhin Bestzeit gelaufen. „Wir werden uns wohl in der ganzen Hallensaison einen Battle, eine Schlacht liefern“, meinte U20-Sieger Nicolas Dietz (4,90) zum Fernduell mit dem Leverkusener Tim Jäger (5,10). Konkurrenz belebt das Geschäft – und steigert hoffentlich die Höhe. An 5,11 Metern war Dietz noch gescheitert. In der U18 holte sich Lea Faltermann (15) den Stabhochsprungtitel (3,30 m) vor Lee Wegener, nachdem sie am Tag zuvor im Frauenfeld außer Konkurrenz 3,50 Meter übersprungen hatte.

Wie sehr Christin Hussong an der Leichtathletik hängt, zeigt die Tatsache, dass sie einen Tag nach ihrem Kugelstoßsieg (14,44 Meter) auch am Sonntag ihren Vater und Trainer Udo nach Ludwigshafen begleitete. Quasi als Touristin und Zuschauerin. „Was soll ich sonst machen“, sagte sie lachend. Gerade erst war sie aus dem Trainingslager in Kienbaum zurückgekehrt. Udo Hussong betreute wie immer seine anderen Athleten Vanessa Sprau (4.) und Hanna Luxenburger (6.) sowie Nico Fremgen (3.) im Kugelstoßen. Der ehrgeizige Mehrkämpfer aus Petersberg gab sich vier Disziplinen und offenbarte bei aller Hektik „ein paar Probleme“, wie sein Vater Peter Fremgen sagte.

Ebenfalls Vierte wie Sprau wurden Luna Neef mit der Kugel in der U16, 200-m-Sprinter Simon Kauf in 23,27 Sekunden in der U20, Till Schwarz (Kugelstoßen U16) und der stark aufkommende Sprinter Jonas Klein in der U18, der 23,89 Sekunden über 200 Meter lief und nach dem 60-m-Finale sogar als Dritter (7,39 sec) auf dem Treppchen stand.

Ein bisschen ungeduldig mit ihren Zeiten ist Sina Mayer aus Schönenberg-Kübelberg, die 7,75 (nach 7,72 sec im Vorlauf) und 25,18 Sekunden lief, damit aber laut Trainer Karl-Heinz Werle ziemlich im Plan liegt.

Von der VT Zweibrücken steht die 34 Jahre alte Christine Port nicht nur in der Ergebnisliste, sondern mit 5,31 Metern sogar auf dem Treppchen.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
18.01.2015 Rheinland-Pfalz Hallenmeisterschaften 2015 (U18, U20) Ludwigshafen am Rhein (Deutschland)
17.01.2015 Rheinland-Pfalz Hallenmeisterschaften 2015 (U16, M, F) Ludwigshafen am Rhein (Deutschland)
22.–30.08.2015 Weltmeisterschaften 2015 Peking (China)