Zweibrücken. Die ganz großen Höhen blieben beim HallenstürmerCup des LAZ Zweibrücken am Samstag aus (RHEINPFALZ am SONNTAG berichtete). Dafür erlebten die Zuschauer spannende Stabhochsprungwettbewerbe. Die Protagonisten hatten schon die Hallen-EM in Belgrad am kommenden Wochenende im Hinterkopf.

Nimmt man die persönlichen Bestleistungen der drei bekanntesten Springer des Meetings – Piotr Lisek (6,00 Meter), Raphael Holzdeppe (5,94) und Malte Mohr (5,91) –, konnte man im Vorfeld des Hallenstürmer-Cups durchaus eine Flugshow erwarten. Vor allem Lisek war zuletzt gut drauf, hatte Anfang des Monats in Potsdam sechs Meter überquert. Doch dann scheiterte das Trio – wie auch der Holländer Menno Vloon – an 5,75 Metern. Die Flugshow war schneller zu Ende als gedacht. Was auch daran lag, dass jeder der Drei mit kleineren Problemen zu kämpfen hatte.

Lisek, der am Ende siegte, weil er 5,65 Meter als einziger Springer im ersten Durchgang schaffte, musste verarbeiten, dass ihm beim zweiten Versuch über 5,75 Meter der Stab brach. Der 24-Jährige blieb kurz auf der Matte liegen, konnte den W ettkampf aber fortsetzen. Er wiederholte den Versuch, dem Reglement entsprechend. Doch man merkte Lisek an, dass er die Schrecksekunde nicht einfach so wegsteckte. Er reist trotzdem als Favorit zur Hallen-EM.

Holzdeppe (LAZ Zweibrücken) hätte seinen Heimsieg in seiner Trainingshalle gerne wiederholt – 2016 hatte er zum bisher einzigen Mal den Hallenstürmer-Cup gewonnen. Der 27-Jährige stieg als letzter Springer in den W ettbewerb ein, zeigte einen starken Versuch über 5,55 Meter, ließ 5,65 Meter aus – und scheiterte dann dreimal an 5,75 Metern. „Die Stäbe waren zu weich, zudem hat der Anlauf nicht so gepasst“, sagte der W eltmeister von 2013 nach seinem vierten Platz. Holzdeppe ist am Freitag in Belgrad einer der Herausforderer von Lisek, will zumindest eine Medaille. Vermutlich hat das Pokerspiel zwischen Holzdeppe und Lisek am Samstag in Zweibrücken schon begonnen. Zeigen, was man wirklich drauf hat, muss man ja erst am Freitag. Da gilt es. Nicht qualifiziert dafür ist Mohr (TV W attenscheid), der in Zweibrücken Dritter wurde. Er steigerte nach zwei verletzungsgeprägten Jahren seine Saisonbestleistung am Samstag gleich zweimal und kann nach einer durchwachsenen Hallensaison mit Aufs und Abs positiv gestimmt Richtung Sommer blicken. „Da will ich die WM-Norm springen“, sagte der 30-Jährige. Der wohl glücklichste Athlet in der Halle war am Samstagabend Nicolas Dietz (LAZ Zweibrücken). Der Bottenbacher war das erste Mal in seiner Karriere in solch einem erlesenen Feld dabei, hatte vor dem Wettbewerb mächtig Muffensausen. Doch dann zeigte der 20-Jährige einen klasse Wettkampf, steigerte seine Bestleistung um fünf Zentimeter auf 5,35 Meter – und scheiterte nur ziemlich knapp an 5,45 Metern. „Wahnsinn“, sagte Dietz, der nach dem Wettbewerb so ergriffen war, dass er um Worte rang.

Bei den Frauen wiederholte die Finnin Wilma Murto ihren Vorjahressieg. Sie blieb mit übersprungenen 4,52 Metern aber unter ihrer Leistung aus dem Vorjahr (4,71).

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
25.–26.02.2017 Hallenstürmer-Cup 2017 Zweibrücken (Deutschland)