Wurf für Wurf hat sich Anita Wlodarczyk ihrem eigenen, drei Wochen alten Weltrekord von 81,08 Meter genähert, blieb aber bei 80,85 Meter stehen. Das reichte natürlich locker zu Hammerwurf-Gold in Peking. Katrin Klaas und Betty Heidler wurden Sechste und Siebte.

„Weltrekord und WM-Titel, was will ich mehr. Ich habe gezeigt, dass ich nicht nur daheim, sondern überall auf der Welt gut werfen kann“, sagte die 30 Jahre alte Polin, die Betty Heidler zwei Jahre nach deren Sieg dann bei der WM 2009 in Berlin schlug. Gestern holten die Chinesin Zhang Wenxiu (76,33 m) Silber und die 21-jährige Französin Alexandra Tavernier (74,02m) Bronze.

Katrin Klaas (31) wertete den Wettkampf als gut und sah eine hohe Leistungsdichte. „Ich hätte gerne einen guten Wurf gezeigt, den ich immer im Training drin hatte, das ging heute leider nicht. Wenn man auf die Saison zurückblickt, muss ich zufrieden sein.“ Klaas gratulierte der Siegerin, als diese von ihrem Fotoshooting mit der Weitentafel zurückkam: „Die kann werfen, das wissen wir alle, die hat ne super Technik, hat den Weltrekord vorgelegt, hat die physischen Voraussetzungen.“ Auf die Frage eines Journalisten, ob nicht ein Dopingverdacht mitspiele, meinte Klaas: „Es ist immer schade, wenn jemand eine Bombenleistung hinlegt, dass das gleich wieder hinterfragt wird. So lange sie nicht positiv getestet ist, ist es, wie es ist.“

Betty Heidler dagegen hat nichts für die Polin übrig, aber auch nichts für Klaas. Beide gehen sich längst aus dem Weg. „Ich guck’ mir Anitas Würfe nicht an, ich habe mit ihr nichts zu tun, ich kenne sie nicht“, sagte Heidler, „ihr zuzuschauen, würde nichts bringen. Ich bin ich und ich habe meine eigene Technik“, sagte Heidler. Diese allerdings reichte gestern nicht aus, um sich selbst zufrieden zu stellen. „Ich habe den Hammer überhaupt nicht getroffen, ich konnte ihm von den Beinen her nichts mitgeben. Ich war nicht müde, ich fühlte mich frisch. Wie’s weiter geht, weiß ich nicht genau. Ich werfe jetzt das Istaf, dann gehe ich in Urlaub, dann spreche ich mal mit meinem Trainer“, sagte die Berlinerin, die schon alles gewonnen hat, aber immer auch mit sich haderte.

Betty Heidler (31) ist die Teamkapitän der 66-köpfigen deutschen Mannschaft. „Das ehrt mich, aber die Aufgabe ist schwierig. Alles so zusammen zu bekommen, das man auch das Gefühl hat, man ist ein Team, geht nicht. Alles, das Hotel, der Trainingsplatz, ist sehr weitläufig, ein Teil ist schon abgereist und viele sieht man nicht, weil sie immer unterwegs sind.“

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
22.–30.08.2015 Weltmeisterschaften 2015 Peking (China)