Positive Erfahrungen machten junge Sportler in ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr. Auch die profitierten davon. Dennoch wird es selten genutzt. Martin Hämmerle vom Sportbund warb gestern Abend für das FSJ.

Zweibrücken. Sina Mayer ist nicht nur eine hoffnungsvolle Sprinterin des LAZ Zweibrücken. Die 19-Jährige absolviert auch ein Freiwilliges Soziales Jahr beim Leichtathletikzentrum. „Da nimmt man auf jeden Fall was mit“, berichtete sie gestern Abend beim Merkur Sportstammtisch mit dem Sportbund von ihren Erfahrungen als FSJlerin. „Man bekommt viele Einblicke in den Verein.“ So betreut die Sprinterin Kinder im Verein und in dem Kooperationspartner, der Hilgardschule. Dazu begleite und unterstütze sie die ehrenamtlichen Vorsitzenden bei Gesprächen und bei der Vorbereitung von Veranstaltungen.

Doch viele Vereine wüssten nicht, dass es die Möglichkeit des Freiwilligen Sozialen Jahres und des Bundesfreiwilligendienstes gibt, sagte Martin Hämmerle von der Sportjugend Rheinland-Pfalz. Dabei profitierten die jungen Menschen durch den Erwerb der Jugendleiterlizenz von dem Angebot. Und nach den Erfahrungen der letzten Jahre profitierten die Vereine langfristig davon. Hämmerle: „Viele FSJler sind auch danach noch in ihrem Verein tätig.“

Durch Kooperationen zwischen Vereinen oder mit Schulen sei das Angebot auch für kleinere Vereine interessant. Hämmerle stellte beim Sportstammtisch des Merkur die verschiedenen Möglichkeiten vor. So möchte die Sportjugend wie andere Verbände auch in Ganztagsschulen FSJler einsetzen. „Die FSJler können dann in den Schulen die Angebote des Vereins in den Schulen einbringen.“

Dann können junge Menschen zwischen 16 und 17 Jahren auch im Verein ihr Freiwilliges Jahr absolvieren. Dabei müssen die FSJler 50 Prozent ihrer 39 Wochenstunden im Bereich der Jugendarbeit tätig sein und ansonsten in der Geschäftsstelle die Ehrenamtler unterstützen. Dafür erhält der FSJler ein Taschengeld von 300 Euro. Den Verein kostet es 400 Euro. Beim Bundesfreiwilligendienst ist keine Jugendarbeit nötig.

„Das ist schon eine wirtschaftliche Frage für die Vereine“, sagte der Sportvorstand des LAZ, Alexander Vieweg. Dazu sei es schwierig, wenn ein „externer“ in einem fremden Verein hilft. „Die Vereine können die FSJler auswählen“, sagte Hämmerle. Der Präsident der VT Zweibrücken, Otto Graßhoff, berichtete von guten Erfahrungen mit FSJler, „Wir würden gerne einen einstellen. Aber wir finden keinen.“ Dabei bot Hämmerle Hilfe an.

Gespannt verfolgten die Gäste des Merkur-Sportstammtisches gestern Abend den Ausführungen von Martin Hämmerle (4. v. li.) und Peter Conrad (5. v. li) vom Sportbund Pfalz. Rechts daneben: Merkur-Redakteurin Svenja Kissel.
Gespannt verfolgten die Gäste des Merkur-Sportstammtisches gestern Abend den Ausführungen von Martin Hämmerle (4. v. li.) und Peter Conrad (5. v. li) vom Sportbund Pfalz. Rechts daneben: Merkur-Redakteurin Svenja Kissel. (Foto: Martin Wittenmeier)
Sina Mayer ist beim LAZ nicht nur für schnelle Zeiten verantwortlich – die 19-Jährige macht derzeit ein FSJ bei dem Verein.
Sina Mayer ist beim LAZ nicht nur für schnelle Zeiten verantwortlich – die 19-Jährige macht derzeit ein FSJ bei dem Verein. ( Foto: mw/pmd)