Da ist dieser eine Traum von einer olympischen Medaille, der Angela Maurer noch immer motiviert, sich jeden Tag zu quälen. Obwohl die Langstreckenschwimmerin des SSC Undine Mainz schon so viel erreicht, Medaillen und Titel bei Weltund Europameisterschaften gesammelt hat – für Edelmetall 2016 in Rio de Janeiro gibt die 39-Jährige noch einmal alles. Stabhochspringerin Carolin Hingst, mit 34 ebenfalls schon sehr erfahren in ihrem Metier, kann das nachvollziehen: Bei den Spielen, erklärt die Olympiasechste von Peking, „erlebt man unvergessliche Momente, die ich gar nicht beschreiben kann“. So will auch die Leichtathletin der TG NiederIngelheim noch einmal eineinhalb Jahre durchhalten, „danach ist Ende“.

Der Weg bis dahin jedoch noch lang und selten eben. Diejenigen unter den rheinland-pfälzischen Spitzensportlern, die sich Chancen auf eine Olympiaoder Paralympics-Nominierung ausrechnen können, werden der Landessportbund (LSB) und seine Stiftung Sporthilfe begleiten. Am Freitagabend, bei einem Dinner von Sternekoch Frank Buchholz unter dem Motto „Spitzensport & Spitzenküche“ im Bootshaus des Mainzer RV, beriefen sie 20 Athleten olympischer und neun paralympischer Disziplinen in das sogenannte „Team Rio 2016“.

29 Athleten gehören zum „Team Rio 2016“ des Landessportbunds und der Stiftung Sporthilfe. Wer es tatsächlich zu den Olympischen oder Paralympischen Spielen schafft, bekommt erstmals eine Antrittsprämie von 5000 Euro.

„Ich hoffe, dass noch einige dazukommen“, sagte Werner Schröter, der Vizepräsident für Leistungssport im LSB. Dabei ist die Berufung nicht mit einer zusätzlichen finanziellen Förderung verbunden. Vielmehr, so Jörg Weiß, der LSB-Abteilungsleiter Leistungssport, sei sie eine „fürs Herz“. Neu ist allerdings, dass alle Athleten, die tatsächlich den Sprung nach Brasilien schaffen, dieses Mal eine Antrittsprämie kassieren. „Bisher ist jemand, der bei Olympia Elfter wurde, leer ausgegangen“, erklärte Weiß. Jetzt erhalten alle Teilnehmer 5000 Euro, und wer es unter die ersten vier schafft, noch eine bislang nicht bezifferte Erfolgsprämie.

Doch den Sportlern, das wurde bei den Talkrunden vor Förderern und Freunden der Sporthilfe deutlich, geht es nicht ums Geld. Im Gegenteil: Viele stellen berufliche Karrieren zurück, um die magischen Momente beim weltgrößten Sportereignis zu spüren. Für einige von ihnen beginnt die Qualifikationsphase bereits in diesem Jahr. So muss sich die EMDritte im Judo, Jasmin Külbs vom JC Zweibrücken, ebenso über die Weltrangliste empfehlen wie die Fechter um den viermaligen Florett-Weltmeister Peter Joppich aus Koblenz.

Bei anderen zählt ein bestimmter Wettkampf: Die Bad Kreuznacher Trampolinturner Martin Gromowski und Kyrylo Sonn etwa könnten bei der WM im November in Dänemark das Ticket direkt lösen, für die Mehrzahl der Leichtathleten wird es sogar erst im nächsten Jahr richtig spannend. So zeigte sich StabhochsprungWeltmeister Raphael Holzdeppe froh darüber, dass er sich sein verflixtes Jahr 2014 nahm, als er aufgrund von Verletzungen und Formschwäche „nur“ eine Europameisterschaft verpasste. „Mein Trainer sagt, vielleicht hat mein Körper mal eine Ruhephase gebraucht“, sagte der 25-Jährige, der sich jetzt besser fühlt und nach seiner Rückkehr aus München nach Zweibrücken bei der WM im Sommer in China wieder angreifen will.

Ähnlich fiebert Miriam Welte den nächsten Herausforderungen entgegen. Zuletzt reichte es für die erfolgsverwöhnte Bahnrad-Olympiasiegerin bei der WM nur zu Bronze. Doch daraus, so die Otterbacherin, „ziehe ich viel Mut und Kraft“. So werde sie hart weiterarbeiten, um im nächsten Jahr in Rio „mit Gänsehautgefühl“ wieder ganz oben zu stehen.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
05.–21.08.2016 Olympische Sommerspiele 2016 Rio de Janeiro (Brasilien)