Zweibrücken. Daniel Clemens (LAZ Zweibrücken) und Karsten Dilla, der ebenso bei Andrei Tivontchik trainiert, haben beim Hallenstürmer-Cup am Samstag eine gute Generalprobe für die deutschen Meisterschaften am kommenden Wochenende gefeiert. Ihnen dabei zugesehen hat auch ein Prominenter ihres Metiers.

Raphael Holzdeppe hat einen neuen Job: Co-Moderator. Der 28-Jährige gab am Samstagabend beim Hallenstürmer-Cup in der Zweibrücker Dieter-Kruber-Halle gekonnte Einschätzungen und Statements an der Seite des Moderators Michael Werling ab, hatte den einen oder anderen lustigen Spruch auf den Lippen.

Natürlich hat Holzdeppe nicht zum Co-Moderator umgeschult, natürlich bleibt er Stabhochspringer. Aber es bot sich am Samstagabend eben an, die rund 350 Zuschauer zumindest mit Worten zu unterhalten, da dies mit Taten nicht möglich war. Der Ex-Weltmeister konnte nicht mitspringen, verzichtete aufgrund von muskulären Problemen in der rechten Wade auf den Start bei seinem Heimwettkampf (RHEINPFALZ am SONNTAG berichtete): „Ich wollte im Hinblick auf die deutschen Meisterschaften am kommenden Wochenende nicht riskieren, mich zu verletzten.“

Es hätte trotzdem einen Zweibrücker Sieger geben können: Daniel Clemens (LAZ). Er belegte mit 5,40 Metern Rang zwei hinter Dominik Alberto. Der Schweizer überquerte im letzten Versuch 5,50 Meter, während Clemens anschließend an dieser Höhe scheiterte. Der Mörsbacher hätte gerne einen ähnlich tollen Auftritt vor eigenem Publikum („Die haben mich echt toll angefeuert“) hingelegt, wie im Vorjahr sein Vereinskollege Nicolas Dietz, der sich beim Heimspiel auf 5,35 Meter gesteigert hatte. Aber für Clemens war der Hallenstürmer-Cup nicht der Höhepunkt der Hallensaison, sondern nur die Generalprobe für diesen Höhepunkt: die deutschen Meisterschaften. Deshalb sprang der 25-Jährige zum Schluss des Wettbewerbs mit so harten Stäben wie noch nie zuvor in seiner Karriere. „Es war wichtig, dass ich diese Stäbe mal in der Hand gehalten habe mit Blick auf die nationalen Titelkämpfe. Dann bin ich das nächste Mal nicht mehr so verkrampft.“

Clemens, der 2016 aufgrund einer Fußverletzung ausfiel und 2017 als ein Art Aufbaujahr benötigte, kann ja mit seiner bisherigen Leistung in diesem Winter zufrieden sein. Immerhin ließ er wieder einige nationale Konkurrenten hinter sich – und fährt, Stand jetzt, als Vierter der deutschen Jahresbestenliste zur DM nach Dortmund. „Ich will dort um die Medaillen mitspringen“, sagt Clemens selbstbewusst.

Holzdeppe träumt nun sogar davon, wie er verriet, dass die Trainingsgruppe alle drei Medaillen im Stabhochsprung der Männer absahnt – ganz unwahrscheinlich ist das nicht, schließlich nehmen er (Erster), Dilla (Dritter) und Clemens (Vierter) allesamt vordere Plätze in der deutschen Jahresbestenliste ein. Coach Tivontchik sieht seine drei Jungs jedenfalls gut auf die nationalen Titelkämpfe vorbereitet. Denn auch Dilla, der Trainingsgruppen-Neuzugang, sprang bei seinen abschließenden Versuchen über 5,60 Meter (er hatte 5,50 Meter ausgelassen, sodass er mit 5,40 Metern Fünfter wurde) mit sehr harten Stäben. „Sie brauchen Wettkämpfe, um sich an diese Stäbe zu gewöhnen“, sagte Tivontchik.

Auch Dilla, der 20 Zentimeter unter seiner vergangenen Dienstag in Düsseldorf erzielten Jahresbestleistung (5,60 m) blieb, sah den Wettkampf als „einen Schritt nach vorne“ an. „Es haben diesmal nicht alle Komponenten gepasst, ich denke, das sieht kommendes Wochenende wieder ganz anders aus“, sagt der Neu-Zweibrücker. Es habe viel dafür gesprochen, dass es hoch hinaus geht. Vielleicht klappt das dann ja kommendes Wochenende.

Zitiert (tnf)

„Ich kann leider nur der größte Fan sein von den Jungs.“

Raphael Holzdeppe, der aufgrund muskulärer Problemen auf den Start bei seinem Heimwettkampf verzichtete.

„Es kribbelt in meinem Körper. Ich hätte mich zwar am liebsten rausgeschlichen und heimlich meine Sportklamotten angezogen. Aber es war mit meinem Trainer Andrei Tivontchik so abgesprochen.“

Noch einmal Holzdeppe.

„Wir sind froh, dass so viele Zuschauer gekommen sind.“

Bernhard Brenner, LAZ-Vorsitzender.

„Es klappt hier jedes Mal besser, ich bin im Vorjahr hier schon Hallenbestleistung gesprungen.“

Dominik Alberto (Schweiz), Sieger bei den Männern mit übersprungenen 5,50 Metern.

„Schade, dass Raphael nicht springen konnte. Aber man muss dafür Verständnis haben, auch wenn der eine oder andere extra wegen ihm gekommen ist.“

Alexander Vieweg, zweiter Vorsitzender und Sportlicher Leiter des LAZ.

„Der Anlaufsteg war richtig gut, hat mir einen richtigen Schub gegeben. Aber meine Stäbe waren dafür zu weich.“

Friedelinde Petershofen (SC Potsdam), mit 4,11 Metern Zweite bei den Frauen.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
17.–18.02.2018 Deutsche Hallenmeisterschaften 2018 Dortmund (Deutschland)
10.02.2018 Hallenstürmer-Cup 2018 Zweibrücken (Deutschland)