Merkur-Interview mit den Initiatoren des neuen Laufkurses Horst Kircher, Marc Sprau und Bernd Neuhardt

Zweibrücken. Mitte September bietet die Nordic-Walking und Laufschule Saarpfalz gemeinsam mit dem Sporthaus Franck in Zweibrücken einen neuen Laufkurs unter dem Motto: „Von Null auf 21 Kilometer“ an. Dabei steht der Aspekt des gesundheitsorientierten Laufens und Trainierens im Vordergrund. Mit den Initiatoren Horst Kircher, Marc Sprau und Bernd Neuhardt sprach Merkur-Redakteur Werner Kipper.

Was waren die Beweggründe, einen neuen Laufkurs anzubieten?

Neuhardt: Wir werden beim Verkauf in unserem Sporthaus oft nach Laufmöglichkeiten in der Region gefragt. Viele Menschen suchen hier ein Rundum-Angebot, bei dem alle Aspekte des Laufens berücksichtigt werden. Das bedeutet die Bewegung an sich, Ausrüstungsaspekte, aber auch mentale Aspekte des Laufens.

Worin unterscheidet sich der Kurs von dem Angebot der Vereine?

Kircher: Bei dem Angebot handelt es sich um eine zeitlich begrenzte und zielorientierte Vorbereitung. Durch unser Konzept mit begleitenden Informationsveranstaltungen zum Thema pulsorientiertes Ausdauertraining und zum Thema Ausdauersportgerechte Ernährung/Nahrungsergänzung decken wir einen Bereich ab, der nicht nur das reine Lauftraining berücksichtigt.

Gilt das Angebot nur für Einsteiger oder auch für Fortgeschrittene?

Sprau: Das Angebot gilt für Laufeinsteiger und Hobbyläufer, die bisher noch nicht an einem Zehn-Kilometerlauf teilgenommen haben, dies aber gerne einmal machen würden und auch mal eine längere Strecke betreut laufen wollen.

Welche Voraussetzungen müssen oder sollten die Interessenten mitbringen?

Neuhardt: Sie sollten „sportgesund“ sein. Das heißt im Vorfeld sollte zunächst mit dem Hausarzt die geplante Veränderung (Ausdauersport wird intensiviert) besprochen werden

Sie werden von einem Team unterstützt. Wer gehört dazu und welche Felder werden dabei abgedeckt?

Neuhardt: Außer uns dreien gehört noch Jessica Sutter, Diplom-Sportlehrerin, und unsere Spezialistin für den Bereich Dehnen und Kräftigen dazu. Darüber hinaus unterstützen uns externe Referenten für die oben geschilderten Themenvorträge.

Laufen wird allgemein als die einfachste Sache der Welt hingestellt. Welches sind die häufigsten Fehler?

Kircher: Der häufigste Fehler ist eine zu hohe Belastungsintensität. Am Anfang wird oft in Eigenregie und ohne Anleitung gemeint, dass man gerade mal so loslaufen kann. Probleme im Herz-Kreislauf-System oder orthopädische Probleme im Bewegungsapparat durch zu hohe Trainingsumfänge sind oft die Folge. Durch ein auf die individuelle Leistungsfähigkeit abgestimmtes Trainingskonzept wollen wir das verhindern.

Wie sieht das Training aus?

Sprau: Zunächst gilt es für uns Trainer, ein Bild von den Teilnehmern und ihrer bisherigen Lauferfahrung, aber auch von ihrem Gesundheitszustand zu gewinnen. Danach starten wir ganz langsam, das heißt auch, dass Gehpausen zum Laufen dazugehören. Generell ist der individuelle Puls das Maß der Belastungsintensität für den einzelnen. Alle Teilnehmer erhalten daher leihweise einen Herzfrequenzmesser.

Welche Rolle spielen beim Laufen Ernährung und Schuhwerk?

Neuhardt: Beide Dinge spielen eine elementare Rolle. Der Spaß am Laufen kann durch einen falsch ausgewählten Laufschuh sehr schnell verdorben werden. Beim Laufen kommt die zweieinhalb- bis dreieinhalbfache Belastung im Vergleich zum Gehen auf unseren Bewegungsapparat zu, und diese Belastung landet letztendlich auf dem Fuß. Auch die Ernährung, beziehungsweise die eventuelle -umstellung, spielt eine ganz wesentliche Rolle.

Sie haben in Blieskastel mit der VHS schon zwei Kurse angeboten. Welche Ergebnisse haben Sie dabei erzielt?

Sprau: Bei den beiden bisher angebotenen Kursen haben einmal 17 und einmal 18 Teilnehmer das Ziel des „gesunden Ankommens bei einem Halbmarathon“ erreicht.

„Von Null auf 21 Kilometer“ lautet Ihr Anspruch. In welcher Zeit ist diese Strecke von den Teilnehmern zu bewältigen?

Kircher: Wir haben keine Zeitvorgabe und keinen Zeitanspruch an die Teilnehmer. Das Motto lautet „Gesund ankommen und Spaß dabei haben“.

Welchen Halbmarathon visieren Sie für ihre Teilnehmer an?

Neuhardt: Idealerweise einen Halbmarathon in der Region, terminlich optimal wäre die Veranstaltung in St. Wendel am 5. April 2009, bei dem es erstmals einen Team-Marathon für Vierer-Staffeln geben wir.

Wann sind Sie ihren letzten Halbmarathon gelaufen?

Kircher, Sprau, Neuhardt: Im April in St. Wendel mit der von uns betreuten Gruppe aus Blieskastel, die alle problemlos ins Ziel gekommen sind.
Die Zweibrücker Horst Kircher (2. von links) und Bernd Neuhardt, hier beim Stockholm-Marathon 2003, sind beides erfahrene Läufer und routinierte Trainer.
Die Zweibrücker Horst Kircher (2. von links) und Bernd Neuhardt, hier beim Stockholm-Marathon 2003, sind beides erfahrene Läufer und routinierte Trainer. Foto: Verein