LAZ-Hürdensprinter Werrmann tastet sich nach zahlreichen Verletzungen langsam an die deutsche Spitze heran

Jens Werrmann blickt optimistisch in die Zukunft. Nach dem Abschluss seiner Ausbildung bei der Bundespolizei kann sich der Hürdensprinter des LAZ Zweibrücken voll auf den Leistungssport konzentrieren. Ob es für die WM in Berlin nach zwei verletzungsreichen Jahren reicht, nimmt er gelassen.

Zweibrücken. Die erste Hürde hat Jens Werrmann genommen. Der Hürdensprinter des Leichtathletikzentrums (LAZ) Zweibrücken hat seine berufliche Ausbildung bei der Bundespolizei in Cottbus Ende Februar erfolgreich zum Polizeimeister abgeschlossen. „Das war mir schon wichtig, dass ich mir neben der Leichtathletik ein zweites Standbein geschaffen habe“, erklärte der 23-Jährige im Beisein seines Trainers Karl-Heinz Werle. Mit der Bundespolizei als Arbeitergeber, genauer gesagt dem Bundesleistungssportprojekt Cottbus, hat der EM-Sechste von Göteborg 2006 eine Dienststelle gefunden, die dem Waldgrehweiler erlaubt, sich optimal auf den Sport zu konzentrieren und gleichzeitig noch einen Beruf auszuüben.

Doch derzeit ist Jens Werrmann für 20 Monate freigestellt, lediglich unterbrochen durch ein einmonatiges Praktikum pro Jahr. Angesichts der verschiedenen Verletzungen in den vergangenen beiden Jahren gibt das dem Hürdensprinter „eine ungeheure Sicherheit“.

Doch schmiedet Jens Werrmann bereits sportliche Pläne, obwohl er nichts überstürzen wird. „Ich hatte aufgrund der Ausbildung keine Wintersaison bestritten und bin deshalb früh ins Sommertraining eingestiegen.“ Wenn alles optimal laufe, werde er Ende Mai „ins Hürdengeschehen“ einsteigen.

Sein Optimismus ist begründet: „Ich habe im zehntägigen Trainingslager im italienischen Cesenatico schon zwei Hürdeneinheiten mit geringer Belastung absolviert.“ Ansonsten steht derzeit die Grundlagenausdauer und Krafttraining im Mittelpunkt. „Ich habe so gute Kraftwerte wie noch nie“, erklärt er und seine Augen blitzen angriffslustig. Auf Dauer soll sich auch die Zusammenarbeit mit Bundestrainer Idriss Gonschinska mit seinem Heimtrainer auszahlen. Seit November 2008 trainiert er jeweils acht Tage pro Monat bei Gonschinska in Leipzig mit den deutschen Spitzenathleten. „Das kann nur von Vorteil sein“, bewertet er seine bisherigen Erfahrungen.

„Erst nach und nach werden wir das Techniktraining forcieren“, erklärt Karl-Heinz Werle.

Allerdings hat die Verletzungsmisere der vergangenen Jahre bei Jens Werrmann Spuren hinterlassen: „Ich höre viel stärker in meinen Körper hinein. Breche eine Trainingseinheit auch einmal bei einem Wehwehchen ab.“ Deshalb vermeidet er in seiner Freizeit jegliches Risiko. Angefangen vom Fußball spielen, über Ski fahren, bis zum Motorrad fahren.

Allerdings macht er sich über die Leichtathletik-Weltmeisterschaft vom 15. bis 23. August in Berlin noch keine „großen Gedanken“, wenngleich sie in seiner Langfristplanung ebenso eine Rolle spielt, wie die EM 2010 in Barcelona oder die Olympischen Spiele 2012 in London. Wichtig erscheint ihm zunächst, dass „er gesund bleibt. Dann kann ich bestimmt an meine Bestzeit von 13,60 Sekunden heranlaufen.“ Die WM-Norm des DLV steht bei 13,55 Sekunden. Doch zunächst freut sich Jens Werrmann auf seinen neuen Mannschaftskameraden Marlon Odom. Der Deutsch-Amerikaner wird Mitte Mai wieder nach Zweibrücken kommen. „Wir werden beide von der neuen Situation profitieren und uns gegenseitig im Training hochschaukeln“, mutmaßt Jens Werrmann.

Jens Werrmann (LAZ-Hürdensprinter) zuversichtlich gegenüber der Sommersaison
LAZ-Hürdensprinter Jens Werrmann blickt zuversichtlich in die neue Sommersaison. Foto: voj