Leichtathletik: Speerwerfer Till Wöschler wird Zweiter bei Jugend-DM – Natasha Benner ohne Medaille

Zwei Gold-, eine Silber und eine Bronzemedaille, dazu einige Platzierungen unter den ersten Zehn - die Bilanz des LAZ Zweibrücken bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Rhede kann sich sehen lassen.

Zweibrücken/Rhede. So knapp ist schon lange kein Wettkampf mehr bei den Deutschen Jugend- Meisterschaften entschieden worden. 13.33 Uhr im Stadion in Rhede: Für Speerwerfer Till Wöschler vom LAZ Zweibrücken ist es der letzte Versuch. Hinter ihm liegt bereits ein Drama in fünf Akten, ein spannendes Duell mit seinen Nationalmannschaftskollegen der U 20-Europameisterschaft Maik Dolch (Halle) und Andreas Hofmann (Mannheim). Im vierten Versuch hatte sich zuvor Dolch die Führung geschnappt, bevor Hofmann im fünften Versuch sagenhafte 74,72 Meter ausgepackt hatte. Noch liegt Wöschler auf Rang drei, eine Medaille hat er schon sicher. Der 18-Jährige läuft an und wirft – der Speer geht weit über die 70-Meter- Marke.

Nun ist zittern angesagt. Dann erfolgt die Messung der Kampfrichter: 74,71 Meter – neue persönliche Bestmarke, aber ein Zentimeter kürzer als Hofmanns Weite und damit „nur“ Platz zwei. „Dieser letzte Wurf war sehr gut, mein Wettkampf davor eher sehr schlecht“, analysiert der Schüler nach der Siegerehrung. Die Verteilung – Andreas Hofmann ganz oben auf dem Treppchen, er auf dem Silberrang – kennt er noch von der U 20-EM, die mit identischem Ergebnis endete. „Zweiter bei den Deutschen Meisterschaften ist schon gut. Und ich hab Bestleistung geworfen. So ein Zentimeter, das kann eben passieren“, meint er gefasst, obwohl ein klein wenig Enttäuschung in seiner Stimme mitschwingt.

Dass sein Wettkampf nicht optimal gelaufen sei, daran habe es nicht gelegen. „Beim Einlaufen und Einwerfen habe ich mich noch super gefühlt. Doch dann ist die Spannung abgefallen, weil wir eine halbe Stunde warten mussten. Erst im letzten Versuch war das Gefühl wieder da“, erzählt der LAZAthlet, der außerdem hin und wieder beim SV 64 Zweibrücken in der A-Jugend Handball spielt. „Das ist echt Wahnsinn, Till hat einfach ein super Jahr gehabt. In jedem Wettkampf in diesem Jahr hat er die Norm für die Junioren- EM übertroffen und seine Bestleistung immer wieder gesteigert“, lobt Wöschlers Trainer Matthias Brockelt.

Die vierte Medaille steuert nur ein paar Minuten später Stabhochspringerin Natasha Benner als Dritte der A-Jugend bei, nachdem ihre beiden Disziplinkollegen Daniel Clemens und Michaela Donie bereits am Freitag in der B-Jugend die Titel geholt hatten (wir berichteten). Mit 4,10 Metern landete Benner auf Rang drei. „Bronze ist besser als nichts. Das war nicht mein bester Wettkampf“, erklärt die 19-Jährige. Schon bei 3,90 Meter ist sie in den Wettkampf eingestiegen, meisterte diese Höhe und die vier Meter locker. Benner: „Ich hab mich da mehr oder weniger eingesprungen.“ Die 4,10 Meter klappen auch erst im zweiten Versuch, bei 4,15 Metern geht dann gar nichts mehr. „Ich hab es drei Mal versucht, aber irgendwas hat nicht gestimmt“. Was, das will sie nun mit ihrem Trainer Andrej Tivontchik analysieren. Danach stehen noch einige Meetings auf dem Plan.

Brockelt ist mit seinen anderen Athleten auch größtenteils zufrieden. Sara-Cathrin Krieg hatte sich schon am Freitag im Speerwurf der B-Jugend mit 42,65 Metern auf Rang sieben geworfen, „das ist neue Bestleistung. Dabei war sie in diesem Jahr viel verletzt.“

Alexandra Reinking, die Elfte im Hochsprung der A-Jugend wurde, blieb mit 1,60 Metern unter ihren Möglichkeiten, „aber es war auch ihr erster Wettkampf seit April“, wirft Brockelt ein. Diskuswerfer Marc Brendamour zeigte laut seinem Trainer beim Einwerfen ansprechende Würfe, habe dies im Wettkampf am Samstag aber nicht umsetzen können. Mit 84,12 Metern – anderthalb Meter unter seiner Bestleistung – landete er auf Rang sieben. „Deshalb wird er heute am Montag gleich noch einen Wettkampf in Rastatt machen, damit das hier aus seiner Birne rauskommt“, erklärt der LAZ-Coach.

Speerwerfer Till Wöschler hochkonzentriert holte Silber bei der Jugend-DM
Speerwerfer Till Wöschler hochkonzentreiert bei seinem letzten Wurf, der ihm bei der Jugend-DM Silber einbrachte. Foto: Iris Hensel