Konstantinos Filippidis ist der neue „König“ von Landau und zurzeit wohl einer der wenigen Griechen, der mit Szenenapplaus rechnen darf.Gestern Abend beim 5. Stabhochsprung-Meeting des ASV Landau in der Innenstadt auf dem Obertorplatz, schraubte der 28-Jährige den Meeting-Rekord um 20.58 Uhr auf 5,85 m. Es ist griechischer Rekord.

Landau. Zu Ende war die Veranstaltung da aber noch nicht. Carlo Paech (22), der Überflieger vom TSV Bayer Leverkusen, der wir Filippidis in den vergangenen Tagen mit 5,80 m Saisonbestleistung gesprungen war, zwang diesen mit einem Versuch, den er noch übrig, die Konzentration hochzuhalten. Paech ließ nach Fehlversuchen über 5,85 m 5,90 m auflegen und scheiterte. Der Grieche kam auch nicht über diese Höhe, durfte sich aber um 21.14 Uhr zum Meeting-Sieg und zum Gewinn des RHEINPFALZ-Cups gratulieren lassen. Rund 2000 Menschen passen auf den Obertorplatz, sie zogen vor Filippidis den Hut. Nach seinem Rekordsprung hatte der Grieche seinen Landauer Manager Jochen Wetter spontan umarmt.

Sechs Athleten waren bei 5,70 m noch im Wettbewerb, ein außergewöhnlich gutes Abschneiden beim Springen über einen nivellierten Steg, der direkt durchs Publikum geht. Für die Deutschen ist es die WM-Qualifikationshöhe. Hendrik Gruber von Bayer Leverkusen, der im dritten Versuch 5,55 m überquert hatte, war der Erste, der ausschied. Auch sein Leverkusener Teamkollege Karsten Dilla, der als Saisonbestleistung 5,60 m stehen hat, blieb hängen. „5,55 m ist nicht so schlecht, aber, ich habe mir mehr erhofft“, sagte er im Interview mit Moderator Michael Werling, der als Jockgrimer mehrmals auf das 20. Meeting der TSG Jockgrim am 4./5. August hinwies. Weltmeister Raphael Holzdeppe ist angesagt.

Von ihm und dem alten Landauer „König“ Björn Otto wurde gestern häufiger gesprochen. Vor Ort glänzten andere. Paech sprang bei idealen äußeren Bedingungen, windstill, über 23 Grad Celsius, die 5,70 m im zweiten Versuch. Valentin Lavillenie, der 5,65 m im dritten Versuch gemeistert hatte, ließ diese Höhe aus, scheiterte dann aber dreimal an 5,75 m. Für den Franzosen wäre dies persönliche Bestleistung gewesen.

Filippidis gehörten die Ovationen des Publikums. Bei 5,45 m war er in den Wettkampf eingestiegen. Er nahm den längsten Anlauf von allen und war sofort präsent. Auch Lavillenie, gestern der Mann mit dem schnellsten Anlauf, begann erst bei 5,45 m. Für den Dänen Rasmus Jörgensen war bei 5,45 m Schluss. Der Franzose Joseph Stanley übersprang wie Daniel Clemens vom LAZ Zweibrücken 5,45m.

Andere kamen nicht so hoch. Mit gesenktem Kopf, in sich gekehrt, schlich Tobias Scherbarth zurück ins Athletenzelt. 5,35 waren vom Deutschen Meister von Bayer Leverkusen gestern nicht zu schaffen. 5,20 m meisterte der Landauer Oleg Zernikel – und schritt lächelnd und vergnügt nach seinem Ausscheiden auf dem Steg zurück. „Zwölf Schritte wie vorher, aber ich bin am arbeiten, ich bin spät dran nach dem Abitur“, sagte der Zweite der deutschen U23-Meisterschaften zu seinem Vorbereitungsstand. Vergeblich versuchte er sich über 5,35 m, die Norm für die deutschen Meisterschaften.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
25.06.2015 Landauer Stabhochsprung-Meeting 2015 Landau (Deutschland)