Zweibrücken. Es war im Vorfeld vieles angerichtet für eine Flugshow beim sechsten Hallenstürmer-Cup in Zweibrücken, die dann aber ausblieb. So gewann überraschend Dominik Alberto mit 5,50 Metern. Bei den Frauen setzte sich Anjuli Knäsche (SG TSV Kronshagen/Kieler TB) mit mäßigen 4,35 Metern durch (Die Rheinpfalz am Sonntag berichtete).

Gestern Morgen war Dominik Alberto bereits wieder in der Zweibrücker Dieter-Kruber-Halle. Der Schweizer wollte nicht etwa noch einmal an den Ort seines Triumphes vom Vorabend zurückkehren, um diesen noch ein bisschen mehr auskosten zu können. Das hatte er schließlich nach seinem Sieg getan. Nein, er kehrte zurück, um schon wieder zu trainieren. Bereits morgen steht schließlich sein nächster Wettkampf in Prag an. Dort soll es für den 25-Jährigen noch ein bisschen höher hinausgehen als bei seinem Überraschungssieg in Zweibrücken (5,50 Meter): „Ich würde gerne in diesem Winter noch 5,55 Meter springen. Das ist die Norm in der Schweiz für die Europameisterschaften in Berlin im Sommer, dann hätte ich diese schon abgehakt“, sagte Alberto.

Der Eidgenosse war selbst ein bisschen überrascht, dass er am Ende eines eher kurzen Stabhochsprungabends der Sieger war, ihm war während des Wettbewerbes gar nicht so bewusst gewesen, dass er in Führung lag. Favoriten waren ja auch andere. Vor allem Raphael Holzdeppe (LAZ Zweibrücken), der Ex-Weltmeister. Der Weltjahresbeste verzichtete allerdings als Vorsichtsmaßnahme wegen Problemen in der rechten Wade auf sein Heimmeeting. „Ich hätte mich zwar am liebsten rausgeschlichen und heimlich meine Sportklamotten angezogen. Aber es war mit meinem Trainer Andrei Tivontchik so abgesprochen, dass ich auf den Start verzichte“, sagte der 28-Jährige, der heute wieder voll ins Training einsteigen möchte und seinen Start bei den deutschen Hallenmeisterschaften am kommenden Wochenende in Dortmund nicht gefährdet sieht: „Ich bin optimistisch, dass bis dahin wieder alles gut sein wird.“ Und so blieb die erhoffte Flugshow aus, da zwei als Holzdeppe-Herausforderer gedachte Springer ohne gültigen Versuch blieben: Menno Vloon (Niederlande), der vergangenen Sommer beim Himmelsstürmer-Cup in Zweibrücken starke 5,85 Meter gesprungen war, und Nachwuchstalent Bo Kanda Lita Baehre (Bayer Leverkusen), dem deutschen Meister aller Klassen von 2017 (U20, U23, Männer).

Es kam sogar zu der Situation, dass bei 5,50 Meter alle vier Springer – darunter Alberto und der Zweibrücker Daniel Clemens – in den dritten Versuch mussten. Wäre Alberto nicht im dritten Durchgang über diese Höhe gesprungen, hätten sogar mäßige 5,40 Meter für den Sieg gereicht. Alberto scheiterte anschließend ebenso an 5,60 Metern wie Karsten Dilla (Leverkusen), der seit Oktober in Zweibrücken trainiert. Dilla hatte die 5,50 Meter ausgelassen und wurde am Ende Fünfter, sein Trainingspartner Clemens belegte Rang zwei (je 5,40 m). Beide sagten danach, dass sie zwar mit ihrer Leistung nicht ganz zufrieden seien, aber Positives in Richtung Hallen-DM mitnehmen könnten.

Das Meeting in Zweibrücken, in den vergangenen Jahren oft für Topleistungen gut, litt nicht nur unter der Holzdeppe-Absage und den Salto Nullo von Vloon und Lita Baehre, sondern auch unter der World-Indoor-Tour. Diese Wettkampfserie ist für die Öffentlichkeitswirksamkeit der Leichtathletik sicherlich gut. Allerdings starten die internationalen Top-Stabhochspringer dann bei den Wettkämpfen der Tour – und haben Schwierigkeiten, in ihrem eng getakteten Terminkalender Springen wie das in Zweibrücken unterzubringen. Dominik Alberto hat’s gefreut.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
10.02.2018 Hallenstürmer-Cup 2018 Zweibrücken (Deutschland)