Am 14. Januar findet im Merziger Zeltpalast das Neujahrsspringen statt – und die Besetzung könnte besser nicht sein. Neben Vorjahressieger Raphael Holzdeppe ist auch Stabhochsprung-Weltrekordler Renaud Lavillenie am Start.

Zweibrücken/Merzig. Ein schwieriges Jahr liegt hinter Raphael Holzdeppe. Nach seinem grandiosen Einstieg beim Neujahrsspringen in Merzig, wo er mit 5,70 Metern siegte, zog er sich bei der Hallen-DM Ende Februar einen mehrfachen Bänderriss im Fuß zu. Der Stabhochspringer versuchte, sich zurückzukämpfen. Immer die Olympia-Teilnahme im Blick. Trotz EM- und DM-Absage und der nicht gemeisterten Norm erhielt der Zweibrücker eine Ausnahmegenehmigung für die Spiele in Rio. Schied dort allerdings in der Quali aus. „Der linke Fuß war eigentlich komplett kaputt“, blickt Holzdeppe auf den Jahresbeginn zurück, „dass das alles wieder in Ordnung gekommen ist, liegt vor allem an der tollen Behandlung durch meine Ärzte und Physiotherapeuten.“ So kann der 27-Jährige das erneute Seuchenjahr in guter Form hinter sich lassen und nach vorne blicken. Auf seinen Start in die Hallensaison am 14. Januar im Merziger Zeltpalast. Dort bekommt der Vorjahressieger aber große Konkurrenz.

„Es gibt drei Leichtathleten auf dieser Welt, die jeder kennt“, sagt Werner Klein, „Usain Bolt und Mo Farah sind zwei davon.“ Der dritte im Bunde neben der jamaikanischen Sprint-Legende und der Langstrecken-Ikone aus Großbritannien ist Renaud Lavillenie, der beste Stabhochspringer der Welt. Der Franzose trägt den Spitznamen „Air Lavillenie“ – und er wird der Superstar beim Neujahrsspringen sein. Mit der Verpflichtung des Franzosen ist dem Landkreis Merzig-Wadern, bei dem 3000-MeterHindernis-Bundestrainer Klein hauptberuflich arbeitet, und der Stadt Merzig als ein Coup gelungen. Lavillenie ist Europameister in der Halle (vier Mal) und im Freien (drei Mal), Olympiasieger 2012, Hallen-Weltmeister (zwei Mal) und mit 6,16 Metern aktueller Weltrekordler. Nur bei Weltmeisterschaften im Freien stand der 30-Jährige noch nie ganz oben – was auch an einem Rivalen aus der Pfalz liegt: Raphael Holzdeppe. Der wurde 2013 in Moskau völlig überraschend Weltmeister und schnappte Lavillenie den sicher geglaubten Titel weg, weil beide mit 5,89 Metern gleich hoch sprangen, Holzdeppe aber weniger Fehlversuche aufwies.

Ein ähnliches Duell wollen sich die beiden in Merzig liefern. Holzdeppes Verletzung ist auskuriert, die ersten Wochen der Vorbereitung hat er problemlos hinter sich gebracht. „Ich bin sehr zufrieden. Ich liege voll im Soll. Wenn alles so weitergeht, dann sollte einem erfolgreichen Saisonstart nichts im Wege stehen“, sagt Holzdeppe, der überrascht von der Zusage Lavillenies war. „Mein Ziel bleibt es, in Merzig zu gewinnen. Beim letzten Mal bin ich bei 5,83 Metern knapp gescheitert. Im Januar soll die Latte bei irgendwas mit einer 5 und einer 8 liegen bleiben.“

Lavillenie und Holzdeppe sind nicht die einzigen Hochkaräter. Von den deutschen Topspringern haben Florian Gaul, 2016 Jahresbester mit 5,77 Metern, Tobias Scherbarth und Karsten Dilla zugesagt. Auch Pawel Wojciechowski, Weltmeister von 2011 und WM-Dritter 2015, wird in Merzig springen.

Raphael Holzdeppe,der in Merzig in die Saison startet, hofft 2017 auf ein besseres Jahr.
Raphael Holzdeppe,der in Merzig in die Saison startet, hofft 2017 auf ein besseres Jahr. (Foto: Birkenstock/pma)
Weltrekordler Renaud Lavillenie fliegt in Merzig ebenfalls bis unters Zeltdach.
Weltrekordler Renaud Lavillenie fliegt in Merzig ebenfalls bis unters Zeltdach. (Foto: Leanza/dpa)