Viele junge Sporthoffnungen gibt es in der Region. In loser Abfolge stellt der Merkur einige von ihnen vor. Heute im achten Teil: die zwölfjährige Helena Noll und der elfjährige Jakob Legner, die beim LAZ Zweibrücken ihre Liebe zum Stabhochsprung entdeckt haben.

Zweibrücken. Erst seit einem Jahr trainieren Jakob Legner und Helena Noll in der Stabhochsprunggruppe des Leichtathletikzentrums (LAZ) Zweibrücken. „Wenn sie so weiter machen, steht den beiden aber auf jeden Fall eine erfolgreiche Athletenkarriere bevor“, glaubt Trainer und LAZ-Vorsitzender Bernhard Brenner. „Sie sind beide sehr ehrgeizig und hoch motiviert. Sie brauchen sozusagen keine Anschubfinanzierung. Außerdem haben beide eine relativ hohe Grundgeschwindigkeit und können hoch komplexe Bewegungsabläufe sehr gut verstehen und umsetzen. Das ist sehr wichtig.“

Die zwölfjährige Helena kam durch eine Freundin in die Stabhochsprung-Trainingsgruppe: „Sie hat mich mal mit ins Training genommen, und es hat mir gleich Spaß gemacht. Seitdem komme ich regelmäßig.“ Helena sagt, sie habe schon viele Sportarten ausprobiert, aber erst im Stabhochsprung ihre wahre Leidenschaft entdeckt: „Ich möchte beim Stabhochsprung bleiben und dort etwas erreichen.“

Auch Jakob fand erst über Umwege zum Stabhochsprung. „Ich habe in der Schule Leichtathletik gemacht, aber dann damit aufgehört, weil ich keinen Spaß mehr daran hatte“, erzählt der Elfjährige, „Dann bin ich zum LAZ gewechselt und habe dort erst einmal das ganz normale Grundlagentraining absolviert. Dort hat mich dann Bernhard Brenner entdeckt und gefragt, ob ich nicht mal Stabhochsprung ausprobieren möchte.“ Seit dem ist er mit Feuereifer dabei: „Es gefällt mir einfach. Und es ist etwas, das nicht alle anderen auch mal einfach so machen.“ Vierbis fünf Mal die Woche Training ist deshalb kein Problem für den Sechstklässler: „Ich komme immer ins Training!“ Daneben findet er aber sogar immer noch Zeit, regelmäßig Fußball zu spielen und ab und zu mit seinem Vater klettern zu gehen. Bei Helena dagegen dreht sich alles um Stabhochsprung: „Ich habe sonst keine anderen Hobbys und würde eigentlich gerne öfter trainieren. Aber wegen der Schule habe ich dafür keine Zeit, und da ich in Großsteinhausen wohne, ist auch der Anfahrtsweg recht weit.“ Die Zwölfjährige besucht die siebte Klasse am Zweibrücker Hofenfels-Gymnasium und trainiert vier Mal die Woche beim LAZ. Seit Beginn des Trainings habe sie sich schon sehr verbessert: „2015 bin ich im Freien über 2,40 Meter gesprungen und in der Halle über 2,60.“ Für den Sport nimmt sie es auch in Kauf, dass ihre Freunde sich schon mal beschweren, weil sie keine Zeit hat: „Das ist mir aber egal. Ich mache mein Ding.“

Im Training bewältigte Jakob ebenfalls schon die 2,60 Meter über die Latte: „Im Wettkampf hatte ich dann aber ein bisschen Pech, und es blieb bei 2,20 Metern. Im Sommer hatte ich mir den Arm gebrochen und konnte leider auch nicht so viel trainieren.“

Für Bernhard Brenner sind die Wettkampferfolge seiner Schützlinge zu diesem frühen Zeitpunkt aber eher nebensächlich: „In dem Alter zielen wir beim LAZ nicht auf Titel ab. Wir möchten Athleten hervorbringen, die vor allem längerfristig, also im Erwachsenenbereich, als Spitzensportler bestehen können. Titel werden wichtig, sobald sie aus der Schule kommen und dann als Sportler bestehen müssen.“

Jakob Legner und Helena Noll greifen mehrmals wöchentlich beim LAZ Zweibrücken im Training zum Stab. Für ihren Sport nehmen die Nachwuchsspringer viel in Kauf.
Jakob Legner und Helena Noll greifen mehrmals wöchentlich beim LAZ Zweibrücken im Training zum Stab. Für ihren Sport nehmen die Nachwuchsspringer viel in Kauf. (Foto: Katja May)