Immer schwieriger wird es – so beklagen viele Vereine –, Kinder und Jugendliche für Sport zu begeistern. Gestiegene Anforderungen durch Schule und Beruf sowie abweichende Interessen im schnelllebigen Medienzeitalter sind nur einige Gründe. Dass es in Zeiten von Ganztagsschulen, Facebook und sportlicher Betätigung vor Xbox und Wii dennoch gelingen kann, erfolgreich den Nachwuchs aufzubauen und zu fördern, beweisen die Namen und Erfolge der Zweibrücker Nachwuchssportler allein in diesem Sommer.

So hat Wsf-Schwimmerin Marlene Hüther bei den Junioren-Europameisterschaften einmal mehr gezeigt, dass sie nicht nur national zur Spitze gehört. Die 15-Jährige gewann Silber über 50 Meter Brust, veredelte ihren Auftritt mit Bronze über 100 Meter Brust und bestätigte damit ihre herausragende Form aus den vorangegangenen Wettkämpfen. Bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften hatte sie vier Mal Gold und einmal Silber gewonnen, bei den offenen Deutschen Langbahn-Meisterschaften klopfte die Dietrichingerin bei der nationalen Elite an. Schwamm dort bis ins A-Finale vor, belegte die Ränge sechs, acht und zehn. Doch die Wassersportfreunde haben noch weitere heiße Eisen im internationalen Feuer. So starten an diesem Wochenende „die wohl schnellsten Brüder der Welt“, wie Landestrainer Hannes Vitense Felix und Moritz Bartels gerne scherzhaft nennt, aus aussichtsreicher Position bei der Junioren-Europameisterschaft im türkischen Kocaeli. Felix Bartels hatte im vergangenen Jahr mit dem Doppelsieg bei der Junioren-Weltmeisterschaft eindrucksvoll sein Können unter Beweis gestellt. Wenn die Schwimmer auch am Olympiastützpunkt bei den saarländischen Landestrainern Ralf Steffen und Hannes Vitense in Saarbrücken beheimatet sind, so steht ihre Wiege doch in Zweibrücken. Bei den Wassersportfreunden ist ein ausgeklügeltes Leistungsraster aufgebaut worden, das die Schwimmtalente durchlaufen müssen, ehe sie überhaupt an den Olympiastützpunkt gelangen.

Dass Zweibrücken ein guter Nährboden für sportliche Talente ist, beweisen auch immer wieder die Sportler des Leichtathletikzentrums. Stabhochspringer Daniel Clemens überraschte bei der U23Europameisterschaft mit Bronze, erfüllte sich damit einen Traum. Auch Mannschaftskameradin Anna Felzmann rückte sich in diesem Jahr in den Fokus, sprang bei ihrer ersten internationalen Meisterschaft ins Finale, belegte bei der U23-EM Rang sieben. Auch bei der U20EM machten die Zweibrücker Nachwuchsleichtathleten Werbung für sich, ihren Sport und ihre Stadt. Die U18-Weltmeisterin im Speerwurf von 2011, Christin Hussong, gewann in Rieti Silber, um einen Zentimeter verpasste sie den ganz großen Wurf zur Goldmedaille. Die 19-Jährige war im vergangenen Jahr vom TV Thaleischweiler wegen der besseren Trainingsmöglichkeiten zum LAZ gewechselt. Auch, wenn Lukas Hallanzy mit seinem zehnten Platz und seiner Höhe (5,00 Meter) bei der U20-EM nicht zufrieden war, so hält auch er den Anschluss an die internationale Spitze. Und auch in den jüngeren Jahrgängen lassen immer wieder vielversprechende Talente aufhorchen – derzeit die 13-jährige Lea Faltermann, die mit 3,65 Metern die deutsche Bestenliste der Altersklasse w14 im Stabhochsprung anführt.

Die vielen Namen und Erfolge zeigen: Hier sind Übungsleiter und Trainer am Werk, die über das nötige Know-how in der Talentsichtung und den nötigen Weitblick verfügen. Hüther, Clemens, Hussong, Hallanzy, die Bartels-Brüder, aber auch die Handball-Juniorennationalspieler Jerome Müller und Elisa Burkholder vom SV 64, sie alle sind Leistungsträger ihres Sports. Ihre Erfolge basieren auf einer gezielten Förderung, die ihren Ursprung in Zweibrücken hat. Dass Leistungsträger wie Hussong oder auch der Neuzugang bei den VTZ-Handballern, Björn Zintel, der ebenfalls in der Junioren-Nationalmannschaft spielt, an diesen Standort wechseln, ist auch ein Zeichen dafür, dass es in den Vereinen sowie bei der Sport-Infrastruktur in Zweibrücken stimmt.