Leichtathletik: Florian Hochdörffer macht dem Sprintfavoriten das Leben schwer. Sina Mayer schnellste Sprinterin in Eisenberg. Von der TSG Grünstadt glänzen die Talente Imran Ahmed und Erik Englert.

Eisenberg. Pfalzmeisterschaften sind in jedem Jahr aufs Neue Saisonauftakt und Standortbestimmung zugleich. Wenn dann persönliche Bestleistungen herausspringen wie die tollen 6,63 Meter des 16-jährigen Imran Ahmed (TSG Grünstadt) im Weitsprung der U18, und das trotz einer Fersenprellung, dann ist das hervorragend, aber eher die Ausnahme.

Andere Athleten wie die Zweibrücker Stabhochspringerin Anna Felzmann müssen erst wieder das Gefühl für einen Wettkampf entwickeln. Die 23-Jährige hatte im Winter mit einer langwierigen Schulterverletzung zu kämpfen. „Ich will gar nicht auf Titel oder Höhe schauen“, sagte sie vor dem Wettkampf, und danach: „Mit meinen 4,20 Meter bin ich sehr einverstanden. Wieder in die Wettkämpfe reinzukommen, ist Kopfsache“, erklärte die Deutschund Sportstudentin, die 2013 Siebte der U23-EM gewesen war und 2014 den U23-DM-Titel holte.

Und wieder andere Athleten müssen mit ihrem Saisonaufbau sehr behutsam umgehen, weil sie sich Richtung deutsche Spitzenklasse orientieren. Sina Mayer (20, LAZ Zweibrücken) etwa hat sich aus dem Trainingsprozess heraus den Mai mit vielen Wettkämpfen vollgeladen, die mehr oder weniger Testcharakter haben, ehe sie dann am 30. Mai in Weinheim richtig glänzen will. Sie hat gestern die 100 Meter in 12,09 Sekunden vor der zwei Jahre jüngeren Sandra Wagner (ABC Ludwigshafen, 12,50) – wie dann auch die 200 Meter – gewonnen, in Abwesenheit der schnellsten pfälzischen Sprinterin Carlotta Buckel, die mit einer Verletzung aus der Hallensaison herausgegangen war und ihr Training umstellen musste. Richtig spannend verlief das Sprintfinale der Männer: Favorit Martin Hahn (10,83, ABC Ludwigshafen) siegte nur knapp vor dem supergut aufgelegten Florian Hochdörffer (10,87, TV Nußdorf) und meinte: „Das war nicht wirklich locker. Ich wollte wohl zu viel.“

Und dann gibt es noch die Kategorie von Athleten, die gestern nicht antraten. Sei es, weil sie wie Stabhochspringerin Kristina Gadschiew in Manchester starteten (und dort „nullte“) oder wie Speerwerferin Christin Hussong (beide LAZ Zweibrücken), die erst nächste Woche in Halle/Saale in die Saison einsteigen wird. Beide haben die WM in Peking im Visier. Oder sei es, weil sie verletzt sind wie Florian Lickteig (TV Dudenhofen), der eine „blöd zu behandelnde Schleimbeutelentzündung“ im Fuß hat. Er war dennoch da, und „spielte“ mit seinem Bruder Simon die perfekten Stadionsprecher. „Wenn man schon hier ist, macht man sich gerne nützlich“, meinte grinsend der Hürdensprinter, dessen Saisonziel die U20-EM in Eskilstuna ist.

Kurzum: In einem der schönsten Leichtathletikstadien der Pfalz, im Eisenberger Waldstadion, gab es gestern „vun allem ebbes“ bei einem guten Saisonauftakt, den organisatorisch eine in Teilen neue Mannschaft um den neuen Präsidenten Pauls Paszyna meisterte. Leistungssportchef Thomas Lickteig jedenfalls nutzte jede Minute, um Kontakte zu knüpfen und auszubauen. „Ein hartes Geschäft mit viel Arbeit“ hat er schon erkannt. Dem stellt er sich mit Fleiß und Know-how. Nicht nur ihm aufgefallen sind Sebastian Schultz mit zwei Meter im Hochsprung, Roy Heilmann mit 49,51 Sekunden über 400 Meter und in der Schülerklasse M13 der sechsfache Sieger Erik Englert (TSG Grünstadt).

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
09.05.2015 Pfalzmeisterschaften 2015 Eisenberg (Deutschland)