Darmstadt. Trotz seines umstrittenen Verhaltens ist Diskus-Olympiasieger Christoph Harting für die Weltmeisterschaften vom 27. September bis 6. Oktober in Doha/Katar nominiert worden. Wie der Deutsche Leichtathletik-Verband gestern bekanntgab, gehört der 29-jährige Berliner zu den 71 Startern bei der Wüsten-WM.

Der DLV wählte bereits Anfang August ein Teilaufgebot von 46 Athleten für das WM-Aufgebot aus, bei dem Harting nicht berücksichtig wurde. Harting war trotz Normerfüllung außen vor gelassen worden, weil er sich Anfang August despektierlich über den DLV und Konkurrenten äußerte. So hatte er die deutschen Meisterschaften als „letzten Erpressungsversuch der deutschen Leichtathletik“ bezeichnet, es gebe „wenig Unbedeutenderes“ als den Meistertitel. In einem Gespräch mit DLV-Generaldirektor Idriss Gonschinska soll er sich jedoch einsichtig gezeigt haben.

„Wir werden in Doha ein gut vorbereitetes deutsches Team sehen“, sagte DLV-Cheftrainer Alexander Stolpe. Große Hoffnungen setzt der Verband vor allem auf Weitsprung-Europameisterin Malaika Mihambo (LG Kurpfalz), die mit einer Serie von SiebenMeter-Sprüngen als Nummer eins der Weltrangliste eine Goldmedaillenanwärterin bei der WM ist.

Auf einen weiteren großen Wurf hoffen auch die vier Speerwerfer um Titelverteidiger Johannes Vetter (Offenburg), Andreas Hofmann (MTG Mannheim) und Olympiasieger Thomas Röhler (Jena). Chancen auf Edelmetall haben zudem die Mehrkämpfer Kai Kazmirek (LG Rhein-Wied) und Niklas Kaul (Mainz) sowie die WM-Zweite Carolin Schäfer (Frankfurt).

Zu den Hoffnungsträgern zählt auch Vorzeigeläuferin Konstanze Klosterhalfen, die zuletzt mit einer Serie von drei deutschen Freiluft-Rekorden und mit den dabei gelaufenen Zeiten in die Weltklasse aufgestiegen ist. Die Leverkusenerin wird über 5000 Meter antreten. Bei Weltmeisterschaften konnte bisher nur eine deutsche Langstreckläuferin den Titel gewinnen: Birgit Friedmann (Königstein im Taunus) 1980 über 3000 Meter. Bei der WM 2017 in London holten die DLV-Asse eine Gold – sowie je zwei Silber- und Bronzemedaillen.

Nominiert sind folgende Pfälzer Athleten: 1500-Meter-Läuferin Hanna Klein (SG Schorndorf), im Stabhochsprung Lisa Ryzih (ABC Ludwigshafen) und Raphael Holzdeppe (LAZ Zweibrücken) sowie Speerwerferin Christin Hussong (LAZ Zweibrücken).

Der DLV hat auch aber auch einige Ausfälle zu beklagen. So sagten der zweimalige Kugelstoß-Weltmeister David Storl (Leipzig) sowie die EM-Zweite und -Dritte Pamela Dutkiewicz (Hürdensprint) und Marie-Laurence Jungfleisch (Hochsprung) für die WM ab. Passen mussten auch der Weltklasse-Hürdensprinter Gregor Traber und die beiden Dreispringer Max Heß, Europameister von 2016, und Kristin Gierisch.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
27.09.–06.10.2019 Weltmeisterschaften 2019 Doha (Katar)