Darmstadt. Die Abschiedsvorstellung von Diskus-Ausnahmewerfer Robert Harting kann bei den Europameisterschaften in Berlin über die Bühne gehen. Der 33 Jahre alte Olympiasieger von 2012 gehört zum deutschen Aufgebot für die EM vom 6. bis 12. August, teilte der Deutsche Leichtathletik-Verband gestern mit. Der DLV schickt 128 Athleten (66 Männer/62 Frauen) und damit das größte deutsche Aufgebot in der EM-Geschichte an den Start.

„Wir haben nicht nur ein sehr großes, sondern aus meiner Sicht auch ein sehr ambitioniertes Team, das um jeden einzelnen Zentimeter kämpfen und die Zuschauer bei der EM begeistern wird“, sagte Idriss Gonschinska, der Leitende Direktor Sport des Verbandes.

Mit Robert Harting werden sein Bruder Christoph und der Olympia-Dritte Daniel Jasinski am 8. August um den Diskus-Titel kämpfen. Das Nachsehen hatte der Magdeburger Martin Wierig, der in der EM-Qualifikation mit 66,98 Meter die zweitbeste Weite erzielt hatte. Den Ausschlag für Robert Harting gab, dass er bei den deutschen Meisterschaften in Nürnberg vor Wierig Dritter wurde.

„Wenn er seinen letzen Wurf gemacht hat, wird es ein großer bewegender Augenblick für Robert und die Zuschauer sein“, erwartet Clemens Prokop, Präsident des Berliner Organisationskomitees. Der Europameister von 2012 und 2014 selbst hofft „mit Frische und Dynamik“ am Karriereende noch einmal 66,5 Meter werfen zu können. Favorit auf den Titel ist aber sein Bruder Christoph.

Bei der EM vor zwei Jahren in Amsterdam belegten die deutschen Asse mit 16 Edelplaketten (5 Gold/4 Silber/7 Bronze) im Medaillenspiegel Platz zwei hinter Polen. Die fünf Titelverteidiger des DLV, Max Heß (Dreisprung), David Storl und Christina Schwanitz (beide Kugelstoßen) sowie Cindy Roleder (Hürdensprint) und Gesa Felicitas Krause (Hindernislauf), gehören zum Aufgebot. Sorgen bereiten zwei Topathleten: Schwanitz erlitt bei einem Autounfall ein Schleudertrauma. Dreispringer Heß musste bei den deutschen Meisterschaften am Wochenende wegen muskulärer Probleme aussteigen. „Ich hoffe, dass die Spitzenathleten nicht ausfallen. Sie können wir nicht ersetzen“, sagte Gonschinska.

Zu weiteren Medaillenkandidaten zählen vor allem Pamela Dutkiewicz (Hürdensprint), Gina Lückenkemper (100 Meter), das Speerwurf-Trio mit Olympiasieger Thomas Röhler, Weltmeister Johannes Vetter und dem Mannheimer Andreas Hofmann sowie die Mehrkämpfer Kai Kazmirek und Carolin Schäfer. Speerwerferin Christin Hussong (LAZ Zweibrücken) und die Edenkobenerin Hanna Klein, nominiert über die 1500 Meter, holten am Wochenende DM-Titel.

Läufer Philipp Pflieger scheiterte gestern mit einer Klage vorm Landgericht Darmstadt. Er wollte in Berlin sowohl über 10.000 Meter als auch im Marathon starten, doch der DLV war gegen einen Doppelstart und nominierte ihn nur für den Marathon. Das Gericht erklärte, dass der DLV in den Nominierungsrichtlinien für die EM auch festgeschrieben hat, dass ein Athlet für die Disziplin nominiert wird, in der er die besten Erfolgsaussichten hat.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
07.–12.08.2018 Europameisterschaften 2018 Berlin (Deutschland)