LAZ-Speerwerfer Till Wöschler vor seinem ersten Einsatz im Nationaltrikot

Sein Debüt im Nationaltrikot gibt der LAZ-Speerwerfer Till Wöschler am Sonntag beim Vier-Länderkampf in Lyon. Der Gymnasiast hatte sich mit dem A-Jugendtitel bei den Deutschen Winterwurfmeisterschaften qualifiziert.

Zweibrücken. Die Vorfreude steht dem Speerwerfer des Leichtathletikzentrum (LAZ) Zweibrücken, Till Wöschler, ins Gesicht geschrieben. Steht doch der 17-Jährige vor seinem ersten internationalen Einsatz im Nationaltrikot, das er vorsorglich schon am Donnerstagnachmittag angezogen hat.

Der Zweibrücker startet am Sonntag beim Vier-Länderkampf Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien in Lyon. Qualifiziert hat sich der Modell-Athlet mit 1,95 Metern und 102 Kilogramm mit seinem Sieg bei den Deutschen Winterwurfmeisterschaften in Düsseldorf mit seiner neuen Bestleistung von 69,24 Metern.

Für seinen Trainer Matthias Brockelt kommt diese Leistungssteigerung nicht von ungefähr: „Wenn Till gesund ist, gehört er zu den talentiertesten Speerwerfern Deutschland.“ Ein sogenannter „Gleitwirbel“ im Lendenwirbelbereich hat dem Speerwerfer in der Vergangenheit schon mehrfach die Wettkämpfe vermiest. „Doch nun haben wir, dank der physiotherapeutischen Maßnahmen alles im Griff“, erklärt Brockelt. „Wir trainieren etwas weniger, und dennoch hat Till noch deutlich Reserven“. Diese hatte der Schüler der 11. Klasse des Hofenfels-Gymnasiums beim Bundeskader-Lehrgang in Kienbaum bereits bewiesen, als er den Männerspeer (800 g) bereits auf 70,27 Meter geschleudert hatte. Beim Schüler-Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ hatte er den 700-Gramm-Speer bereits auf 74,12 Meter geworfen.

Regelrecht „explodiert“ (Brockelt) war Till Wöschler in der Saison 2007, als er sich um elf Meter gesteigert und erstmals die 70-Meter-Marke übertroffen hatte. Doch Matthias Brockelt, der im Training sehr behutsam mit seinem Schützling umgeht, „wir trainieren nur zwei Stunden täglich“, sieht noch weiteres Potenzial. „Till hat bei den Kraftwerten zugelegt, und er verhält sich auch professioneller.“ Seit fünf Jahren trainieren die beiden miteinander und ständig sind Verbesserungen zu verzeichnen. So kam auch für den Gymnasiasten der Meistertitel nicht überraschend: „Ich hatte schon mit einem Platz zwischen eins und drei gerechnet. Wenn der Rücken hält, kann ich jeden in meiner Altersklasse schlagen.“

Deshalb klingt es auch nicht vermessen, als er sein Saisonziel beziffert: „74 Meter sollten es mindestens sein.“ Des Weiteren hat er die U 20-Europameisterschaft in Slowenien im Juli im Visier, und auch bei der Deutschen Jugendmeisterschaft in Rhede will er „vorne mit dabei sein“.

Deshalb wird er auch nach dieser Saison sein Handball-Intermezzo beim SV 64 beenden und sich ganz auf das Speerwerfen konzentrieren.

Speerwerfer Till Wöschler
Gut lachen hat Speerwerfer Till Wöschler, der schon einmal im Nationaltrikot im Westpfalzstadion posierte. Foto: sad