Karlsruhe. Leichtathletik der Weltklasse wurde in Karlsruhe bisher immer in der Europahalle präsentiert. 30 Jahre hintereinander. Im Frühsommer 2014 aber kam das Aus für die Sportstube der Fächerstadt – wegen mangelhaften Brandschutzes. Doch die Verantwortlichen disponierten flugs um. Der Gemeinderat scheute keine Kosten, um der Badischen Residenz die einzige Sportveranstaltung mit internationaler Strahlkraft zu erhalten. Um aus der ansonsten „nackten“ Halle 2 auf dem Messegelände in Forchheim ein überdachtes Leichtathletikstadion zu machen, wurde in Göteborg die Laufbahn der Halleneuropameisterschaft 2013 gekauft – für 350.000 Euro. Um sie herum stehen Tribünen für 4300 Zuschauer. Die heutige Veranstaltung (Beginn: 18 Uhr) ist nahezu ausverkauft. An den Tageskassen gibt es heute nur noch etwa 150 Tickets.

Für die fünf Disziplinen bei den Frauen (60-m-Hürden, 60 Meter, Weitsprung, 1500 Meter, 3000 Meter) und sechs bei den Männern (60-m-Hürden, 1500 Meter, 3.000 Meter, Weitsprung, Kugelstoßen, Stabhochsprung) hat Athletenkoordinator Alain Blondel wieder hochkarätige Starterfelder zusammengestellt. Heraus ragt Renaud Lavillenie, der Olympiasieger 2012 im Stabhochsprung. Für den Franzosen, der in der vergangenen Saison den Hallenweltrekord auf 6,16 Meter stellte, „sind 5,80 oder 5,90 schon keine gute Leistung mehr“, sagte Blondel: „Er möchte konstant über sechs Meter springen.“ Auf ihn treffen die Zweibrücker Raphael Holzdeppe, 2013 Freiluft-Weltmeister vor Lavillenie, und Daniel Clemens.

Mit Spannung erwartet wird – nach Verletzungssorgen und einer Babypause – das Comeback von Susanna Kallur. Die Schwedin stellte 2008 in der Europahalle über 60 Meter Hürden einen Weltrekord auf (7,68 Sekunden), der auch heute noch gültig ist. Auf sie trifft Carolin Dietrich (geborene Nytra), die sehr lange verletzt war. Ebenfalls von der MTG Mannheim startet die Sprinterin Verena Sailer.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
31.01.2015 IAAF Indoor Meeting Karlsruhe 2015 Karlsruhe (Deutschland)