Den zweiten Sieg des neuen Jahres feierte LAZ-Stabhochspringer Raphael Holzdeppe in seinem zweiten Wettkampf. Nach Merzig sicherte sich der 26-Jährige den obersten Podestplatz auch beim hochklassig besetzen Meeting in Rouen, ließ Olympiasieger Renaud Lavillenie und Weltmeister Shawn Barber hinter sich.

Rouen/Zweibrücken. Die Arme gehen in die Höhe, ein strahlendes Lachen hat Raphael Holzdeppe nach seinem Siegsprung auf dem Gesicht. Das erste Aufeinandertreffen der Welt-Elite entscheidet der Vize-Weltmeister klar für sich. Mit neuer Hallen-Bestmarke von 5,84 Metern hat der Stabhochspringer des LAZ Zweibrücken am Samstagabend beim Meeting in Rouen (Frankreich) Weltrekordler und Olympiasieger Renaud Lavillenie bezwungen. „Was will man mehr“, kommentiert der 26-Jährige den Erfolg. Lavillenie, der sich zuletzt mit Knieproblemen herumschlug, kam mit 5,70 Metern nur auf Rang vier. Weltmeister Shawn Barber (Kanada) schafft es auch nicht höher.

„Ich bin sehr zufrieden“, sagt Holzdeppes Trainer Andrej Tivontschik über seinen Schützling. „Es war sein erster Wettkampf aus vollem Anlauf und dann gleich Hallen-Bestleistung!“ Diese lag zuvor bei 5,82 Metern.

Hallen-Weltmeister Kostadinos Filippidis aus Griechenland wird mit 5,77 Metern Zweiter, Kevin Menaldo aus Frankreich mit der gleichen Höhe Dritter. Drei Mal versucht sich Renaud Lavillenie, der die zurückliegenden drei Auflagen in Rouen alle gewann, die vergangenen beiden mit Flügen über die Sechs-Meter-Marke, an den 5,84 Metern. Drei Mal scheitert er. „Mir fehlte es an der Einstellung und am Gelingen. Aber es gibt keinen Grund zur Sorge. Am Ende des Jahres wird sich niemand mehr daran erinnern, wer in Rouen gewonnen hat, da zählen die Olympischen Spiele“, gibt sich der Franzose gegenüber der französischen Sportzeitung L’Equipe locker. Erst bei 5,70 Metern ist der 29-Jährige mit einem gültigen Versuch in den Wettkampf eingestiegen, lässt die 5,77 Meter, die zum zweiten Platz hätten reichen können, aus. So muss er sich mit Rang vier zufriedengeben.

Raphael Holzdeppe ist mit einem Fehlversuch über die 5,63 Meter gestartet, leistet sich auch nach ausgelassenen 5,70 Metern gleich zwei Fehlversuche über 5,77 Meter und einen über die Sieghöhe von 5,84 Metern. Der Zweibrücker versucht sich trotz des bereits feststehenden Erfolgs auch noch an den 5,91 Metern. Doch er reißt drei Mal knapp. Die drei „vielversprechenden Versuche“ (Tivontchik) über 5,91 Meter ließen aber darauf hoffen, dass bei den anstehenden Meetings in Deutschland bald auch die 5,90 Meter fällig sind. Eine weitere Marke ist seit Samstag abgehakt: Die Norm für die Hallen-Weltmeisterschaft in Portland (USA; 17. bis 20. März) hat der Zweibrücker um sieben Zentimeter überboten.

Nächster Stopp auf dem Weg zu dem internationalen Kräftemessen ist am kommenden Sonntag der Hallenstürmer-Cup vor der eigenen Haustür in der Dieter-Kruber-Halle. Bislang hat hier noch kein Zweibrücker siegen können.

Dort wird auch die deutsche Rekordhalterin Silke Spiegelburg an den Start gehen, die in Rouen ohne gültigen Versuch mit einem salto nullo ins neue Jahr gegangen ist. Doch nervös machen lassen sich Spiegelburg und Frauen-Bundestrainer Andrei Tivontchik davon nicht. Denn die Leverkusenerin ist zum ersten Mal seit fast zwei Jahren wieder aus ihrem vollen Anlauf von 18 Schritten gestartet – die Basis für konstant hohe Sprünge, aber ein Schritt, der noch mehr Routine erfordert. In Rouen gewinnt die WM-Dritte aus Griechenland Nikoleta Kiriakopoulou, die im zweiten Anlauf 4,71 Meter meistert. Damit kann sie den Rest der Konkurrenz deutlich hinter sich lassen: Mit 4,48 Metern Zweite wird die Schweizer Rekordhalterin Nicole Büchler, 4,38 Meter bescherten der Finnin Minna Nikkannen Rang drei vor ihrer höhengleichen Landsfrau Wilma Murto, 17 Jahre jung, und der Französin Marion Fiack. Bis auf die Siegerin greifen auch all diese Athletinnen beim Hallenstürmer-Cup in Zweibrücken zum Stab.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
23.01.2016 Perche Elite Tour 2016 Rouen (Frankreich)