Christin Hussong ist endgültig in der deutschen Spitze angekommen. Die Speerwerferin des LAZ Zweibrücken hat am Dienstagabend das Meeting in Luzern gewonnen, dabei mit neuer Bestleistung von 63,34 Metern die EM-Norm locker gemeistert.

Zweibrücken/Luzern. Darauf hat die 20-Jährige hingearbeitet. LAZ-Speerwerferin Christin Hussong hat am Dienstagabend die EM-Norm (60,50 Meter) geknackt. Beim internationalen Leichtathletik-Meeting in Luzern (Schweiz) ist der Knoten geplatzt, als sie Wurfgerät auf 63,34 Meter schleuderte. Ihre persönliche Bestleistung übertraf Hussong dabei gleich um mehr als drei Meter. „Das ist gigantisch“, freut sich der sportliche Leiter des LAZ Zweibrücken, Alexander Vieweg, selbst Speerwerfer. Er bezeichnete diese Steigerung als einen „Quantensprung“ und sah „die EM-Norm pulverisiert“. Umso erstaunlicher sei der Sieg in Luzern bei der Größe des Meetings zu werten: „Ich selbst habe dort schon geworfen, einmal gewonnen“, erzählt Vieweg, „da sitzen nicht mal gerade nur 3000, 4000 Zuschauer, das ist ein Hexenkessel“. Dabei setzte sich die 20-Jährige gegen ihre ukrainische Konkurrentin Hanna Hatsko-Fedususova durch, gewann mit 24 Zentimetern Vorsprung. Die EM-Vierte Goldie Sayers aus Großbritannien wurde Dritte (60,32 m).

Die Teilnahme an der Europameisterschaft vom 12. bis 17. August in Zürich (Schweiz) müsste mit dieser Weite für Hussong, die von ihrem Vater Udo trainiert wird, gesichert sein, glaubt Vieweg.

Spannend sei der große Wurf auch im Hinblick auf die Deutsche Meisterschaft, die am übernächsten Wochenende in Ulm ausgetragen wird. „Linda Stahl hat zwar bereits einen 67-Meter-Wurf stehen in diesem Jahr, wirft derzeit aber auch in der Region um die 63, 64 Meter“, weiß Vieweg, der Christin Hussong schon länger eine solche Weite zugetraut hatte und daher nicht sonderlich überrascht war. Die Leverkusenerin Katharina Molitor hat bislang 61,67 Meter stehen.

„Es war wirklich ein sehr guter Wurf“, lobt Vater und Trainer Udo Hussong die Leistung seiner Tochter in Luzern. Damit habe Christin als dritte Deutsche die EM-Norm geknackt, sich in der Bestenliste sogar an Molitor vorbeigeschoben. Hussong: „Die Atmosphäre in dem Stadion war schon besonders und das Feld nicht gerade ohne große Namen.“ Dennoch hält er sich in Sachen EM noch zurück.

„Entscheidend ist nächste Woche die Deutsche Meisterschaft“, gibt er zu bedenken. Susanne Siebert hätte mit ihren 59,42 Metern in Luzern auch nicht mehr so weit von der Norm weggelegen und habe in Ulm die Möglichkeit, diese noch zu überwinden. Insgesamt habe er seiner Tochter aber in der vergangenen Trainingswoche und auch bereits beim Einwerfen die gute Form angemerkt. Daher traut er ihr nun, „wo der Druck weg ist“, zu, dass es ihr in den kommenden Wettkämpfen leichter fällt, weiterhin aufzutrumpfen. „Alles ist möglich, aber für die EM noch alles offen“, mahnt Udo Hussong vor frühzeitiger Euphorie.

„Es freut mich unheimlich für Christin, aber auch, dass der Verein zeigen kann, dass sich hier nicht nur Sportler exzellent mit einem Stab hoch in die Lüfte schwingen können, es hier nicht nur Stabhochsprung gibt, sondern, das LAZ auch etwas anderes kann“, sagt der sportliche Leiter.

Erst in der laufenden Saison hatte Hussong ihre drei Jahre alte persönliche Bestleistung übertroffen und vor einem Monat erstmals über 60 Meter geworfen. Mit ihrer neuen Leistung steigt die U20-Vize-Europameisterin an die Spitze der deutschen U23-Bestenliste, auf Rang fünf der europäischen Speerwerferinnen auf und sichert sich einen Platz in den Top 10 der Weltjahresbestenliste.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
12.–17.08.2014 Europameisterschaften 2014 Zürich (Schweiz)
15.07.2014 Spitzen Leichtathletik Luzern 2014 Luzern (Schweiz)