Als führende der europäischen U23-Bestenliste ist LAZ-Speerwerferin Christin Hussong zur EM nach Tallinn gereist. Nach der Qualifikation, die sie mit neuer Saisonbestleistung von 62,59 Metern dominierte, geht sie am Samstag auch als Favoritin in das Finale. Bei der Universiade in Gwangju hat Stabhochspringer Daniel Clemens ebenfalls den Endkampf erreicht.

Tallinn/Gwangju. Ihrer Favoritenrolle ist Christin Hussong zumindest in der Qualifikation schon mal gerecht geworden. Nach zwei Würfen kann die Athletin des LAZ Zweibrücken ihre Speere bei leichtem Regen und 17 Grad schnell wieder einpacken, die Teilnahme am Finale der U23-Europameisterschaften in Tallinn (Estland) ist perfekt. Mit einem deutlichen Fingerzeig. Nach einem vorsichtigen Wurf über 52,71 Meter im ersten Anlauf schleuderte die 21-Jährige ihren Speer im zweiten Versuch auf beeindruckende 62,59 Meter – und damit ihre neue Saisonbestmarke. „Im ersten Wurf hat es vom Abstand vorne einfach nicht gepasst, aber der zweite Wurf war einfach geil“, sagt der sportliche Leiter des LAZ, Alexander Vieweg. Bislang hatte Hussong 61,57 Meter stehen. Schon die bedeutete die Spitzenposition in der europäischen U23-Bestenliste, weshalb die Herschbergerin „sogar erstmals mit der blauen Startnummer als europäische Führende“ antreten durfte. „Für Christin war es in diesem Jahr ganz wichtig, viele Würfe über die 60er Marke zu haben – auch im Hinblick auf die WM in Peking“, betont Vieweg. Jetzt könne die Herschbergerin in Tallinn ganz locker ins Finale gehen und sich danach auf Peking konzentrieren.

Die Zeichen für Samstag stehen gut für eine Medaille, die sich Christin Hussong bei ihrem letzten internationalen Auftritt bei den Junioren vorgenommen hat. „Sie trifft den Speer eigentlich so gut, sie kann noch viel weiter werfen“, ist sich Vieweg, selbst Speerwerfer, sicher. Mit dem Versuch über 62 Meter habe sie wieder angedeutet, welches Leistungsvermögen sie hat. Allerdings will Christin Hussong selbst den Erwartungsdruck herunterschrauben. „Es kann immer viel passieren in so einem Wettkampf.“ Als einzige hat die LAZ-Athletin gestern überhaupt die Qualifikationsnorm von 55 Metern für das Finale übertroffen. Die zweite deutsche Werferin, Christine Winkler (Leipzig) hat den Einzug in den Endkampf mit 48,71 Metern verpasst.

Felzmann in Gwangju Siebte

Über 7300 Kilometer entfernt in Gwangju (Südkorea) hat LAZ-Stabhochspringerin Anna Felzmann gestern im Finale der Universiade zum Stab gegriffen. Mit 4,25 Metern kam sie nicht ganz an ihre Bestleistung von 4,40 Metern heran, belegte Rang sieben. Ihre Anfangshöhe meisterte die 23-Jährige gleich im ersten Versuch, ebenso die 4,25 Meter. 4,30 ließ die Lehramtsstudentin der Uni des Saarlandes aus, scheiterte dann aber drei Mal an den 4,35 Metern. Gold sicherte sich die favorisierte Chinesin Li Ling mit 4,45 Metern. Die Luxemburgerin Gina Reuland, die beim LAZ Zweibrücken trainiert, erreicht mit 4,05 Metern Platz neun. Die zweite deutsche Starterin Martina Schultze blieb ohne gültigen Versuch. Drei Mal scheiterte sie an 3,95 Metern.

Während für Anna Felzmann der sportliche Teil der Universiade nun beendet ist, kann sie ihrem Freund Daniel Clemens am Samstag im Finale noch die Daumen drücken. Der 23-jährige Zweibrücker meisterte gestern die Qualifikationshöhe von 5,30 Metern und darf damit im Feld der zwölf Besten noch einmal ran. Dabei begann der Wettkampf für den Studenten des Internationalen Managements an der Hochschule Ansbach mit einem Fehlversuch über die Einstiegshöhe von 5,20 Metern, die er aber im zweiten Anlauf überquerte. Gleich im ersten Versuch flog Clemens über die 5,30 Meter und kann sich nun auf das Finale vorbereiten. Den Sprung in dieses schaffte auch der zweite deutsche Starter Marvin Caspari (DSHS Köln).

Wenn der Zweibrücker im Endkampf seine Leistung abrufen kann, sei alles drin, erklärt der LAZ-Vorsitzende Bernhard Brenner. „Er kann deutlich höher fliegen“, erklärt auch Vieweg, „ich warte nur darauf, dass der Knoten endlich platzt“. Zuletzt hatte es bei Clemens in den Wettkämpfen allerdings etwas gehakt. Lediglich beim vereinseigenen HimmelsstürmerCup kam der 23-Jähirge mit 5,50 Metern an seine Bestmarke von 5,60 Metern heran. Danach hat er 5,35 Meter (Ingolstadt), 5,45 Meter (Landau) und 5,31 Meter (Hof ) stehen. Mit der besten Vorleistung von 5,80 Metern geht der Pole Robert Sobera am Samstag in den Medaillenkampf.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
09.–12.07.2015 U23-Europameisterschaften 2015 Tallinn (Estland)
03.–14.07.2015 Universiade 2015 Gwangju (Südkorea)