Zweibrücken. Das Starter-Trio des LAZ Zweibrücken ist heiß auf die deutschen Meisterschaften der Leichtathleten am Wochenende in Erfurt. Ganz besonders Stabhochspringer Raphael Holzdeppe und Speerwerferin Christin Hussong, beide haben gute Titelchancen. Für Sprinterin Sina Mayer ist der 100Meter-Endlauf das große Ziel.

„Ich freue mich einfach, bei den deutschen Meisterschaften wieder am Start zu sein“, sagt Raphael Holzdeppe, nachdem er die Titelkämpfe im Vorjahr verletzt verpasst hatte. Am vergangenen Wochenende standen für ihn beim Diamond-League-Meeting in Paris 5,52 Meter auf der Anzeigentafel. „Da hatte ich extrem drehende Winde. Das war blöd, da war nicht mehr zu machen“, sagt er und ist entspannt: „Ich bin definitiv davon überzeugt, dass ich in dieser Saison noch hoch springen kann.“Weil er ein zentral gelegenes Hotel hatte, schaffte er in Paris aber wenigstens mal einen Spaziergang zum Eiffelturm.

Die bisherige Saison des 27-Jährigen verlief inkonstant, Holzdeppe weiß aber auch, warum. „Mal passte das Wetter nicht, nach Shanghai wurde ich krank und musste nach Eugene/USA. Dazu hab’ ich bei meinen Stäben von Kohlefaser auf Glasfaser zurückgewechselt, für die Umstellung brauchte ich auch ein bisschen.“

Waren die äußeren Bedingungen dann mal gut wie Ende Juni im bayrischen Hof, bestätigte Holzdeppe gleich seine Ansage vom „hohen Springen“. Er knackte dort mit einem Satz über 5,80 Meter die Norm (5,70 m) für die Weltmeisterschaften in London (5. bis 13. August), „und da war noch viel Luft zwischen mir und der Latte“, unterstreicht er.

Bevor es heute nach dem Frühstück in Richtung Ostdeutschland geht, sprang er gestern Abend noch im schweizerischen Lausanne. „Das ist so was wie mein Lieblingsmeeting. Die Stadt am See, das Stadion oben auf dem Berg“, schwärmt der Schützling von Trainer Andrei Tivontchik vom tollen Ambiente. Außerdem hat er an Lausanne gute Erinnerungen: Im Jahr 2009 sei das sein erstes internationales Meeting bei den Aktiven gewesen, und vor zwei Jahren sprang er dort mit guten 5,77 Metern auf Platz zwei. „Und außerdem war für Lausanne sehr wenig Wind gemeldet“, meinte er im Vorfeld lachend.

„Eigentlich dachte ich, ich kann schon zu Beginn der Saison richtig hoch springen. Aber die Bedingungen haben das eben nicht hergegeben“, sagt Holzdeppe. Er ist aber wie immer die Ruhe selbst. „Alle Werte stimmen, die Technik stimmt, ich will gewinnen in Erfurt“, versichert er und hofft auf Top-Bedingungen am Sonntag ab 15.40 Uhr in Erfurt, wo er als deutsches Jahresbester am Start steht.

Gar als Titelverteidigerin tritt Christin Hussong an. Die LAZ-Speerwerferin wuchtete ihr Sportgerät im vergangenen Jahr auf 66,41 Meter – und wurde, etwas unerwartet, Deutsche Meisterin. Seit Dienstag kribbelt es mit Blick auf die DM langsam bei der 23-Jährigen. „So einen Druck hab’ ich aber gerne“, sagt sie zur Tatsache, dass wohl alle Augen auf sie als Titelverteidigerin gerichtet sind. Diese Woche war normales Training mit Trainer und Papa Udo angesagt, vergangenen Mittwoch war ihr letzter Wettkampf vor der DM in Nancy. Mit den dortigen 60, 06 Metern direkt aus dem Training raus war sie zufrieden.

„Das war nicht weit weg von hier und noch mal ein guter Test“, meint die Herschbergerin. In den Wochen zuvor hatte sich nämlich ein technischer Fehler eingeschlichen (Hussong: „Beim Stemmschritt und dem Timing zwischen Armen und Beinen“). In Nancy hätten sie und ihr Vater aber sehen können, dass sie den Fehler wieder „ganz gut rausbekommen hätten, Gott sei Dank“.

Weitenmäßig hat sich Hussong für Samstag ab 13.10 Uhr in Erfurt nichts vorgenommen, das hat sie schon letztes Jahr nicht getan. „Aber ich will bei der DM schon vorne stehen und fahre hin, um zu gewinnen“, sagt sie selbstbewusst. Und Steigerungspotenzial müsse auch noch da sein. „In diesem Jahr läuft alles auf die WM in London hinaus“, spricht sie ihren eindeutigen Saisonhöhepunkt an, die Norm hat sie längst in der Tasche. Im vergangenen Jahr sei es mit DM, Europameisterschaft und Olympia schwieriger gewesen. „Da wusste ich ja: Ich muss Deutsche Meisterin werden, um zur EM und nach Rio zu fahren.“

„Ich mache mir keinen Druck, mein Saisonhöhepunkt ist die U23-EM in Bydgoszcz vom13. bis 16.Juli.Ich hab’ nichts zu verlieren“, sagt LAZ-Sprinterin Sina Mayer aus Schönenberg-Kübelberg vor dem DM-Start über 100 Meter (Vorläufe ab Samstag, 16.20 Uhr). „Das ist ein gutes Training für Polen“, findet sie. Das Ziel der 22-Jährigen sind das Finale am Abend „und einfach drei gute Läufe“. Gut bedeutet für Mayer, die als Drittbeste des Jahres (11,25 sec) anreist, dass am Ende mindestens eine 11,3 auf der Anzeigentafel stehen soll. Am Dienstag war extra noch mal Starttraining mit Coach Christian Stütze, „ich will ja meinen ersten Schritt richtig gut treffen“. Klappt das, hat sie vielleicht sogar noch eine Chance auf einen Staffeleinsatz bei den Weltmeisterschaften in London.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
08.–09.07.2017 Deutsche Meisterschaften 2017 Erfurt (Deutschland)