Was war das für eine schöne Nachricht am Mittwoch: Ein Pfälzer und vier Pfälzerinnen starten bei den Weltmeisterschaften Anfang August in London. Die Leichtathletik ist, international gesehen, schon seit einiger Zeit die erfolgreichste Sportart in der Pfalz. Denn auch Sina Mayer und Oleg Zernikel sind gerade in Bydgoszcz bei der U23-EM unterwegs, und demnächst machen sich Yemisi Ogunleye, Leonie Reuter und Meike Reimer auf den Weg zur U20-EM.

Dass Sina Mayer gestern in Bydgoszcz den dritten Platz belegte und EM-Bronze nach Hause mitbringt, ist eine Riesending und mehr als eine Entschädigung für ihren unglücklichen Fehlstart in Erfurt. Diese EM war ihr Jahreshöhepunkt, und da hat sie sich überragend präsentiert.

Warum ist die Leichtathletik in der Pfalz so erfolgreich? Es sind weniger die Verbandsstrukturen, als vielmehr diese äußerst gelungene Zusammenarbeit zwischen den Athleten und ihren Heimtrainern, wenngleich klar ist: Die Hallen in Zweibrücken und in Ludwigshafen garantieren seit vielen Jahren ein mehr oder weniger reibungsloses Wintertraining.

Natürlich muss erwähnt werden: Hanna Klein (zur SG Schorndorf), Ricarda Lobe und Yemisi Ogunleye (zur MTG Mannheim) und Leonie Reuter (zur LG Nord Berlin) haben die Pfalz verlassen. Auch, um sich weiter zu entwickeln. Vielleicht wären ihre Karrieren schon zu Ende, hätten sie nicht gewechselt. Aber ohne die Aufbauarbeit und Pflege ihrer „Entdecker“-Trainer in der Pfalz wären sie auch nicht so weit gekommen.

Freilich ist es ein entscheidendes Verdienst des Landessportbundes und/oder des Olympiastützpunktes Rheinland-Pfalz, dass Athleten wie Raphael Holzdeppe, Lisa Ryzih und Christin Hussong im Lande, oder besser: in einem pfälzischen Verein gehalten werden konnten.

Es gibt ja auch andere Beispiele. Etwa das von Gesa-Felicitas Krause, der Hessin, die dem Land in den Schoß fiel, weil in einer Art Schnellverfahren Geld locker gemacht wurde, um sie in einen Trierer Verein zu lotsen. Und ich dachte immer, die Zeiten, in denen Landessportbund und/oder Sporthilfe und/oder Lotto Rheinland-Pfalz Athleten wie ehedem Lars Riedel oder Alina Astafei einkauften, seien vorbei. Ehrlich gesagt: Da sind mir die hausgemachten Talente und das Halten von erfolgreichen Athleten im Land wesentlich lieber.