Leichtathletik-WM erklärtes Saisonziel von LAZ-Stabhochspringer Raphael Holzdeppe

Raphael Holzdeppe, der Stabhochspringer des LAZ Zweibrücken und Olympia-Achte von Peking, hat in dieser Saison nur ein Ziel vor Augen: Das ist die WM vom 15. bis 23. August in Berlin.

Zweibrücken. Raphael Holzdeppe wirkt entspannt. „Ich bin froh, dass die Doppelbelastung Schule und Leistungssport endlich vorbei ist“, erklärt der zweifache Junioren-Weltrekordler und Olympia-Achte von Peking im Stabhochsprung vom Leichtathletikzentrum (LAZ) Zweibrücken. „Das ist ein ganz anderer Rhythmus, ganz anderer Tagesablauf“, erklärt er.

Endlich hat er auch wieder etwas mehr Zeit, um auf dem Kleinen Exe mit seinen Freunden Basketball zu spielen. Bis zum ersten Oktober kann sich der 19-jährige Zweibrücker nun voll und ganz der Leichtathletik und seinem Hobby widmen, ehe er in der Sportförderkompanie in Mainz seinen neunmonatigen Dienst bei der Bundeswehr antritt.

Bewusst hat er diesen Termin gewählt. „Bis zu diesem Zeitpunkt sind alle Wettkämpfe bestritten, ist die Sommersaison zu Ende“, erklärt er seine Planungen. Dabei kreisen seine Gedanken schon um sein erklärtes Saisonziel: „Das ist die WM in Berlin. Das ist der absolute Höhepunkt. Ich hoffe, dass ich dabei bin.“ Doch weicht sein nachdenklicher Gesichtsausdruck sogleich wieder einem zuversichtlichen Lächeln: „Ich werde alles nur Mögliche unternehmen, um in Berlin zu starten.“

Die Grundlagen dafür sollen nunmehr „im Aufbautraining“ gelegt werden. Derzeit trainiert er zwei Mal täglich, wobei die Einheiten von Sprüngen über Technik bis hin zum Krafttraining reichen.

Große Hoffnungen, „da wird die Belastung etwas intensiver“, setzt er in das dreiwöchige Trainingslager im italienischen Formia mit seinem Trainer Andrei Tivontchik. „Ende April und Anfang Mai ist das Wetter stabiler“, erklärt er.

Wie im erfolgreichen Jahr 2008 bestreitet er seinen ersten Wettkampf in Forbach, damals sprang er 5,60 Meter. Die gleiche Höhe hat er auch in der Halle als Bestleistung 2009 stehen. „Beim Absprung hat sich ein Fehler eingeschlichen, den wir gerade auszumerzen versuchen.“ Dieser resultiere vermutlich aus einer Unkonzentriertheit. „Das ist eine reine Kopfsache.“ Deshalb sei er umso schwerer zu beheben.

Doch beunruhigt das den Vorzeigeathleten des LAZ noch nicht. Genauso wenig, wie er sich an den Höhen des vergangenen Jahres misst. „Ich setze mich dabei gar nicht unter Druck.“ Um aber im gleichen Atemzug zu erklären, dass die WM-Norm für Berlin, „da will ich unbedingt hin“, bei 5,70 Metern steht. Im Gegensatz zur Olympianorm müsse sie nur einmal gesprungen werden. Doch werde diese Höhe sicherlich nicht ausreichen, angesichts der geballten Konkurrenz im deutschen Lager. „Nach Berlin wollen sie in diesem Jahr alle.“ Dabei hofft Raphael Holzdeppe auf eine „verletzungsfreie Saison“, wie im vergangenen Jahr. Denn seine Erfolge haben zumindest bei den Veranstaltern einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. „Ich werde jeweils als der ‚Leichtathlet des Jahres 2008’ und weniger als der Olympiateilnehmer oder der U 20-Weltmeister vorgestellt.“

Wenn auch Raphael Holzdeppe von seiner Unbefangenheit nichts eingebüßt hat, so weiß er doch, dass er an den Erfolgen des vergangenen Jahres gemessen wird. Zumindest eine Veränderung hat es in seinem Umfeld gegeben. Als Meeting-Manger hat er Marc Osenberg verpflichtet, während er seine Öffentlichkeitsarbeit alleine managt. „Sportmanagement mit BWL“ schwebt ihm deshalb auch als Studiengang in Saarbrücken vor. „Ich möchte schon im Umkreis von Zweibrücken bleiben.“ Alleine schon um die erfolgreiche Arbeit mit seinem Trainer Andrei Tivontchik fortzusetzen. „Zwischen uns beiden stimmt die Chemie. Das ist die Basis für meinen Erfolg.“

Stabhochspringer Raphael Holzdeppe mit seinem Trainer
Ein erfolgreiches Duo sind Trainer Andrei Tivontchik und Stabhochspringer Raphael Holzdeppe (rechts) beim LAZ. Foto: pma