Die verpasste EM-Teilnahme spukt schon lange nicht mehr im Hinterkopf von Nicolas Dietz. Mit drei perfekten Sprüngen hat der LAZ-Stabhochspringer am Wochenende in Jena die gesamte nationale Konkurrenz hinter sich gelassen und seinen ersten DM-Titel eingefahren.

Zweibrücken/Jena. Einen echten Überraschungs-Coup hat Nicolas Dietz bei den Deutschen Jugendmeisterschaften der U20 in Jena gelandet. Schon in der Luft reißt der Stabhochspringer des LAZ Zweibrücken die Arme hoch, ballt die Faust, als er die 4,80 Meter überquert. Den Titel kann ihm da schon keiner mehr nehmen, das ist sicher. Dass der 19-Jährige am Ende über Gold jubelt, ist für ihn selbst sicherlich mit die größte Überraschung. Allenfalls als Geheimfavorit war der Bottenbacher zur DM gereist.

„Es hat sich gelohnt, dass Nicolas nach der verpassten EM-Quali weiter hart an sich gearbeitet, den Kopf nie hängen gelassen hat. Das war ein einwandfreier Wettkampf“, lobt Trainer und LAZ-Vorsitzender Bernhard Brenner seinen Schützling. Nah herangekämpft an die Norm für U20-EM hatte sich der 19-Jährige in den vergangenen Wochen mit seiner Bestleistung von 5,00 Metern. Doch die geforderten 5,10 Meter sollten danach nicht mehr fallen. Dass es für den Sprung ins Nationalteam nicht gereicht hat, „hat Nicolas gut verkraftet“.

Dennoch läuft in Jena zunächst nicht alles reibungslos. Immer wieder wechselt Dietz während des Einspringens die Stäbe, hadert mit der richtigen Wahl. Erst im letzten Probesprung findet er einen Stab mit dem richtigen Härtegrad, mit dem er nach dem Absprung „sofort ins Aufrollen kommt“, wie es sein Trainer beschreibt.

Dass sich diese Wahl als goldrichtig entpuppt, zeigt schon sein Versuch über die Einstiegshöhe. Während die höher eingeschätzte nationale Konkurrenz schwächelt, meistert Dietz mühelos die 4,70 Meter. Setzt sich gleich an die Spitze des Feldes. Bis 4,90 Meter nimmt der LAZSpringer jede Höhe direkt im ersten Durchgang. „Nicolas war voll da, als es drauf angekommen ist“, sagt Brenner anerkennend. Keiner der neun Kontrahenten schraubt sich in jene Höhen vor. Selbst nicht der bisherige Jahresbeste, Tim Jäger vom TSV Bayer Leverkusen, der bei seiner Einstiegshöhe von 4,80 Metern mit einem Salto nullo seine Ambitionen auf den Titelgewinn früh beenden muss. Gefährlich werden können Nicolas Dietz lediglich Michael Enns (LG Wipperfürth) und Maximilian Knief (SV Werder Bremen), die bis 4,80 Meter noch gut mithalten, aber die Höhe von 4,90 Metern in allen drei Durchgängen nicht fehlerfrei überqueren.

Zufrieden ist Bernhard Brenner auch mit dem Abschneiden der übrigen LAZ-Starter. 100 Meter-Läufer Jonas Klein verpasst zwar in 11,32 Sekunden den Zwischenlauf, das sei allerdings „kein Beinbruch“. Für die Zweibrücker Sprinthoffnung ging es bei der ersten DM-Teilnahme darum, „einfach mal reinzuschnuppern und Erfahrung auf einer solchen Bühne zu sammeln“. Knapp das Finale der besten Acht hat Hammerwerferin Hanna Luxenburger verpasst. Auf 46,49 Meter schleuderte sie ihr Wurfgerät – Saisonbestleistung für die 19-Jährige und im Gesamtklassement der U20 Rang neun.

Bereits am Freitag war Alexander Jung im Stabhochsprung der U18 bei seiner ersten großen Meisterschaft mit übersprungenen 4,00 Metern auf dem zwölften Platz gelandet.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
31.07.–02.08.2015 Deutsche Jugend-Meisterschaften 2015 (U20/U18) Jena (Deutschland)