Jan Rothhaar vom LAZ Zweibrücken hat ein klares sportliches Ziel vor Augen. Der 18-jährige Hürdenläufer und Abiturient am Helmholtz-Gymnasium strebt am Samstag bei der Jugend-DM eine Endlaufplatzierung an. Seine Bestzeit steht seit Januar bei 8,22 Sekunden.

Zweibrücken. Jan Rothhaar hat einen guten Lehrmeister. Locker trabt der 18-jährige Hürdensprinter am Dienstagabend an der Seite von Jens Werrmann über die Laufbahn in der Dieter-Kruber-Halle, ehe er unter seinem Trainer Karl-Heinz Werle eine Technikeinheit absolviert. Jan Rothhaar bereitet sich auf die Deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften über 60 Meter Hürden am Samstag in Leverkusen vor. Die turbulente Woche hatte bereits am Dienstag und Mittwoch einen ersten Höhepunkt, da der Zweibrücker am Helmholtz-Gymnasium mit den weiteren Leistungsfächern Deutsch und Biologie, seine Abiturprüfungen im Sport bestritt. „Im Sommer habe ich mir bei der Leichtathletik-Prüfung mit 15 Punkten eine 1+ abgeholt, sodass mir im Schwimmen und Volleyball nicht mehr viel passieren konnte“, erklärt er.

Während zwischen den Jens Werrmann, der nun für den LAZ Leipzig startet, und Jan Rothhaar kaum ein Größenunterschied auszumachen ist, klafft doch bei den sportlichen Leistungen noch eine große Differenz. Während Werrmanns Bestzeit über 100 Meter Hürden bei 13,51 Sekunden steht, verbucht der Zweibrücker 14,50 Sekunden als Vierter der Süddeutschen Meisterschaften 2010.

Doch ist Trainer Karl-Heinz Werle mit der Entwicklung seines Schützlings „ganz zufrieden“, der erst im September 2008 zum LAZ gestoßen ist. Zuvor hatte Jan Rothhaar Fußball gespielt. Angefangen beim SV Ixheim war er über SG Rieschweiler beim FK Pirmasens gelandet, wo er in der B-Jugend in der Regionalliga gespielt hat. Gar Berufungen zu Lehrgängen der Südwestauswahl hatte er erhalten.

„Die Anerkennung der persönlichen Leistung hat mir gefehlt“, erklärt er seinen Wechsel vom Fußball zur Leichtathletik, der von Ulrike Rohnert, seiner Sportlehrerin am Helmholtz-Gymnasium, in der Oberstufe durch seine Schnelligkeit angestoßen wurde. Seine Bestzeiten liegen über 100 Meter bei 11,40 Sekunden und über 200 Meter bei 22,93. „Im Hürdenlauf fühle ich mich ganz glücklich“, verrät er.

„Jan Rothhaar ist ein leistungsbereiter Athlet.“

Karl-Heinz Werle,
LAZ-Trainer

„Jan ist ein leistungsbereiter und guter Athlet“, lobt ihn sein Trainer. Doch schränkt Karl-Heinz Werle ein, dass es noch an den „körperlichen Grundlagen Kraft und Technik“ fehlt. Deshalb steht auf dem fünfmaligen wöchentlichen Trainingsplan „Technik, Technik und noch ein Mal Technik“, wie der LAZ-Trainer betont. Gleichzeitig schielt der A-Jugendliche bei den gemeinsamen Trainingseinheiten auf Jens Werrmann und seinen Vereinskameraden Marlon Odom. „Von den beiden kann ich noch viel lernen. Einiges habe ich mir schon abgeschaut“, erklärt der selbstbewusste Gymnasiast, der auch beruflich schon klare Ziele verfolgt. Sein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolviert er beim LAZ, um anschließend ein Studium im sozialpädagogischen Bereich zu beginnen. Durch das FSJ kann ich Sport und berufliche Ansätze gut miteinander verknüpfen“, freut er sich, nachdem er seit drei Monaten eine Kindergruppe trainiert.

Auch bei der Jugend-DM hat er am Samstag (Start ab 14.15 Uhr) ein klares Ziel vor Augen: „Mit einer Endlaufplatzierung wäre ich zufrieden“, erklärt der Neunte des vergangenen Jahres (8,28) mit einem Blick auf das Ranking, in dem er mit 8,22 Sekunden als 15-ter geführt wird. Doch der Achte war lediglich acht hundertstel Sekunden schneller.

„Wenn Jan gesund bleibt, wird er seinen Weg machen“, erklärt Karl-Heinz Werle optimistisch. „Im Sommer planen wir mit einer Zeit um 14,00 Sekunden. Wenn es besser wird, nehmen wir das gerne mit.“ Dabei erntet Werle ein zustimmendes Nicken des Hürdenläufers, der mit einem Pfalz- und Landestitel verheißungsvoll mit Bestzeit von 8,22 Sekunden gestartet ist.

Doch der 18-Jährige sucht nicht nur über die Hürden seinen Rhythmus, sondern auch als Schlagzeuger bei einer eigenen Band.

LAZ-Hürdenläufer Jan Rothhaar beim Dehnen
Bei einer Größe von 1,88 Meter sehen die Dehnübungen von Jan Rothhaar lässig aus. Foto: Jörg Jacobi