Zweibrücken. Das LAZ Zweibrücken ist für seine erfolgreiche Nachwuchsförderung bekannt. Ein neuer Raphael Holzdeppe oder eine neue Christin Hussong finden sich allerdings nicht von allein. Beim Talent-Cup konnten sich daher gestern Schülerinnen und Schüler zwischen sieben und 13 Jahren spielerisch messen, während die Scouts des LAZ nach verborgenen Begabungen Ausschau hielten.

Für einen kurzen Moment ist die Aufmerksamkeit von Klaus Klein geweckt. „Das könnte was werden“, sagt der LAZ-Lauftrainer. Gerade hat eine Schülerin drei beachtliche Sprünge aus dem Stand hingelegt. Unübersehbar stolz läuft sie zurück zu ihren Freundinnen. Klein schaut kurz auf das Namensschild auf dem T-Shirt des Mädchens und notiert sich etwas auf seinem Zettel. Hat er hier gerade einen junges Talent gesehen?

121 Schüler aus neun Schulen toben beim Talent-Cup durch die Dieter-Kruber-Halle. 20-Meter-Sprint, Froschsprünge, Medizinballschocken und Ballwurf – vier Stationen müssen die Teilnehmer bei dem Parcours absolvieren. Am Ende gibt es eine Siegerehrung für die Besten. Das ist einerseits ein Angebot für die Kinder, die sich spielerisch im Wettkampf messen, andererseits bietet sich den Trainern des Leichtathletikzentrums so die Gelegenheit, nach den Spitzensportlern von morgen Ausschau zu halten. Für die Sieger gibt es neben einem kleinen Präsent daher auch die Einladung zum Probetraining.

David scheint diese Aussicht allerdings noch nicht so recht zu begeistern. Der kräftige Sechstklässler vom Hofenfels-Gymnasium hat den ein Kilogramm schweren Medizinball bereits zum zweiten Mal über zehn Meter weit gewuchtet. Seine Klassenkameraden müssen sich bisher mit gerademal sechs bis acht Metern begnügen. Ob er denn mal zu einem Leichtathletik-Training gehen würde? „Naja, nur wenn ich an dem Tag kein Fußballtraining habe“, sagt der begeisterte Nachwuchskicker.

Karl-Heinz Werle, Ältestenratsmitglied und Hürden-Trainer beim LAZ, beunruhigen solche Aussagen nicht. Nachwuchssorgen habe man definitiv keine und das aus gutem Grund, wie er betont. „Wir sind einfach gut.“ Zudem habe man Spitzenathleten wie eben Holzdeppe oder Hussong, die dem Nachwuchs im Verein als anspornendes Vorbild dienten. „Viele, die hier trainieren, schauen zu diesen Sportlern auf“, ist er überzeugt.

Auch viele Eltern sind in die Halle gekommen, um ihren Kindern beim Talent-Cup zuzuschauen. Den eigenen Nachwuchs um jeden Preis zum Leistungssportler machen, will hier aber niemand. „Wir wollen ihr einfach die Möglichkeiten geben, alles mal auszuprobieren, um zu sehen, was ihr Spaß macht“, sagt beispielsweise Ex-Fußball-Profi Tobias Weis aus Rieschweiler über seine zehnjährige Tochter Leni.Mit Tennis und Turnen ist die allerdings auch schon ganz schön ausgelastet.

Von Leistungsdruck will auch Gerd Georg nichts wissen. Seine zehnjährige Tochter Leonie gehe derzeit ins Kletterzentrum Camp4, da ginge es sowieso nicht so sehr um Wettkämpfe. Er selbst komme übrigens aus einer Sportart, wo es Medaillen und dergleichen überhaupt nicht gebe. Was das denn bitte sein soll? „Die japanische Kampfkunst Aikido“, verrät Georg grinsend.

Jordan Ayers von der Grundschule Dellfeld (links) wirft „scharf“, in der anstehenden Reihe dahinter wird indes beim gestrigen Talent-Cup genau hingeschaut und werden schon mal eifrig Trockenübungen gemacht.
Jordan Ayers von der Grundschule Dellfeld (links) wirft „scharf“, in der anstehenden Reihe dahinter wird indes beim gestrigen Talent-Cup genau hingeschaut und werden schon mal eifrig Trockenübungen gemacht. (Foto: Steinmetz)

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
20.11.2015 Talent-Cup 2015 Zweibrücken (Deutschland)