LAZ-Trainer Helmut Kruber spart zwei Sprünge für Siegeshöhe von Franziska Kappes auf

Eine Goldmedaille und zwei dritte Plätze waren die Ausbeute des LAZ-Stabhochsprungnachwuchses beim Deutschland-Cup in Göttingen. Den Titel sicherte sich Franziska Kappes bei den Schülern W 14.

Göttingen/Zweibrücken. Trainer, ganz gleich in welcher Sportart, müssen hie und da in die taktische Trickkiste greifen, um den Gegner zu überraschen und letztlich zu besiegen. Das ist am Wochenende dem Nachwuchstrainer der Stabhochspringer beim Leichtathletikzentrum (LAZ) Zweibrücken, Helmut Kruber, beim Deutschland-Cup der Schüler gelungen. Damit gelang seinem Schützling Franziska Kappes bei den Schülerinnen A W 14 ihr bisher größter Triumph. Sie wurde mit 3,42 Meter Deutsche Meisterin (wir berichteten).

Was war geschehen: Als Franziskas größte Konkurrentin, Desiree Singh (LG Lippe Süd) 3,32 Meter übersprungen hatte, und sie selbst die Höhe im ersten Versuch gerissen hatte, sparte sie auf Anraten ihres Trainers sich die zwei restlichen Versuche für die 3,42 Meter auf. „Allerdings bedurfte es einiger Überredungskünste“, wie Helmut Kruber gestand. Doch der Coup gelang. Sing scheiterte, und Franziska schaffte die Siegeshöhe im zweiten Versuch. Ihre Mannschaftskameradin Renée Backes wurde mit 2,82 Meter Fünfte. Auch für sie darf diese Platzierung als Erfolg gewertet werden, da sie sich seit einem Jahr, wie Kruber erklärte, mit Kniebeschwerden herumplagt.

Überraschend kam dagegen der „salto nullo“ (ohne gültigen Versuch) der Favoritin Maria Moch (M 14), die bei Andrei Tivontchik trainiert. Die im Vorfeld als absolute Favoritin mit einer Bestleistung von 3,50 Meter angesehen wurde, scheitere an ihrer Einstiegshöhe. Das gleiche Schicksal ereilte auch Elena Hoffmann in der Alterklasse W 15. Hier musste Michaela Donie, mit einer Bestleistung von 3,80 Meter als absolute Favoritin gemeldet, passen, da sie sich in der vergangenen Woche im Training zwei Bänder im Fuß gerissen hatte.

Auch bei Jan Rio Krause (M 15) hatte Helmut Kruber ein glückliches Händchen, der mit 4,02 Meter sich die Bronzemedaille mit nur einem gültigen Sprung sicherte. Nachdem der Nachwuchsspringer, der mit einer Bestleistung von 3,90 Meter angereist war, in den vergangenen drei Wettbewerben in Richtung 4,00 Meter „immer Nerven gezeigt hatte“ (Kruber), legte er seine Einstiegshöhe kurzerhand auf 4,02 Meter. Und das Risiko zahlte sich aus.

Ebenfalls Dritter wurde Lukas Hallanzy (M 14) mit 3,52 Meter. Sieger wurde der frühere LAZ-Springer Arthur Wollert, der heute für Würzburg startet, mit 3,82 Meter.

Hintergrund

Der Deutschland-Cup wurde in den 90er Jahren vom verstorbenen LAZ-Vorsitzenden Professor Dieter Kruber und seinem Sohn Helmut ins Leben gerufen, nachdem der Deutsche Leichtathletik-Verband die Deutschen Schülermeisterschaften kurzfristig abgeschafft hatte.

Stabhochspringerin Franziska Kappes beim Deutschland-Cup 2008 in Göttingen
Mutig müssen die Stabhochspringerinnen sein, wie die Deutsche Meisterin Franziska Kappes vom LAZ Zweibrücken bei ihrem Siegessprung zeigt. Foto: Verein