Nach einer schwierigen Karriere-Phase hat sich Stabhochsprung-Königin Jelena Isinbajewa mit einem Satz über die magische Fünf-Meter-Marke zurückgemeldet – pünktlich zu Beginn des Olympia-Jahres.

Stockholm. Es war ein vertrautes Bild, wie sich Jelena Isinbajewa da so vor der Anzeigetafel mit der neuen Weltrekordmarke ablichten ließ. Beim 28. Mal hat sie im obligatorischen Posieren nach einer bislang nie gesehenen Höchstleistung ja auch Übung. Doch die Gesichtszüge der russischen Stabhochspringerin wirkten am späten Donnerstagabend im Stockholmer Globen anders als bei vielen früheren Gelegenheiten, entspannter, gelöster und fast ganz ohne diesen Anflug von Arroganz.

Jelena Isinbajewa strahlte nach der Verbesserung ihrer eigenen Bestmarke um einen Zentimeter auf 5,01 Meter einfach nur Erleichterung und Zufriedenheit aus. „Ich bin so glücklich, dass ich wieder da bin“, sagte die 29-Jährige aus Wolgograd, die sich zur Favoritin für den Titel bei der Hallen-WM in Istanbul in zwei Wochen katapultierte. Die zweimalige Olympiasiegerin, deren großes Ziel in diesem Jahr die dritte Goldmedaille hintereinander ist, fügte hinzu: „Das war mein wahres Comeback.“

Nach einem Sabbatjahr hatte sich die ehemalige Königin der Leichtathletik zwar im vergangenen Februar wieder zurückgemeldet, war aber seither nie richtig angekommen in ihrem alten Reich. Spätestens nach dem enttäuschenden Platz sechs bei der Weltmeisterschaft in Daegu galt die Regentschaft von Isinbajewa als beendet. Ein halbes Jahr später hat sie mit ihrem 13. Weltrekord unterm Dach das Zepter wieder übernommen. „Das war meine Nacht, mein Körper antwortete mit Ja“, schwärmte Isinbajewa.

Ihr Körper, vor allem aber ihr Geist hatten vor zwei Jahren Nein gesagt. Als Trotzreaktion auf ihren Salto Nullo bei der WM 2009 in Berlin hatte sie eine Woche später in Zürich zwar noch den Freiluftweltrekord auf 5,06 Meter geschraubt. Doch dann wurde die Seriensiegerin des Erwartungsdrucks der Öffentlichkeit nach immer weiteren Weltrekorden überdrüssig. Ausgebrannt legte sie nach der erfolglosen Teilnahme an der Hallen-WM 2010 den Stab beiseite.

Nach überwundener Sattheit und auch dem Ende der zwei mageren Jahre hat die Russin wieder Hunger nach Erfolg. „Das nächste Mal werde ich die Latte nicht nur einen Zentimeter, sondern drei oder vier höher legen lassen.“ Das klang wieder ganz nach der alten Jelena Isinbajewa.

Yelena Isinbayeva bejubelt ihren neuen Hallen-Weltrekord von 5,01 Metern
Die russische Stabhochspringerin Jelena Isinbajewa bejubelt ihren Weltrekord. Foto: Persson/dapd

Jelena Gadschijewna Issinbajewa (russisch Елена Гаджиевна Исинбаева, engl. Transkription Yelena Isinbayeva, von ihr selbst verwendete Umschrift Yelena Isinbaeva)