Die Marketing-Abteilung einer Firma müsste neidisch auf die Stadt Zweibrücken blicken. Warum? Während sie mit viel Geld für ihre Produkte werben muss, hat die Stadt Zweibrücken ihre Sportler. Ihre erfolgreichen Sportler. Sie sind die sogenannten Botschafter, die während des ganzen Jahres auf verschiedenen Wettkämpfen unterwegs sind und dabei kostenlos für ihre Heimatstadt oder ihren Heimatverein werben.

Dass sich die Sportstadt Zweibrücken hier glücklich schätzen kann, das wurde unverhohlen auch bei der Sportlerehrung am vergangenen Freitag in der Aula des Hofenfels-Gymnasiums deutlich. Zweibrücken kann zu recht stolz sein. Unterscheidet sich die Sportstadt doch entschieden von den Ehrungen der übrigen Kommunen im Umland. Da bleiben die Erfolge nicht auf landes- oder nationaler Ebene begrenzt, sondern die Zweibrücker Sportler, allen voran das Leichtathletikzentrum (LAZ) Zweibrücken, gleichzeitig Bundesleistungszentrum, geben auch bei internationalen Wettkämpfen eine gute Figur ab. Ob Olympische Spiele, Weltmeisterschaften oder Europameisterschaften, überall sind Athleten vertreten und kämpfen gar wie etwa bei der U 18-WM oder U 23-EM um die Medaillen mit. Doch diese Erfolge kommen nicht von ungefähr. Sie sind das Ergebnis jahrlanger akribischer Aufbauarbeit mit qualifizierten Trainern.

Doch bis der erste Fuß auf eine Trainingsanlage gesetzt werden kann, müssen die infrastrukturellen Voraussetzungen geschaffen worden sein. Und hier dürfen sich die Zweibrücker Sportler, querbeet durch alle Sportarten und Vereine, glücklich schätzen, dass sie im Stadtrat ihre Fürsprecher haben. Hier werden die Mittel bereitgestellt, um dann über Zuschüsse seitens des Bundes oder Landes jene Sportstätten entstehen zu lassen, um die Zweibrücken von Städten ähnlicher Größenordnung beneidet wird.

Das darf mit Fug und Recht behauptet werden. Der Beigeordnete für Sport Rolf Franzen, hat dies erst jüngst bei der Einweihung des neuen Rasenplatzes der Vereinigten Bewegungsspieler an der Schlachthofstraße deutlich gemacht, dass jeder Euro im Sport gut angelegt ist. Denn bereits ein Therapieplatz für einen gestrandeten Jugendlichen übersteigt die Kosten, welche die Stadt jährlich ihren Vereinen zur Verfügung stellt.

Doch dass der Sport in den Räten seine Fürsprecher hat, dafür sorgen letztlich aber die Sportler selbst. Sie nutzen die fast optimalen Trainingsverhältnisse, wenngleich das Westpfalzstadion derzeit noch etwas hinterherhinkt. Doch auch hier sind bereits die Hebel in die richtige Richtung umgelegt worden, und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis es mittels eines Kunstrasenplatzes und einer Flutlichtanlage den Anforderungen gerecht wird, die auch ein Fußball-Oberligist, wie der SVN 1929 Zweibrücken, braucht, um als Werbeträger Zweibrückens zu gelten. Hier hat die Namensänderung schon einen wesentlichen Teil dazu beigetragen. Denn der Fußball, der einst durch den TSC Zweibrücken in den 60er Jahren zum Imageträger der Stadt avancierte, hat nunmehr durch den Oberliga-Aufstieg des SVN Zweibrücken an Bekanntheit gewonnen.

Doch sollten wir nicht verkennen, dass auch in den übrigen Sport treibenden Vereinen Zweibrückens wertvolle Kärrnerarbeit geleistet wird. Und das vielfach noch auf ehrenamtlicher Basis. Hier werden die Talente entdeckt und gefördert. Und wenn sie höheren Ansprüchen genügen, dann haben sie vielfältige Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln. Denn die Sportstätten, ob in den Hallen oder auf Freiplätzen, sind bestens ausgestattet. Was aber für die Sportler und die Funktionäre noch viel wichtiger ist: Sie haben in der Verwaltung, vordergründig im Sportamt, viele Fürsprecher, die sich ihrer Belange annehmen.

Denn allseits ist bekannt, optimale Leistungen brauchen optimale Trainingsstätten. Dass hier jeder Cent gut angelegt ist, hat die Sportlerehrung bewiesen. Zumal der Sport, selbst wenn er nicht im Leistungssportbereich betrieben wird, wesentlich zur Gesunderhaltung und zur verbesserten Lebensqualität beiträgt. Auch hier liegt Zweibrücken, gemessen an der Einwohnerzahl, an der Spitze. Deshalb durften sich in der Aula des Hofenfels-Gymnasiums auch viele Ehrenamtler geehrt fühlen, wenngleich sie nicht auf der Bühne standen. Mit ihrem Engagement haben sie den erfolgreichen Sportlern den Steigbügel gehalten. Ganz uneigennützig. Aber in Zweibrücken sind die Wege geebnet. Das zeigen nicht nur die Spitzen-, sondern auch die vielen Hobbysportler. Sie alle zusammen verleihen Zweibrücken das Prädikat einer Sportstadt.