Jeff Haldy trainiert seit einem Vierteljahr beim LAZ Zweibrücken. „Auf Verdacht“ hat ihn Trainer Karl-Heinz Werle am vergangenen Wochenende zu den Pfalzmeisterschaften in Ludwigshafen geschickt, wo er in seinem ersten 800 Meter-Wettkampf direkt Zweiter wurde. Einem Vertreter der LG Karlsruhe hat er dabei scheinbar mächtig imponiert, woraufhin Haldy eine unerwartete Einladung bekam.

Zweibrücken/Ludwigshafen. Eigentlich spielt Jeff Haldy Fußball in der B-Jugend des Regionalligisten FC Homburg. Zum LAZ Zweibrücken kam er im vergangenen Herbst, um auf Anraten seines Fußballtrainers seine Grundschnelligkeit und Ausdauer zu verbessern. Dass er am 31. Januar auf Einladung der LG Karlsruhe im Rahmenprogramm des Indoor Meetings in Karlsruhe mitlaufen würde, hätte sich der 16-Jährige vor drei Monaten wohl nicht träumen lassen. Genau dies ist aber jetzt geschehen.

„Mir ist ziemlich schnell aufgefallen, dass er eine hohe Geschwindigkeit über sehr lange Zeit halten kann“, erzählt Karl-Heinz Werle, Trainer beim LAZ Zweibrücken. Also meldete er den jungen Sportler, „auf Verdacht“, wie er sagt, bei den pfälzischen Hallenmeisterschaften in Ludwigshafen für den 800 Meter-Lauf an. Nach einem spannenden Rennen sicherte sich Haldy dort im Zielsprint den zweiten Platz und lieferte mit einer Zeit von 2:08,21 Minuten eine für seine Altersklasse sehr gute Zeit ab. Wenn man bedenkt, dass er in Ludwigshafen den ersten Leichtathletik-Wettkampf seines Lebens bestritt, ist diese Leistung noch höher einzuschätzen.

Den Verantwortlichen der LG Karlsruhe dürften aber neben dem Endergebnis auch die Umstände imponiert haben, unter denen es zustande kam. „Nach dem Startschuss ist Jeff erst mal losgesprintet wie bei einem 100 Meter-Lauf. Zu seinem Glück musste das Rennen aber nach 150 Metern aufgrund eines Problems mit der Stoppuhr angehalten werden“, beschreibt Werle die Situation. Vor dem Neustart habe er seinen Schützling dann zu sich geholt und sich mit ihm gemeinsam eine Taktik überlegt. „Vier Runden lang hätte er dieses Tempo nicht durchgehalten“, ist sich der Trainer sicher. Die ungestüme und unbeschwerte Art, in der Haldy losgestürmt war, habe den Organisatoren des Meetings so sehr imponiert, dass sie direkt nach dem Wettkampf auf Werle zugekommen waren und die Einladung ausgesprochen hatten.

In Karlsruhe erwarten den jungen Athleten nun Konkurrenten, die teilweise schon seit Jahren aktiv Leichtathletik betreiben, etwa der Pfälzische oder der Baden-Württenmbergische Meister. Beim sogenannten U18-Jugendcup werden dann statt 800 dann 1000 Meter zu bewältigen sein. Zu viele Gedanken braucht sich der junge Athlet vor seinem Auftritt vor großer Kulisse aber nicht zu machen, wenn es nach Werle geht: „Es ist schon eine Auszeichnung, dort überhaupt dabei sein zu dürfen.“

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
31.01.2015 IAAF Indoor Meeting Karlsruhe 2015 Karlsruhe (Deutschland)
11.01.2015 Pfalz-Hallenmeisterschaften 2015 (U14, U18) Ludwigshafen am Rhein (Deutschland)