Jeff Haldy trainiert seit einem Vierteljahr beim LAZ Zweibrücken. Trainer Karl-Heinz Werle hat ihn Anfang des Jahres zu den Hallen-Pfalzmeisterschaften in Ludwigshafen geschickt, wo er in seinem ersten 800-Meter-Wettkampf direkt Zweiter wurde. Damit hat er nicht nur seinem Trainer imponiert.

Zweibrücken. Eigentlich spielt Jeff Haldy Fußball in der B-Jugend des Regionalligisten FC Homburg. Zum Leichtathletikzentrum (LAZ) Zweibrücken kam er im vergangenen Herbst, um auf Anraten seines Fußballtrainers seine Grundschnelligkeit und Ausdauer zu verbessern. Dass er Ende Januar auf Einladung der LG Karlsruhe im Rahmenprogramm des IndoorMeetings mitlaufen würde, hätte sich der 16-Jährige vor drei Monaten wohl nicht träumen lassen. Genau dies ist aber jetzt geschehen.

„Mir ist ziemlich schnell aufgefallen, dass er eine hohe Geschwindigkeit über sehr lange Zeit halten kann“, erzählt KarlHeinz Werle, Trainer beim LAZ Zweibrücken. Also meldete er den jungen Sportler „auf Verdacht“, wie er sagt, bei den pfälzischen Hallenmeisterschaften in Ludwigshafen Anfang Januar für den 800-Meter-Lauf an. Nach einem spannenden Rennen sicherte sich Haldy dort im Zielsprint den zweiten Platz und lieferte mit 2:08,21 Minuten eine für seine Altersklasse sehr gute Zeit ab. Wenn man bedenke, dass er in Ludwigshafen den ersten Leichtathletik-Wettkampf seines Lebens bestritt, sei diese Leistung noch höher einzuschätzen.

Den Verantwortlichen der LG Karlsruhe dürften aber neben dem Endergebnis auch die Umstände imponiert haben, unter denen dieses zustande kam. „Nach dem Startschuss ist Jeff erst mal losgesprintet wie bei einem 100-Meter-Lauf. Zu seinem Glück musste das Rennen aber nach 150 Metern aufgrund eines Problems mit der Stoppuhr angehalten werden“, beschreibt Werle die Situation in Haldys erstem Rennen. Vor dem Neustart habe er seinen Schützling dann zu sich geholt und sich mit ihm gemeinsam eine Taktik überlegt. „Vier Runden lang hätte er dieses Tempo nicht durchgehalten“, ist sich der Trainer sicher. Die ungestüme und unbeschwerte Art, in der Haldy losgestürmt war, habe den Organisatoren des Karlsruher Meetings so sehr imponiert, dass sie direkt nach dem Wettkampf auf Werle zukamen und die Einladung ausgesprochen hatten.

Beim sogenannten U18-Jugendcup über 1000 Meter bekam es der 16-Jährige dort mit Konkurrenten zu tun, die teilweise schon seit Jahren in der Leichtathletik unterwegs sind, etwa dem pfälzischen oder baden-württembergischen Meister. Davon beeindrucken ließ er sich nicht. Das Lauf-Talent überraschte erneut, belegte in einer Zeit von 2:42,04 Minuten den dritten Platz.

Die sportliche Entwicklung des Nachwuchsläufers erstaunt auch den sportlichen Leiter des Leichtathletikzentrums, Alexander Vieweg: „In der Kürze der Zeit hat Jeff rasante Fortschritte gemacht, damit konnte man wirklich nicht rechnen. Aber umso mehr freut es mich für ihn und seinen Trainer Karl-Heinz Werle, der ihn entdeckt hat“, bilanziert Alexander Vieweg.