Der Zweite Vorsitzende des Leichtathletik-Zentrums Zweibrücken (LAZ), Karl-Heinz Werle, hat bei der Jahreshauptversammlung seinen Rücktritt bekannt gegeben. Als Begründung nannte er Differenzen in der Auffassung der Fortführung des Vereins. Sein Traineramt möchte er jedoch weiterführen. Aus sportlicher Sicht blickt das LAZ in 2010 auf eines seiner erfolgreichsten Jahre zurück.

Zweibrücken. Die Trainingshalle des Leichtathletikzentrums (LAZ) Zweibrücken, die Dieter-Kruber-Halle, war passend hergerichtet für die Jahreshauptversammlung, mit Weihnachtsbaum und Tannenschmuck. „Wir werden schnell durch sein, es wird nichts Außergewöhnliches passieren, und außerdem ist Essen für einen gemütlichen Abschluss bestellt“, zeigte sich der Erste Vorsitzende des LAZ, Josef Scheer, noch vor Beginn der Versammlung am Freitagabend zielsicher. Damit sollte er allerdings nicht recht behalten. Denn gegen einige Punkte auf der Tagesordnung gab es Einwände seitens der anwesenden Mitglieder. Schon beim zweiten Unterpunkt des Ordnungsplanes fühlten sich einige Vereinsmitglieder nicht genügend aufgeklärt und machten auf Unstimmigkeiten im Satzungsablauf aufmerksam. Diese dauernden Anmerkungen zogen sich wie roter Faden durch die Veranstaltung. Der Vorstand wickelte sie schnell ab, ließ jedoch alle ins Protokoll aufnehmen.

Besonders beim Tagesordnungspunkt vier, der Aussprache, spalteten sich die Mitglieder in der Halle zusehends in zwei Lager. Die eine Hälfte warf dem Vorstand vor, sich immer weiter weg vom eigentlichen Grundsatz des Vereins zu bewegen, dem Spitzensport, und sich nicht weiter dem Breitensport zu nähern. Auch die Organisation und Durchführung eigener Veranstaltungen wie zum Beispiel des Talent Cups (wir berichteten) wurden in Frage gestellt.

Die andere Seite widersprach diesen Vorwürfen und verteidigte die Marschroute der Verantwortlichen. Bei der Entlastung des Vorstandes kam es schließlich zu keiner einstimmigen Entlastung. Zum größten Bruch kam es allerdings, als Gründungsmitglied Karl-Heinz Werle vor Sitzungsende seinen Rücktritt vom Amt als Zweiter Vorsitzender bekannt gab. Als Begründung nannte er Differenzen in der Auffassung der Fortführung des Vereins und Vorkommnisse in der Vergangenheit, die ihn zu diesem Schritt bewogen hätten. Zu oft sei er zwischen die Fronten von Vorstand und Eltern geraten und ohne Zutun als Buhmann dargestellt worden. Sein Traineramt möchte er jedoch weiterführen. Das LAZ hat nun 30 Tage Zeit, eine neue Versammlung einzuberufen und einen Nachfolger zu wählen. Auch Beisitzer Nummer zwei, Thomas Nachtigall, trat, aber aus beruflichen Gründen, von seinem Amt zurück.

Leider rückte dieser Ablauf die Erfolge des Vereins im vergangenen Jahr in den Hintergrund. So blickte Karl-Heinz Werle in seinen Ausführungen auf die vielen errungen Titel der LAZ-Athleten auf regionaler, vor allem aber auf deutscher und internationaler Ebene zurück, wobei er eine ganze Menge vorzutragen hatte. Rund 100 Titel zieren eines der erfolgreichsten Jahre des LAZ. Darunter die Berufungen von Kristina Gadschiew, Till Wöschler, Raphael Holzdeppe, Aline Krebs, Marlon Odom, Daniel Clemes und Michaela Donie in den National- beziehungsweise Juniorenkader. Oder die Würdigung von Speerwerfer Till Wöschler, der nicht nur Juniorenweltmeister wurde sondern auch den „Rising Star“-Titel, als international Bester männlicher Nachwuchsathlet erhielt.

Jahreshauptversammlung 2010
Jahreshauptversammlung in der Dieter-Kruber-Halle mit dem LAZ-Vorstand Karl-Heinz Werle, Hans-Joachim Scherer, Josef Scheer und Thomas Nachtigall (von links).
LAZ-Hürdensprinter Marlon Odom
LAZ-Athlet Marlon Odom. Fotos: Marco Wille