Zweibrücken. Es ist alles gerichtet fürs „Klassentreffen“ der Stabhochspringer in Zweibrücken, jetzt fehlt nur noch gutes Wetter am Wochenende – beim sechsten Himmelsstürmer-Cup des LAZ Zweibrücken. Die letzte Änderung im Starterfeld: LAZler Daniel Clemens springt heute nun doch im Elite-Feld der Männer (ab 18.30 Uhr) mit. Die Elite-Frauen eröffnen um 16 Uhr das Wettkampfgeschehen.

Ab Donnerstag füllt sich das Stadion langsam immer mehr beim Training. So ein bisschen was von einem Klassentreffen hat das schon“, sagt Lokalmatador Raphael Holzdeppe über das vereinseigene Freiluft-Meeting. Zumal fast alle auswärtigen Athleten auch gemeinsam im RosengartenHotel in fußläufiger Nähe zum Westpfalzstadion untergebracht sind. Die deutsche Springerin Anjuli Knäsche von der SG TSV Kronshagen/Kieler TB war sogar am Mittwoch bereits da, nutzte ihre frühe Ankunft zu einigen Trainingseinheiten mit Bundestrainer Andrei Tivontchik.

Holzdeppe hat seine Grippe, die ihn in Shanghai und Eugene/USA ausbremste, überwunden und fühlt sich fit genug, um heute die WM-Norm (5,70 m) zu überspringen. „Wir haben zwar letzte Woche viel trainiert. Aber ich werde heute keine Müdigkeit mehr in mir haben“, sagt der 27-Jährige, am Pfingstmontag in Rehlingen lief es mit übersprungenen 5,60 Metern ganz gut. Er werde beim Einspringen entscheiden, ob er es mit 16 Schritten Anlauf versucht.

Vereinskollege Daniel Clemens plagte sich zuletzt mit Magen-DarmProblemen herum. Deshalb gab es ein Hin und Her bei seiner Einteilung im Starterfeld: erst A-Feld der Männer, dann B-Feld am Sonntag, jetzt doch wieder bei der Elite. „Ich habe Bernhard (Brenner, LAZ-Vorsitzender, d.Red.) gefragt, ob ich nicht vielleicht doch zusätzlich im A-Feld springen kann“, erzählt der Mörsbacher – quasi als zweite Chance, neben dem B-Feld die Norm für die deutsche Meisterschaft (5,30 m) abzuhaken. Die fehlt dem Deutschen Hochschulmeister von Kassel (5,20 m) nach überstandener langwieriger Fußverletzung in der Comeback-Saison nämlich noch. „Ich hoffe, dass mich das heimische Publikum beim Springen beflügelt.“

Nicolas Dietz vom LAZ ist dagegen ganz froh, erst sonntags im B-Feld ab 17 Uhr ran zu müssen. „Da habe ich ein bisschen weniger Druck.“ Nach einer klasse Wintersaison (mit neuer Bestleistung von 5,35 m beim Hallenstürmer-Cup) läuft es derzeit bei dem Bottenbacher nicht gut – trotz Bronze unlängst bei der Studenten-DM. „Seit etwa einem halben Jahr springe ich nicht so, wie ich gern würde. Das ist vor allem Kopfsache“, meint der 21Jährige, wenn er sagt, dass er nicht topfit ist. Er versucht gerade, gemeinsam mit seinem Trainer Alexander Gakstädter, die Probleme beim Anlauf mit 14 Schritten in den Griff zu bekommen. „Ich laufe im Training zu häufig durch“, hadert der Lehramtsstudent für Sport und Geografie in Kaiserslautern im zweiten Semester. „Das ist schwierig, weil mir auch noch einer meiner Fiberglas-Stäbe für den kurzen Anlauf gebrochen ist“, erzählt der 21-Jährige. Mit einem Ersatz aus Carbon habe er es zwar probiert, doch das habe nicht funktioniert. Und bis neue Stäbe geliefert werden, dauere es eben einige Zeit.

Das Studium macht ihm Spaß, große zeitliche Freiheit verspürt er allerdings nicht. „Es ist eher sogar ein bisschen angespannter“, sagt er mit Blick auf das Pendeln zwischen seiner Wohnung in Kaiserslautern und dem Trainingsort Zweibrücken. „Ich stimme mit meinem Trainer den Stundenplan genau ab. Er schreibt mir auch Trainingspläne, die ich dann in Kaiserslautern abarbeiten kann.“ Ende Juli stehen zudem viele Prüfungen und Klausuren an. Gerade wird geturnt im Studium, das liegt ihm als koordinativ begabter Stabhochspringer aber. Zusätzlich arbeitet er immer montagnachmittags am Pirmasenser Hugo-Ball-Gymnasium in der Hausaufgabenbetreuung mit.

Eigentlich hatte Dietz nach der guten Wintersaison relativ hohe Erwartungen, wollte sich für die U23-Europameisterschaft im polnischen Bydgoszcz (13. bis 16. Juli) qualifizieren. Die Universiade (Norm 5,60 m) sieht er noch als eine Nummer zu hoch an. Derzeit backt er kleinere Brötchen. Am Sonntag will er sein Glück aus zehn Schritten Anlauf versuchen.

Teilnehmer

Stand: 9. Juni, Eintritt frei

Elite-Feld Frauen (Samstag, 16 Uhr): Silke Spiegelburg (4,82), Anjuli Knäsche (4,55), Victoria Van Eynatten (4,51), Lisa Gunnarsson (4,47), Regine Kramer (4,40), Lilli Schnitzerling und Friedeline Petershofen (beide 4,30), Elina Lampela (4,25).

Elite-Feld Männer (Samstag, 18.30 Uhr): Raphael Holzdeppe (Bestleistung Freiluft 5,94 m), Malte Mohr (5,91), Kevin Menaldo (5,83), Florian Gaul (5,77), Tobias Scherbarth und Stanley Joseph (beide 5,75), Karsten Dilla (5,73), Valentin Lavillenie (5,71), Hendrik Gruber (5,70), Daniel Clemens (5,60), Dominik Alberto (5,55), Bo Kanda Lita Baehre (5,50), Menno Vloon (5,41)

Nachwuchs (Sonntag, 11 Uhr): Leonie Bäsel, Anne Cassel, Salome Schier, Larissa Schwendler, Jessica Fleischhauer, Sofie Martin, Emilie Mrowiec, Leah Rosar, Philipp Kranz, Julian Schunck, Mirza Terzic, Tristan Meyer, Jakob Legner, Helena Noll (alle LAZ Zweibrücken, Ann-Sophie Protzel (SV Seckenheim)

B-Feld 1 (Anfangshöhe bis 5,00 m, Sonntag, 14 Uhr): Saskia Zwicker (TV Offenbach), Katharina Schuster (ASV Landau), Salome Schlemer (LAZ), Jacqueline Otchere (MTG Mannheim), Stina Seidler (SV Werder Bremen), Marc-Philipp Gräfe (ASV Landau), Friedeline Petershofen (SC Potsdam), Carolin Hingst (TG Nieder-Ingelheim), Kai Winnemann (MTG Mannheim), Nico Fremgen (LAZ), Vizent Hobbie (LG Region Karlsruhe), Dennis Schober (ASV Landau), Julian Otchere (ASV Landau)

B-Feld 2 (Anfangshöhe ab 5,00 m, Sonntag, 17 Uhr): Pascal Koehl (TV Püttlingen), Lamin Krubally, Oleg Zernickel (beide ASV Landau), Nicolas Southgate (Neuseeland), Jonas Efferoth, Marcvin Caspari, Daniel Spiegelhoff, Sebastian Voigt, (alle TSV Bayer 04 Leverkusen), Tomas Weckstein, Eetu Turakainen (beide Finnland), Baptiste Boirie (Frankreich), Nicolas Dietz (LAZ).

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
10.–11.06.2017 Himmelsstürmer-Cup 2017 Zweibrücken (Deutschland)