Erleichterung allenthalben bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Peking: Der Richtige hat über 100 Meter gewonnen – Usain Bolt.

Neue Entscheidungen standen gestern in Peking an, aber das 100-m-Finale war auch am Tag danach das Gesprächsthema Nummer eins. Um sechs Tausendstelsekunden reagierte Usain Bolt am Start schneller als Justin Gatlin, 13 Tausendstel lag er im Ziel vorne. Mit dem bloßen Auge war das nicht zu erkennen.

„You can get it if you really want, but you must try, try, try“, hatte Desmond Dekker, Bolts Landsmann, gesungen. Bolt verinnerlichte es: Du kannst es kriegen, wenn du wirklich willst. Aber du musst es probieren. Bolt war verletzt, Bolt machte es spannend, und Bolt siegte. Gatlin war trotzdem der schnellste Mann der WM: 9,77 lief er im Halbfinale. Aber die Annalen werden ihn nicht als Sieger ausweisen. Ihn, den personifizierten Bösen, der zweimal wegen Dopings lange gesperrt war und nun schneller läuft als damals, als er jung, unverbraucht und vollgeladen war. Wie hätte man solch einen Weltmeister feiern können?

Bleibt zu hoffen, dass Bolt sich wirklich nur von Süßkartoffeln ernährt, wie er bei der WM in Berlin erzählte, damit ihm sein süßes Lächeln bleibt.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
22.–30.08.2015 Weltmeisterschaften 2015 Peking (China)